Albessen
Milchbauer Brassel setzt bei der Selbstvermarktung auf mehrere Standbeine
Der Milchpreis aktuell mit gut 50 Cent für die Milchbauern auf einem hohem Niveau. Doch es gab auch schon andere Zeiten. Als es vor fünf Jahren nur knapp die Hälfte für einen Liter Milch gab, investierte der Albesser Landwirt Jörg Brassel in die Selbstvermarktung. Den ersten Milchautomaten stellte er in Birkenfeld auf, rasch danach folgte der in Konken.
„Zu Beginn haben die Leute den Automaten in Konken zweimal täglich leergetrunken“, erinnert sich Brassel. Auch in Kaiserslautern und Ramstein habe es einen regelrechten Run gegeben. Inzwischen betreibt der Halter von 200 Schwarzbunten sechs Milchautomaten im Kreis Kusel. Kaufpreis pro Liter: 1,50 Euro.
60 kleine Verkaufsstellen
Hinzu kamen in jüngster Zeit kleinere Automaten in Lebensmittelgeschäften und Hofläden. Dieses sogenannte Bag-in-Box-System beliefert er mit Zehn-Liter-Beuteln. „Vor allem in der Vorderpfalz haben wir viele dieser kleinen Automaten aufgestellt“, sagt Brassel. Die Nachfrage nach frischer Milch vom Bauernhof sei dort besonders groß, schließlich gebe es dort keine Kühe in der Landwirtschaft. Etwa 60 solcher Verkaufsstellen zählt der Milchbauer inzwischen, im Kreis Kusel, Kaiserslautern und Birkenfeld sowie von Bad Dürkheim bis Landau, von Speyer bis St. Wendel.
Bei den großen Automaten registriert Brassel allerdings inzwischen geringere Absätze. So wurde in Lauterecken ein Automat abgebaut. „Wenn das weiter stagniert, müssen wir die Automaten auf den Prüfstand stellen“, sagt der Landwirt, der acht Personen in Voll- und Teilzeit beschäftigt. Im Endeffekt bestimme der Verbraucher, ob er seine Lebensmittel regional und nachhaltig beziehen möchte oder nicht, betont der Milchbauer.
Ein weiteres Standbein ist die Belieferung von Schulen und Kitas mit „Schulmilch“. Aktuell zählen zwölf Schulen und 34 Kitas in den Kreisen Birkenfeld, Kusel und Kaiserslautern zu Brassels den Abnehmern. Schulmilch liefere er zudem nach Neustadt, Landau und Bad Bergzabern. Den Anteil an der Selbstvermarktung am Gesamtumsatz schätzt Brassel auf 15 bis 20 Prozent. Die übrige Milch wird an die Hochwald-Molkerei abgegeben.
