Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Mikroskop und Makramee: Realschule plus präsentiert sich mit Mint und mehr

Die Schüler begrüßten die Besucher mit so genannten Boomwhackers.
Die Schüler begrüßten die Besucher mit so genannten Boomwhackers.

Die Realschule plus Kusel ist eine von landesweit 185 Einrichtungen dieser Schulart. In diesem Jahr gehört sie zu den fünf Schulen dieses Typs, die im Rahmen der landesweiten „Woche der Realschule plus“ ihre Konzepte präsentieren.

Es ist ein kleiner „Bildungsgipfel“, den Realschulleiterin Nina Dahlke am Dienstagmittag auf dem Kuseler Roßberg begrüßt: Präsident Thomas Linnertz von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier, Christiane Schönauer-Gragg vom Mainzer Bildungsministerium, Landrat Otto Rubly für den Schulträger, die Leiter von Grundschule, Berufsbildener Schule (BBS), Siebenpfeiffer-Gymnasium, sowie Eltern- und Schülervertreter.

Nach einer musikalischen Begrüßung, für die Schüler der Klasse 7a unter Leitung von Musiklehrerin Isabell Spänig mit Kunststoffröhren – so genannten Boomwhackers – sorgen, informiert sich die Besucherschar speziell über die schulischen Angebote in den so genannten Mint-Fächern – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. In einem Klassenraum machen sich zumeist Mädchen – unterstützt von älteren Schülerinnen – mit Mikroskopen vertraut. Sie untersuchen ein Haar sowie Schalenstücke einer Zwiebel.

Handwerklicher geht es in einem Werkraum zu, der zur Fächergruppe Tun (Technik und Natur) gehört. Die Schüler schlagen Nägel entlang der Schablonen ein. „Bisher hab ich mich noch nicht blamiert“, meint Landrat Rubly, nachdem er mehrere Nägel ohne blauen Daumen fixiert hat.

Enge Kooperation

In Makramee-Technik leitet Lehrerin Steffi Benner im Lötraum eine Mädchengruppe an. Die Schülerinnen basteln aus dem Garn Weihnachtsdeko mittels Knüpftechnik. Christina von Blohn, Lehrerin für Mathematik und Physik, unterrichtet ein paar Räume weiter Informatische Bildung. Aufgabe der Schüler ist es, anhand einer Vorlage eine Einladung am Computer zu gestalten. Nach entsprechenden Kenntnissen etwa in Word, Powerpoint und Excel können die Teilnehmer ein Zertifikat erwerben.

Der Rundgang zeige, wie es in der Realschule plus im Alltag läuft, sagt Schulleiterin Dahlke. Über die Ausstattung der Schule durch den Träger ist sie voll des Lobs: „Wir haben alles, was das Herz begehrt.“ Was noch fehle, sei Glasfaser. Aber das sei auf dem Land schwierig.

Die Realschule mit 40 Lehrkräften besuchen rund 350 Schüler. Mit Hinweis auf die enge Kooperation von Realschule und BBS werben Dahlke und BBS-Leiter Michael Riefer dafür, dass beide Schulen künftig als „Bildungszentrum“ firmieren.

Entscheidende Rolle für berufliche Orientierung

Kerstin Hilgert und Philipp Steuer geben den Besuchern einen Überblick über die Ganztagsschule und die Gemeinsame Orientierungsstufe (GOS) von Realschule und Gymnasium. Anstelle von Reibungen sei eine konstruktive Zusammenarbeit getreten, sagt Steuer.

ADD-Präsident Linnertz erinnert daran, dass hinter allen Schulen, Lehrkräften und Schülern durch die Corona-Pandemie und damit verbundene Einschränkungen „harte Jahre“ lagen. Das hätten die Schulen allerdings gut hingekriegt. Eine neue Herausforderung sei die Eingliederung von Schülern, die wegen des Ukrainekriegs geflüchtet seien. Den Realschulen bescheinigt der Behördenchef, dass sie durch die Vermittlung von Grundfertigkeiten in verschiedenen Feldern für die berufliche Orientierung eine entscheidende Rolle spielen, ohne einen Ausbildungsweg zu versperren. Für die Betriebe in der Region sei die Realschule wichtig zur Gewinnung von Nachwuchs und Fachkräften. „Und wir wollen die Betriebe in der Region behalten“, ergänzt Linnertz.

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