Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Lesen gegen Langeweile: Buchhändlerinnen und Bibliothekarin geben Tipps

Buchhändlerin Beate Meyer aus Lauterecken empfiehlt für Jugendliche Bücher aus den Reihen „Die Zeitdetektive“ und „Gregs Tagebuc
Buchhändlerin Beate Meyer aus Lauterecken empfiehlt für Jugendliche Bücher aus den Reihen »Die Zeitdetektive« und »Gregs Tagebuch«.

Schulen und Kitas sind geschlossen. Wer nicht raus muss, sollte zu Hause bleiben, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Doch wie die freie Zeit sinnvoll nutzen? Gerade Lesen bietet sich an, denn es entführt in fremde Welten, eröffnet neue Horizonte und kreiert Gesprächsstoff.

Einige Buchhändler in der Region haben ihre Läden noch geöffnet, weil beispielsweise Paketdienste angegliedert sind, wie etwa bei der Buchhandlung Schneider in Kusel, die jedoch ihre Öffnungszeiten reduziert hat. Manche Buchläden sind zusätzlich über Online-Shops zu erreichen.

Die Buchhandlung Wolf in Kusel musste vergangene Woche ihre Pforten für den Publikumsverkehr schließen, ist aber trotzdem für Kunden weiterhin erreichbar, wie Inhaberin Stephanie von Mosig berichtet. Montags bis samstags ist sie zwischen zehn und 13 Uhr telefonisch erreichbar, gibt Tipps und Empfehlungen. Gerade ältere Menschen ließen sich Bücher zuschicken, berichtet sie.

Auch ist die Buchhandlung per E-Mail erreichbar und verfüge über einen Online-Shop. Das komplette Serviceangebot werde auch bereits sehr gut genutzt, berichtet die Buchhändlerin. Und: In den Tagen vor der Schließung sei mehr los gewesen als üblich, besonders viele Menschen hätten sich mit Kinderbüchern eingedeckt.

Selbstbedienung

Buchhändlerin Beate Meyer aus Lauterecken kann ihr Geschäft normal öffnen, weil auch Schreibwaren angeboten werden sowie eine UPS-Paket-Annahmestelle angegliedert ist. Die Belieferung mit Büchern laufe aktuell uneingeschränkt weiter, erklärt sie. So seien Verkauf und Bestellung weiterhin möglich. Neu ist jedoch die Selbstbedienung, denn Meyer geht nicht mehr mit in den hinteren Ladenbereich und berät nur auf Nachfrage.

„Die Leute haben ein bisschen was zu Lernen für Kinder bestellt“, berichtet sie. Doch der ganz große Zulauf bei Bekanntwerden der Kita- und Schulschließungen sei ausgeblieben. „Die Kinder haben Hausaufgaben“, meint sie, und die Menschen müssten sich zunächst mit ihrem geänderten Alltag auseinandersetzen.

Belieferung gewährleistet

Kleeblatt Buch und Natur Waldmohr hat ebenfalls noch normal geöffnet, weil es sich in erster Linie um einen Bioladen mit angegliederter Buchhandlung handelt. Wie Inhaberin Petra Gravius-Hahnenwald berichtet, laufen auch hier die Bestellungen reibungslos, darunter Lektüren, die Schüler während der schulfreien Zeit lesen. „Die Belieferung ist gewährleistet, obwohl viele Buchhandlungen geschlossen haben“, betont sie. Auch der Online-Shop werde bisher nicht verstärkt genutzt, aber „abwarten, wie es sich entwickelt“.

Onleihe bei der Bibliothek

Die Kreis- und Stadtbücherei Kusel musste schließen. Bereits registrierte Leser können auf die Onleihe zugreifen, bei der E-Books von zu Hause aus ausgeliehen werden können. Telefonisch (06381 92580) und per E-Mail ist die Bücherei auch weiterhin erreichbar.

