Interview
Marcel Dohmen über die Pfälzischen Tischtennisligen, Online-Training und Corona
Herr Dohmen, gibt es zurzeit noch viele Rückfragen aus den Vereinen oder von Spielern, wie es weiter geht?
Beim ersten Lockdown wurde ich bombardiert mit Fragen vor allem zu dem Zeitpunkt als der Lockdown ausgesprochen wurde. Es läuft sehr viel über Medien, da wird gut kommuniziert. Auch die Funktionäre wie Bezirkssportwart Christian Kaduk und der PTTV-Vizepräsident Sport Peter Baumann bekommen viele Nachfrage. Das ist ein Wahnsinn für einen Ehrenamtler, was die beiden zu tun haben. Für mich ist es zurzeit in Ordnung.
Während vor Ort pausiert wird, sollen die Olympischen Spiele in Tokio im kommenden Jahr stattfinden. Ist das richtig?
Dass dieses Event mit den richtigen Maßnahmen durchgeführt wird, finde ich in Ordnung. Diese Veranstaltungen in China wie der World Cup, sahen als außenstehende Person komisch aus, waren aber in Ordnung. Die Hygienevorschriften waren bei den bisherigen Turnieren gut. Für Olympia sollte das auch möglich sein. Der Einsatz ist natürlich groß. Man sieht beim Fußball, dass da viel investiert wird und vieles möglich ist.
Ist es richtig, dass Profis wie die deutsche Spitzenspielerin Petrissa Solja im chinesischen Chengdu spielen und um die Welt tingeln?
Nein, das ist nicht okay. So wie der Sport vollzogen wird, ist das nicht in Ordnung. Es ist total schwierig. Ich bin nicht dafür, dass durch die Welt gereist wird. Berufsrisiko hat jeder. Aber nennt man es Berufsrisiko, dass man sich mit Corona ansteckt? Es ist eine ganz besondere Lage, es ist nicht richtig kreuz und quer durch Länder zu fliegen.
Wie sollte es im Pfälzischen Tischtennisverband (PTTV) mit der zurzeit unterbrochenen, Runde weitergehen?
Maximal die Vorrunde soll fertig gespielt werden. Es wurde früh genug kommuniziert. Die Entscheidung war nicht nur gut, sondern rechtzeitig. Die Entwicklung des Coronavirus ist nicht gut, vielmehr ist sie alarmierend. Ich sehe die Liga pessimistisch. Alles unter Oberliga sollte man in diesem Jahr einfach sein lassen. Aber man muss die Wettspielordnung und die Regeln des Deutschen Tischtennisbund auch beachten. Ich persönlich finde es sinnvoll, alles unter Oberliga nicht fortzuführen. In der Oberliga sind es natürlich weitere Wege, aber da ist es ein bisschen professioneller.
Sollte doch abgebrochen werden, wäre es dann gut Teams aufsteigen zu lassen, die sportlich ihre Spielklassen dominieren?
Ja, das fände ich in Ordnung. Das wäre eine Sonderregelung, der Ansatz ist nicht schlecht. Ein Sonderantrag geht auch nicht immer durch. Dennoch sollte man auch da differenzieren wie ein Antrag entschieden werden kann. Da müssten sich die Vereine ausführlich zu ihren Wünschen äußern. So etwas sollte regional entschieden werden.
Ab Oktober diesen Jahres sind bunte Beläge, grüne, blaue, pinke und violette, zugelassen. Mit welcher Belagfarbe spielen Sie?
Ich will pink spielen, weil es die Farbe ist die man am wenigsten erwartet. Es ist nachgewiesen wenn man zu viel rosa sieht, stört das den Gegenüber. Vielleicht habe ich da einen Vorteil. Wenn man dran glaubt, hat man vielleicht wirklich einen Vorteil (lacht).
Wird es da nicht auch mal ein paar Sprüche oder Frotzeleien während des Spiels wegen einem Belag in den neuen Farben geben?
Ich kann mir schon vorstellen, dass da der ein oder andere kommt. Meine Bewegung zum rosa Belag ist nur der Humor, rein aus Spaß. Mehr ist es nicht. Es werden aber auch nicht alle Beläge angeboten, da müsste ich bestimmte Beläge spielen, wenn er rosa sein soll.
Welche Regeländerung wäre aus Ihrer Sicht sinnvoll?
Ohne Regeländerung kann ein Sport nicht auskommen, das wäre sehr konservativ. Durch Entwicklung kann der Sport verbessert werden. Das ist sehr schwierig zu beantworten. Ich finde persönlich, dass das Pokalsystem super ist. Das Pokalsystem in veränderter Form für die Liga, das wäre ein guter Ansatz. Die langen Pausen in der Liga sind sehr ermüdend. Die Vierermannschaften sind der richtige Ansatz, die können gerne kommen.
Ab der Saison 2021/2022 werden in Klassen ab der Oberliga nun die Vierermannschaften eingeführt. Wäre das auch vollumfänglich auf der Bezirks- und Kreisebene sinnvoll?
Ja auf jeden Fall. Da sehe ich Vorteile. Es gibt auch eine Reihe an negativen Aspekten. Aber es gibt immer weniger Teams, deshalb sind die Vierermannschaften sinnvoll. Die Kreisklasse B könnte bei uns in Westpfalz Nord auch wieder eingeführt werden. Es gibt große Qualitätsspaltungen in den Spielklassen, deshalb könnte es mit Viererteams attraktiver werden.
Sind die Vierermannschaften für junge Talente nicht kritisch, weil sie dann möglicherweise nicht hochklassig spielen können?
Kann ich nicht unterschreiben. Diese Spieler bekommen Ergänzungspunkte, wenn sie zum Beispiel in einem Landeskader spielen. Wenn es der Verein möchte, kann das Talent in den hohen Spielklassen spielen. Da gibt es gute Wege, wie bei der TSG Kaiserslautern. Ab der Regionalliga wird es schwierig, da braucht man sehr viel Geld, um in der Klasse zu bestehen. Ab dieser Liga, kann es schon unrealistisch werden, dass Jugendspieler eingesetzt werden.
Beim TTC Bad Dürkheim wurde nun digitales Training für die Tischtennis-Jugend eingeführt. Dort wird im taktischen Bereich online trainiert und es gibt Challenges. Ist das sinnvoll?
Auf jeden Fall. Als angehender Pädagoge finde ich das eine super Idee. Die Idee hatte ich auch schon in Rohrbach bei Landau vorgetragen, wo ich Jugendtrainer bin. Während meiner Planung kam der Plan zum erliegen, weil die Hallen wieder geöffnet wurden nach dem ersten Lockdown. Ich kann so eine Idee nur unterstützen, das bringt für die Jugend auf jeden Fall etwas. Für die Kleinen ist das extrem wichtig.
Zur Person