Lauterecken
Lauterecker Veldenz-Gymnasium räumt bei „Jugend forscht“ Preise ab
So manch ein Kinder- oder Lehrerbrustkorb schwoll am Mittwochnachmittag vor Stolz an, als die Jungforscher vom Lauterecker Veldenz-Gymnasium ihre Projekte vorstellten. Mit sechs Experimenten war die elfköpfige Forscher-Arbeitsgemeinschaft des Gymnasiums beim Regionalwettbewerb angetreten. Gleich mehrfach stiegen sie aufs Siegertreppchen: in den Kategorien Physik, Chemie und Biologie.
Elias Ropers ist zwölf Jahre alt und kann sich eine berufliche Zukunft als Naturwissenschaftler vorstellen. Er und sein Forschungspartner Luca Leonhard forschten auf dem Gebiet der alternativen Dämmstoffe. „Unser Ziel war es, einen Dämmstoff zu entwickeln, der nicht chemisch belastet ist. Durch Internetrecherche sind wir auf Pilze gestoßen, die wir als Material verwenden. Das Rezept haben wir aber einige Male verändert und viel ausprobiert“, erklärte Elias. Mit ihrem Dämmstoff erkämpften sich die beiden Forscherkollegen den zweiten Platz im Bereich Biologie und erhielten zudem eine Auszeichnung für Naturschutz.
Erschreckendes Ergebnis
In einem weiteren Projekt sammelten die beiden Schüler Hygieneproben von alltäglichen Gegenständen in ihrer Schule. Das Ergebnis sei erschreckend, kritisieren sie. Sie stellten unter anderem bis zu 320 Bakterienkulturen auf dem Drücker einer Wasserspülung auf ihrer Schultoilette fest. Die Empfehlung der Jungforscher: „Nicht nur in Zeiten des Corona-Virus unbedingt Hände waschen!“
Rund 50 Versuche haben Anna Maria Christmann, Lara-Joy Merker und Emma Bazzato hinter sich, um eine kompostierbare Plastikfolie aus Naturstoffen herzustellen. „Erst bei unserem 13. Test waren wir richtig zufrieden“, erinnerte sich Anna Maria. Auf das Rezept seien sie durch eine Internet-Recherche aufmerksam geworden, aber mit dem Resultat ihrer ersten Experimente nicht glücklich gewesen, sagt Lara-Joy. „Unsere Zutaten waren meist dieselben, nur mit der Menge haben wir viel experimentiert.“ Mit dem ersten Preis in der Kategorie Chemie sei nun aber lange noch nicht Schluss, teilten die drei Schülerinnen mit: „Wir haben noch viel vor!“ Ihre Gruppe habe nun den Landeswettbewerb im Mai in Ingelheim vor Augen.
Zum Landeswettbewerb geht es auch für Rico Tillner, der mit seiner Forschungsarbeit, welcher Handschuh im Winter am besten warmhält, den ersten Preis in der Kategorie Physik abräumte.
Schmackhaftes Ergebnis
Eine Teilnahmeurkunde haben Lea Marie Gräfenstein und Lena Marie Zinßmeister erhalten. Die zehn und elf Jahre alten Schülerinnen schreiben Umweltbewusstsein groß und wollten außerdem etwas für ihre Klassenkameraden tun. „Wir haben zwei Mitschüler, die Diabetes haben. Darum haben wir erforscht, wie aus einfachen Dingen und ohne viel Plastik Gummibärchen gemacht werden können“, erklärte Gräfenstein. Das Ergebnis kann sich nicht nur sehen, sondern auch schmecken lassen. Einen Teilnahmepreis erhielten außerdem Tim Reidenbach, Aaron Mang und Julian Schwed für ihre Forschung, durch weniger Müll das Umweltbewusstsein zu stärken.
Das Veldenz-Gymnasium Lauterecken nahm bereits das zwölfte Mal in Folge an dem Regionalwettbewerb teil – und immer mit Erfolg. „Für unsere kleine Schule ist das toll“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Marion Roth-Bauer. Sie lobte Lehrerin Lisa Gehm sowie den 15-jährigen Max Baumbauer. Beide standen den Nachwuchstalenten mit Rat und Tat zur Seite. Doch auch Roth-Bauer bekam beim Regionalwettbewerb eine Auszeichnung für engagierte Talentförderung.