Handball
Lockerungen im Sport: Für Handballer nicht genug
Während der TuS Kaiserslautern-Dansenberg sich durch eine Qualifikationsrunde für die 2. Bundesliga kämpfte, dort dann aber vor dem Viertelfinale scheiterte, der SV 64 Zweibrücken eine Mini-Runde zur Teilnahme am DHB-Pokal spielt, ist der ehemalige Partner der Waldmohrer Handballer mit dem Aufstieg in die 3. Liga beschäftigt. Denn der TV Homburg hofft coronabedingt über Umwege auf einen Platz in der dritthöchsten deutschen Spielklasse, muss dafür aber noch Ende Juni ein Relegationsspiel bestreiten.
Seit Oktober kein Training
Nach der Zeit an der Seite des TV Homburg gründete sich die neue Spielgemeinschaft HWE Erbach-Waldmohr, die damals nur das Spielrecht der zweiten Homburger Mannschaft für die Bezirksliga bekam und dort einen Neuanfang startete. Der 29-jährige Trainer Daniel Thum hat kürzlich seinen Vertrag bei der HWE um zwei Jahre verlängert. Der frühere Oberliga-Spieler der VTZ Saarpfalz sitzt dennoch wie alle Handballtrainer derweil vor einem Scherbenhaufen, den er eifrig versucht, wieder zu einer Trainings-Skulptur zusammenzubauen. „Unsere letzte Trainingseinheit war am 20. Oktober im vergangenen Jahr. Seitdem ist Funkstille, jeder trainiert für sich“, erklärt der HWE-Trainer.
Neben dem üblichen Training vor der eigenen Haustür samt Waldläufen bleibt lediglich das Üben in Form von Stabilisationstraining bei Videokonferenzen. „Wir konnten vor drei Wochen mal in Erbach kontaktlos trainieren. Da haben wir dann auch Stabilisationstraining gemacht.“
Thum, der als Industriemechaniker arbeitet, verweist darauf, dass auch die derzeitigen Lockerungen noch nicht wirklich zur Entspannung bei den Handballern beitragen. Weit weg sehe er seine Truppe vor einem normalen Saisonbeginn. „Wenn die Inzidenzen unter 100 sind, dürfen wir mit maximal fünf Leuten in einer Gruppe trainieren“, sagt der Trainer des Verbandsligisten. Diese Marke ist zumindest seit Tagen erreicht.
HWE-Kader unverändert
Zwar sei kein typisches Handballtraining mit Kontakt erlaubt, aber zumindest ein Wurftraining möglich, aber auch gefährlich. „Ich habe eine junge Mannschaft, die fit ist. Handballerisch müssen wir aber noch viel machen. Nach der langen Pause ist das Risiko, sich beim Werfen zu verletzen, groß“, sagt Thum.
Zumindest konnte die HWE eine Abmeldung abwenden, wie etliche andere Teams, die dem saarländischen Handballverband angehören. „Denen laufen die Leute weg“, erklärt Thum und verweist auf die coronabedingte Pause. Glücklich zeigt er sich jedoch darüber, dass sein Kader unverändert in eine mögliche neue Saison 2021/2022 geht. „Wir haben weder Zu- noch Abgänge. Ich werbe auch nicht um Spieler. Jeder Verein kämpft um seine Leute, um zu überleben“, fügt Thum an.
Kooperation fortführen
Mitverantwortlich für die vielen Abmeldungen im Saar-Verband macht Thum aber auch die fehlenden Nachwuchsabteilungen. „Es gibt nur noch wenige Jugendliche, die Handball spielen. Die großen Vereine holen sich dann aber auch die guten Spieler, dann müssen die kleinen Klubs auch mal ihre Jugend abmelden“, sagt der HWE-Trainer. In der Verbandsliga sehe er seine Mannschaft derzeit gut aufgehoben, kann sich mit den nächsten Entwicklungsschritten aber durchaus vorstellen, in den kommenden Jahren den Schritt in die Saarlandliga zu gehen.
Im Training orientiert sich Thum an Trainingstipps des Deutschen Handballbunds (DHB). Dabei gehe es um Trainingseinheiten im Freien mit Übungen, die handballspezifische Bewegungen fördern. Sollte es wieder Hallentraining geben, werde man auch künftig mit den Fußballern aus Erbach eine Kooperation fortführen.
„Wir haben uns vor einiger Zeit vor dem Training mit Maske und Abstand getroffen und sind dann mit 40 Leuten zum Testen in eine Apotheke gefahren. Nach dem Testen haben wir uns erst begrüßt und gingen dann zum Training, als wir wussten, dass wir negativ sind“, erklärt Thum. Dennoch sei dies ein enormer Aufwand für eineinhalb Stunden Training, denn die Spieler seien bis zu vier Stunden für eine Übungseinheit unterwegs gewesen.
Jugendtraining beim TVK
Nicht anders sieht es bei den Handballern des TV Kusel aus. „Wir machen zurzeit gar nichts“, fasst Wolfgang Serbiné, Vorsitzender des Klubs, zusammen. Gar nichts, das galt bislang für die Aktiven im Damen- und Herrenbereich. Mittlerweile ist nach dem zweiten rheinland-pfälzischen Lockerungsschritt kontaktloser Gruppensport außen unter Aufsicht einer Trainerin oder eines Trainers mit maximal fünf Personen wieder erlaubt – wenn die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 liegt.
Gemeinsames Training mit Kindern war im Freien bereits zuvor unter Auflagen und Personenbeschränkungen möglich. „Wir trainieren im Freien vor dem Gymnasium, das ist derzeit erlaubt. Wir sind froh, dass wir überhaupt irgendetwas anbieten können. Es gab bislang kein Training für Erwachsene, auch nicht im Freien. Aber ich bin optimistisch, dass es bald Lockerungen gibt“, fügt Serbiné an.
Für sein Damenteam in der A-Klasse und die Herrenmannschaft in der B-Klasse sieht er keine personellen Probleme mit Blick in die Zukunft. „Bei den Damen hat sich eine Spielerin abgemeldet, dafür würde bei den Herren mal gerne ein neuer Spieler im Training vorbeischauen“, sagt Serbiné, der an einen „fast“ regulären Beginn der Handballsaison 2021/2022 glaubt.