Thallichtenberg RHEINPFALZ Plus Artikel Möbel Schug: Schön und nachhaltig als Philosophie

Das Haupthaus von Möbel Schug in der Kuseler Straße.
Das Haupthaus von Möbel Schug in der Kuseler Straße.

Das eigene Zuhause hat in über zwei Jahren Pandemie eine neue Wertschätzung bekommen. Davon profitiert auch der Möbel-Einzelhandel. Mit Möbel Schug gibt es in Thallichtenberg einen Anbieter, der sich im Wettbewerb mit den Großflächen-Konkurrenten sehr gut schlägt und schon Weichen für die Zukunft stellt.

„Ich kaufe nur schöne und vor allem nachhaltige Dinge ein.“ Das sagt Angelika Schug-Schwarz, in der fünften Generation Inhaberin von Möbel Schug. Diese Philosophie sei eines der Erfolgsgeheimnisse des Unternehmens, das wenig Täler und Höhen kenne: „Kontinuität ist mir sehr wichtig, und das haben wir auch auf der wirtschaftlichen Seite immer gehabt.“

Grundlage seien über viele Jahrzehnte gewachsene Verbindungen zu den Herstellern. „Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass Marken wie Rolf Benz, Team 7, Bora, Interlübke, Brühl, Hülsta, Bretz oder Musterring zu den festen Lieferanten gehören“, zählt Schug-Schwarz auf. Ihre Stammkunden kämen aus den Kreisen Kusel, Kaiserslautern, St. Wendel und Birkenfeld, aber immer wieder auch von deutlich weiter her: „Wer mal hier wegzieht, bleibt uns oft treu.“ Jüngst habe es eine Lieferung nach Thüringen gegeben, davor nach München. Selbstverständlich geschehe das mit den eigenen vier Montageteams, meist zählen gelernte Schreiner dazu.

Was die Kunden wollen ...

Dieser Aufwand ist laut Sven Dick, dem Geschäftsstellenleiter, Teil der Philosophie: „Wir machen das, was unsere Kunden wollen.“ Die individuelle Beratung sei ein ganz wichtiger Baustein. Und ganz unabhängig von möglichen Margen oder Abnahmemengen, die es bei Großflächenanbietern gebe. Die eigene Schreinerei schaffe zusätzliche Optionen.

Dick weiß, wovon er spricht. Der 47-jährige Einzelhandelskaufmann aus Ruthweiler ist seit über 25 Jahren in der Branche. Vor drei Jahren wechselte er zu Möbel Schug, um heimatnah arbeiten zu dürfen. Aber auch, weil sich in Thallichtenberg vielleicht die Möglichkeit ergibt, eines Tages das Haus zu übernehmen. Angelika Schug-Schwarz will so lange arbeiten, „wie es mir Spaß macht“. Wann ihr Eintritt in den Ruhestand ansteht, sei vollkommen offen. Ihr liegt aber viel an dem Erhalt der Firma.

Früher Eigenproduktion

Angefangen hat alles mit ihrem Ur-Ur-Großvater Jakob Strauß, der sich als Schreiner unterhalb der Burg selbstständig machte. Immer noch kommen Kunden vorbei und berichten von selbst herstellten Schränken aus dem 19. und 20 Jahrhundert, unter anderem auch vom Ur-Großvater. 1949 erfolgte der Umzug an den heutigen Standort. Nach dem Krieg vollzog sich langsam der Wandel unter Großvater August Schug und vor allem Vater Kurt Schug – von der Eigenproduktion zum Handel mit Möbel.

Das Führungsteam: Sven Dick und Angelika Schug-Schwarz.
Das Führungsteam: Sven Dick und Angelika Schug-Schwarz.

Angelika Schug-Schwarz machte erst eine Ausbildung zur Diplom-Verwaltungswirtin, ehe sie 1988 ins Geschäft der Eltern einstieg und 1994 die Geschäftsführung übernahm. Mit 3000 Quadratmetern Ausstellungsfläche auf vier Ebenen und 30 Mitarbeitern ist das Unternehmen größer, als Außenstehende vielleicht vermuten. Zudem setzt Schug-Schwarz von Beginn an auf den Einkaufsverband GfM, deren Gesellschafterin sie ist – „so können auch kleine Firmen wie die großen agieren“.

Küche als Erlebnisstätte

Küchen sind ein wichtiger Geschäftszweig. Immer mehr im Trend liege die Küche als Erlebnisstätte – für das Kochen, aber auch das Zusammenkommen der Familie. Auch Kita- und Schulküchen hat Möbel Schug schon geliefert.

Die Lieferanten sollen aus der Nähe kommen und auf nachhaltige und naturnahe Möbel spezialisiert sein. Das beste Beispiel dafür sei Team 7, ein Naturholzhersteller aus Österreich. Lieferanten aus Übersee gebe es so gut wie keine.

Viele Kunden kämen auch über mehrere Familiengenerationen: „Wenn jetzt die Enkel zu mir kommen, deren Großeltern ich bereits eingerichtet haben, freut mich das besonders.“

Beratung per Video

Schug-Schwarz legt auch Wert darauf, nicht nur die oberen Preissegmente zu besetzen. In der Halle hinter dem Hauptgebäude gibt es dafür eine eigene Ausstellung. Seit kurzem sind auch Biohort-Gartenhäuser im Angebot. In der Outdoor-Abteilung werden Grills und Außenküchen angeboten.

Im Corona-Lockdown liefen die Geschäfte weiter – nur eben die Beratung per Video. Das habe sehr gut funktioniert. Wenn die Pandemie weitgehend eingedämmt ist, soll auch mit den Kunden in den ausgestellten Küchen wieder gemeinsam gekocht werden. Das vermisst Angelika Schug-Schwarz.

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