Kreis Kusel Mit viel Einfühlungsvermögen
Horst Durst an der Klarinette, Günther Veit mit Violine, Gitarre und seiner Stimme und Dieter Zimmer mit Akkordeon, Gitarre und Flöte: Die drei Musikanten bilden das Klezmer-Trio Duveizi. Sie spielten mit viel Stilgefühl, Einfühlungsvermögen und Improvisationslust. Den Gästen in der katholischen Kirche in Rammelsbach gefiel der musikalische Sonntagabend: Anhaltend applaudierten sie den Könnern auf der Bühne im Kirchenschiff.
Die jiddische Musik kam zuerst aus den östlichen Staaten Europas, ging dann fast verloren, fand den Weg nach Amerika, inspirierte dort Jazz und Swing, ließ sich selbst inspirieren und fand als Klezmer zurück ins heutige Mitteleuropa. Mit Hilfe von Erzählungen erfuhren die Gäste auch etwas über die Geschichte dieser Musik. Rund 40 Zuhörer fanden Sonntagabend den Weg in die katholische Kirche nach Rammelsbach. Die Stimmung war ruhig. Zum fröhlichen Tanz, der trotz all der Melancholie und Traurigkeit, die aus der Musik spricht, immer möglich scheint, wollten die Musiker ihre Gäste nicht unbedingt bewegen, so schien es zumindest. Ruhig, mit viel Konzentration auf das ausdrucksstarke Spiel, zeichnete das Trio musikalisch – und mit brillantem Klang – den Weg der traditionellen jüdischen Musik von Osteuropa über Mitteleuropa nach Amerika und zurück. Mit klassischer Hochzeitsmusik, besinnlich und fröhlich, begann das Trio den musikalischen Abend. Es folgten weitere Titel, die ihre Ursprung in den jüdischgläubigen Teilen Osteuropas haben. Eines der bekanntesten darunter war sicher „Donna Donna“. Das Lied beschreibt den Vergleich zwischen dem Kälbchen, das zur Schlachtbank geführt wird und der Schwalbe als Sinnbild für die Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung. Freude und Euphorie, Schmerz, Melancholie, Leid und immer auch Hoffnung klingen in den Instrumenten an. Gerade die Klarinette von Horst Durst klagte im einen Moment, und gleich darauf fing sie an zu hüpfen – fast aus Trotz in Anbetracht weltlicher Missstände schien sie das zu tun. Die Musiker des Trios zeigten eindrucksvoll: Probleme im Leben schwingen in der Musik als Grundton mit, die humoristische Improvisationsweise lässt den Zuhörer Abstand gewinnen und macht Freude möglich. Natürlich kennt Klezmer auch das Thema Liebe: So zeigten die drei Musiker zum Beispiel mit „Tumbalalaika“ ein lustiges Liebeslied aus russisch-jüdischer Tradition. Und springen mit dem hebräischen Volkslied „Hava Nagila“ („lasst uns glücklich sein“) einige Titel später in die Zeit des Ersten Weltkrieges. Einen breiten Querschnitt aus der weit verstreuten Tradition der jiddischen Musik präsentierten die hochkarätigen Musiker am Sonntagabend. Sie brachten ihren Gästen in der katholischen Kirche in Rammelsbach die Klezmer-Musik näher und zeigten auf ihrer Reise von Osteuropa, Mitteleuropa über Amerika bis nach Jerusalem viele Spielarten dieses Musikgenres. Die Zuhörer konnten am Sonntag einiges lernen. Sie tanzten nicht, sondern taten es den Musikern gleich und konzentrierten sich voll und ganz auf die Musik. Mit anhaltendem Applaus bedankten sie sich bei den Musikern des Klezmer-Trios Duveizi nach jedem Lied und intensiv noch einmal am Ende der Vorstellung.