Ein wenig ärgert sich Leiterin Claudia Schramm, dass die Verlage ihre Neuerscheinungen den Büchereien nicht zum Verkauf anbieten und sie daher das Sortiment nicht weiter aufstocken kann. „Windowing“ nennt sich das Verfahren, demnach einige Titel erst nach einer Sperrfrist für die Lizenzierung durch Bibliotheken zur Verfügung gestellt werden. Daher dauere es manchmal bis zu einem Jahr, bis Neuerscheinungen verfügbar sein.

Nun hofft Schramm auf ein Einsehen der Verlage, dieses Verfahren aufzuheben und Lesern in der aktuellen Situation auch das Ausleihen von Neuerscheinungen zu ermöglichen. Doch auch falls das nicht funktionieren sollte, sei die Onleihe Kusel gut aufgestellt. „Wir haben über 105.000 Medien, da werden die Leute schon was finden“, berichtet Schramm. Wer noch kein Leser ist, sich aber für die Onleihe interessiere, kann – wenn auch etwas umständlicher als gewöhnlich – noch einen Zugang bekommen. „Über den guten alten Postweg“ würden Unterlagen verschickt, die Jahresgebühr bei der Kreisverwaltung gezahlt und schon könne es losgehen.

Zur Sache: Empfehlungen für Kinder

Stephanie Mosig von der Kuseler Buchhandlung Wolf empfiehlt für Jungen in der zweiten Klasse die witzigen Abenteuer in „Ich und meine Chaosbrüder“ (Sarah Welk), für Mädchen die Erlebnisse der mutigen Waldelfe „Rubinia Wunderherz“ (Karen Christine Angermayer). Kinder ab zehn Jahren könnten „Ein Mädchen namens Willow“ (Sabine Bohlmann) kennenlernen und in eine magische Hexenwelt mitten in der Natur eintauchen. Fantastisch und spannend seien die Reihe „Rulantica“ (Michaela Hanauer) über ein Meermädchen und seinen Zwillingsbruder sowie Andreas Schlüters „Survival“-Reihe, bei der Kinder im Dschungel allein auf sich gestellt sind.

Reihen beliebt

Beschäftigungsbücher für die Kleineren sowie Bastelmaterialien stünden zurzeit hoch im Kurs, hat Beate Meyer in Lauterecken beobachtet. Besonders beliebt seien die Reihen „Die Schule der magischen Tiere“, „Zeitdetektive“, Gregs Tagebücher sowie „Das magische Baumhaus“. Speziell für Mädchen seien „Die drei !!!“ sowie die seit jeher beliebten Pferdebücher zu empfehlen. Gerade für Leseanfänger würden altersentsprechende Sachbücher aktuell nachgefragt.

Umweltkrimis auch vorlesen

Petra Gravius-Hahnenwald aus Waldmohr empfiehlt für Leser im Grundschulalter „Lilly und Flosse“ von Cornelia Funke, um mit den Nixen in andere Welten abzutauchen. Ältere könnten zum Beispiel „Das Geheimnis des Kartenmachers“ von Rainer M. Schröder lesen, das im 15. Jahrhundert spielt, spannend und gut geschrieben sei und sogar nützliches Wissen enthielte.

Allgemein seien Rätselbücher empfehlenswert, mit denen sich Kinder selbst beschäftigen können. Um das Umweltbewusstsein zu stärken – ein großes Anlieger der Inhaberin –, empfiehlt sie Umweltkrimis wie „Anschlag auf die Baumriesen“ und „Im Netz der Tierschmuggler“, die sich je nach Lesestärke ab der dritten oder vierten Klasse zum Selbstlesen aber in jedem Fall auch zum Vorlesen eigneten.

Dauerrenner

Für Mädchen zwischen sieben und acht Jahren empfiehlt Claudia Schramm von der Stadt- und Kreisbücherei „Renner“ wie die „Zauberponys“, die „magischen Häschen“ sowie die „Zauberkatzen“ von Sue Bentley. Bei Jungen seien „Die drei ??? Kids“ der Dauerrenner, mit „denen man nichts falsch machen kann“. Auch Gregs Tagebücher für ältere Jungen oder „Mein Lotta-Leben“ für Mädels seien empfehlenswert. Kleinere Mädchen schätzen die „Mia & me“-Reihe, Jungen „Der kleine Major Tom“.

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