Glan-Münchweiler RHEINPFALZ Plus Artikel „Marshmillos Tattoos“: Termine immer am 1. Oktober

Camillo „Millo“ Herrmann vor seinem Studio in Glan-Münchweiler.
Camillo »Millo« Herrmann vor seinem Studio in Glan-Münchweiler.

Camillo Herrmann betreibt ein Tattoo-Studio in Glan-Münchweiler. Der Tätowierer vergibt traditionell am 1. Oktober seine Termine. Oft bekommt er am Tag der Terminvergabe so viele Anfragen, dass er für ein Jahr nahezu ausgebucht ist. Auch dieses Mal erreichten ihn an diesem Tag mehr als 100 Anfragen.

„Für mich ist der kreative Entstehungsprozess das wichtigste bei einem Tattoo. Am liebsten sind mir Leute, die mit einer Idee im Kopf zu mir kommen und ich mich dann beim Zeichnen der Vorlage kreativ austoben kann. Ich lege viel Wert auf die handgezeichnete Gestaltung“, sagt Camillo Herrmann bestimmt. Einfach nur eine Vorlage aus dem Internet zu ziehen und den Kunden das vorgefertigte Motiv „von der Stange“ unter die Haut zu stechen, ist nicht wirklich sein Ding.

„Natürlich gibt es Kollegen, die das so machen – und das hat ja auch seine Berechtigung“, räumt der 44-Jährige ein. „Aber Tätowierer, die keine eigenen Motive entwickeln, sind für mich eher Kopierer als Tätowierer. Bei mir steht der künstlerische Aspekt definitiv im Vordergrund. Das Tätowieren an sich ist nur der letzte Arbeitsschritt.“

Sturm und Drang in Hanau

In seinem Studio mit dem Namen „Marshmillos Tattoos“, mit dem er vor drei Jahren vom Ramstein nach Glan-Münchweiler umgezogen ist, arbeitet „Millo“ aber nicht alleine. Seine Ehefrau Lori, verheiratet sind die beiden seit 2010, hat sich im hinteren Teil ein Labor eingerichtet, in dem sie Naturkosmetik herstellt. Kennengelernt hat sich das Paar in Hanau, wo Lori, gebürtige US-Amerikanerin, die 1998 aus New York nach Deutschland kam, als Soldatin stationiert war.

Dorthin kam der in Zittau geborene Herrmann über einen Umweg über Berlin, wo er einige Jahre gelebt hat. „Als Heimat sehe ich aber eigentlich Hanau an, weil ich dort meine Sturm- und Drangzeit verbracht und Lori kennengelernt habe“, erinnert sich der Tattoo-Künstler mit einem Schmunzeln. Als sie dann das Angebot bekommen habe, nach Baumholder zu wechseln, habe es das Paar in den Kreis Kusel verschlagen. Heute wohnen sie in Wahnwegen.

Asiatisch bevorzugt

Gelernt hat Herrmann sein Handwerk von einem Mentor, ebenfalls einem US-Amerikaner. Auch ihn hat er in Hanau kennengelernt. Zum Tätowieren sei er „eher zufällig“ gekommen. „Ursprünglich habe ich ein Fachabitur im Bereich Gestaltung gemacht und anschließend eine Lehre zum Steinbildhauer absolviert. Und gezeichnet habe ich sowieso schon immer“, erklärt er seine kreative Ader.

Einen bestimmten Stil habe er nicht. „Auch wenn die Leute das immer sagen, weil sie erkennen, welche Arbeiten von mir sind“, räumt der Tattoo-Künstler ein. „Und ich finde es immer schön, wenn jemand zu mir kommt, weil er meine Arbeiten gesehen hat und nun auch ein Tattoo von mir will.“ Am liebsten seien ihm asiatische beziehungsweise japanische Motive, Tattoos im sogenannten Neo-Traditional-Style oder Porträts von Menschen oder Tieren. Er sehe sich prinzipiell aber eher als Allrounder, der in vielen Stilen arbeiten kann.

Erst Gespräch, dann Termin

Bei den möglichen Motiven seien der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. „Es gibt an sich keine Idee, die sich nicht umsetzen lässt, wenn man ein wenig kompromissbereit ist“, ist sich der 44-Jährige sicher. „Im Gespräch mit dem Kunden findet sich fast immer eine Lösung, das Motiv so umzusetzen, dass am Ende alle damit zufrieden sind.“ Und dieses persönliche Vorgespräch ist ihm auch besonders wichtig.

„An unserem Terminvergabetag – aber selbstverständlich nicht nur dann – können sich die Leute per E-Mail bei mir melden und erklären, welches Motiv ihnen vorschwebt.“ Das könne eine recht konkrete Vorstellung des Tattoos oder einfach nur eine Grundidee sein. „Anschließend sichte ich die Anfragen und vereinbare Gesprächstermine. Bei einem Kaffee bequatschen wir dann, was und wie es gemacht werden soll. Erst dann machen wir den Termin für das eigentliche Tattoo“, erklärt Herrmann.

Info

  • Weitere Informationen gibt es im Internet auf https://www.marshmillostattoos.de/ sowie bei Instagram oder Facebook (@marshmillostattoos)

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