Landgeschichten Landrat Otto Rubly: „Haben kaum eine Chance, mit Nichtwählern ins Gespräch zu kommen“

Landrat Otto Rubly wird nach der Wahl viel Zeit am Handy verbringen.
Landrat Otto Rubly wird nach der Wahl viel Zeit am Handy verbringen.

„Also ich gehe ganz klassisch am Sonntag ins Wahllokal. Wie schon seit Jahrzehnten auch dieses Jahr wieder in Sand“, sagt Landrat Otto Rubly. Er nehme sich die Zeit, alle Möglichkeiten einer Kommunalwahl zu nutzen, also seine Stimmen aufzuteilen. „Da brauche ich bestimmt eine halbe Stunde“, schätzt Rubly „– und ich weiß schon, wen ich wähle.“ So wie er machen es immer mehr Wähler, habe man in der Kreisverwaltung festgestellt. „Es werden mittlerweile viel öfter gezielt Menschen gewählt oder durchgestrichen als das früher der Fall war“, berichtet der Landrat. Der Anteil derer, die sich rein für eine Liste entscheiden, schrumpfe.

Wohl auch weil das Wählen so länger dauert, erfreue sich die Briefwahl großer Beliebtheit. „Ich schätze, dass wir über 50 Prozent Briefwähler haben werden.“ Perspektivisch sei zu überlegen, ob nicht generell die Stimmzettel zu jedem nach Hause geschickt werden sollten. Denn es werde immer schwieriger, Menschen für Dienste in den Wahllokalen vor Ort zu finden: „Die Leute muss man erst mal haben.“

„Wir versuchen, Interesse an der Wahl zu schaffen“

Was die Wahlbeteiligung angeht, will sich Rubly nicht vorab festlegen: „Die Menschen, mit denen ich täglich zu tun habe, die gehen alle wählen. Da ist die Wahlbeteiligung hoch. Gleichzeitig erreichen wir die Menschen nicht, die überhaupt nichts mit Politik zu tun haben und die nicht wählen gehen.“ Selbst im Wahlkampf habe man kaum eine Chance, mit Nichtwählern ins Gespräch zu kommen: „Trotzdem müssen und wollen wir versuchen, Interesse an der Wahl zu schaffen.“

Nachdem er gewählt hat, will Rubly sich am Sonntag auf den Weg in verschiedene Wahllokale im Landkreis machen – nicht um zu kontrollieren, aber durchaus um nachzufragen, wie es läuft. Und nach der Auszählung? „Da werden die Karten neu gemischt“, plaudert Rubly ein bisschen aus dem Nähkästchen. Sein Terminkalender sei kommende Woche gewollt leer: „Da werden etliche Gespräche anstehen, unter anderem mit allen Parteien, die in den Kreistag einziehen.“

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