Kreis Kusel
MSC Potzberg: Motorsportfunktionär Hans-Peter Baehr hört nach 32 Jahren als Vorsitzender auf
Sehr früh kam der gelernte Kraftfahrzeugmechaniker zum MSC in Altenglan und schon bald in die Verantwortung. Im Jahre 1979 wurde der in Kusel aufgewachsene Motorsportler zum Beisitzer und im Jahr 1984 zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Bereits als junger Mensch brachte Baehr viel Erfahrung mit und hatte stets ein offenes Ohr für den Motorsport.
Schon im Jahr 1986 wählte ihn die Versammlung zum ersten Vorsitzenden. Lediglich um 1990 pausierte er für zwei Jahre und überließ Arno Staudt die Vereinsführung. „In dieser Zeit haben wir unser Haus in Matzenbach gebaut“, erinnert sich Baehr. Das Haus war fertig – und er kehrte auf seine frühere Position zurück. „Ich habe immer gesagt, dass meine Tätigkeit als erster Vorsitzender mit dem 65. Lebensjahr endet“, betont Baehr. „Nun ist es so weit und ich bin in Rente“, fügt er strahlend hinzu.
Potzberg-Rennen und Bergslalom
Umfangreich sein Wirken über all die Jahre. Seit 1971 organisiert Baehr Rallyeveranstaltung und ist dabei stets mit der Zeit gegangen. Aufgebaut hat er den zweitägigen Bergslalom Anfang August bei Mühlbach, der so bekannt und beliebt ist, dass mittlerweile die Teilnehmerzahl beschränkt werden muss. Jahre zuvor, von 1984 bis 1997 lief das Potzberg-Bergrennen, ebenfalls ab Mühlbach und in seiner Verantwortung. Genehmigungsprobleme führten dazu, dass die Veranstaltung aus dem Kalender genommen wurde.
Viele Jahre hat er Kart-Slalom für die Jugend organisiert und Trainingsstunden geleitet. „Letztlich haben wir das Angebot eingestellt, weil wir nur noch Trainingsweltmeister hatten, die an keinem Wettbewerb teilnahmen“. Doch bei Veranstaltungen ist der Nachwuchs in die Abläufe voll integriert, und so mancher Jugendlicher übernimmt schon eigenständig einen Aufgabenbereich.
Zwölf Jahre lang hat der Motorsportler die Saar-Ost-Rallye mit aufgebaut und begleitet. Dies gilt ebenso für die ADAC-Rallye in Alzey, wo er ein Dutzend Jahre in der Verantwortung stand. Große Verdienste hat er sich auch beim internationalen Bergrennen in Homburg erworben.
Wandel im Motorsport
In den mehr als drei Jahrzehnten gab es auch bei den Motorsport-Veranstaltungen einen deutlichen Wandel. „Heute muss viel mehr auf die Umwelt gedachtet werden, und Gedanken zum Umfeld sind notwendig“, sagt Baehr. Zwischenzeitlich ist er zum Umweltbeauftragten bei motorsportlichen Ereignissen berufen worden.
Viele Ziele könnten nur noch im einvernehmlichen Miteinander erreicht werden. Da ist Baehr ein Mann mit Prinzipien, aber auch mit viel Fingerspitzengefühl und jeder Menge Gesprächsbereitschaft. Er spricht mit den politischen Vertretern ebenso wie mit der Landwirtschaft und den Behörden. „Einfach zu sagen, das machen wir, die Zeit ist vorbei“, sagt Baehr, der damit die eigenen Mitglieder anspricht.
Dabei ist Altenglan kein Einzelfall. Heute muss viel mehr auf die Mitglieder zugegangen werden, um sie zur Mithilfe zu animieren. Der 1971 gegründete Verein hat derzeit 120 Mitglieder, darunter viele Aktive. Dennoch ist Baehr selbst sich nicht zu schade dafür, ein Eisen in den Boden zu klopfen oder ein Absperrband anzubringen.
Ganz selten selbst Beifahrer
„Was ich machte, konnte nur in Abstimmung mit der Familie erfolgen“, erinnert er sich. Dabei wurde er von seiner Frau Marion vorbildlich unterstützt. Bei Veranstaltungen sind neben ihr auch die beiden Töchter Chantal und Sarah und mittlerweile Enkel Justin im Einsatz.
Und wenn es die Zeit zulässt, setzt sich der Matzenbacher gelegentlich noch auf den Beifahrersitz eines Rallyeautos. Beispielsweise bei Wolfgang Ehlhardt aus Kusel in dessen Opel Astra. Doch oft ist das nicht der Fall, denn Baehr hat seit vielen Jahren auch Aufgaben im ADAC Pfalz übernommen.