Kirrweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Lager und Arbeit an einem Ort – Steinmetz Höhn vor dem Umzug

Die gelbe Mütze ist sein Markenzeichen: Alexander Höhn.
Die gelbe Mütze ist sein Markenzeichen: Alexander Höhn.

„Die ersten Jahre waren hart“, sagt Alexander Höhn. Er musste sich durchbeißen als Selbstständiger. Mittlerweile kann es sich der Steinmetz und Bildhauer nicht mehr anders vorstellen. Der Betrieb läuft. Eine Vergrößerung steht an.

Es ist kalt an diesem Morgen. Nebel und um die Null Grad. Alexander Höhn steht im Hof seines Betriebs in der Kirrweiler Hauptstraße. Überall liegen unbearbeitete Sandsteinblöcke herum. Auf dem Drehtisch einer überdimensionierten Säge liegt ein tonnenschwerer Brocken. Höhn setzt die Maschine in Gang. Die Säge gleitet durch den Stein wie Butter. Viel Wasser ist mit im Spiel, damit es weniger staubt. Am Ende ist aus dem groben Fels eine glatte Platte geworden. So wie Höhn es haben wollte.

Für die Bearbeitung von Steinen hat er sich schon seit seiner Jugend interessiert. Alexander Höhn erinnert sich an einen Besuch mit seinem Vater bei einem Steinmetz in St. Julian. „Ich war vielleicht 16 Jahre und hatte mich dort ganz interessiert umgeschaut. Da ich etwas Handwerkliches machen wollte, habe ich dann auch bei diesem Steinmetz eine Ausbildung begonnen“, schildert Höhn. 2006 hat seinen Meister gemacht in Kaiserslautern, ein Anwesen im Ort gekauft und renoviert.

Rohmaterial aus dem Steinbruch

Die Felsblöcke bezieht er aus dem wenige Kilometer entfernt gelegenen Steinbruch in Lauterecken-Grumbach. Höhn schneidet sie zu für andere Kollegen, die nicht im Besitz spezieller Maschinen sind. Aber diese Arbeit hat sich erst im Laufe der Jahre entwickelt. „Am Anfang hatte ich kleine Figuren gemacht, ich hatte ja nur ein bisschen Werkzeug“, beschreibt er seinen Einstieg in die Selbstständigkeit. Das war im Jahr 2010. Die Figuren stehen heute in einem Ausstellungsraum.

In den ersten Jahren ist er mit seinen aus Sandstein gefertigten Eulen, Pilzen, Vögeln und Reptilien von Markt zu Markt gefahren. Das sei aber nicht zukunftsträchtig gewesen, meint Höhn. Dann habe er Baustellenaufträge angenommen, Abdeckplatten auf Sandsteinmauern gesetzt, Treppen gebaut und Gewände gefertigt. Sein Arbeitsalltag wandelte sich im Laufe der Zeit. Die kleinteilige bildhauerische Arbeit geriet mit der Zeit etwas in den Hintergrund. Die Bearbeitung des felsigen Rohmaterials mit Kreis- und Gattersäge zu Platten, Treppenstufen und Gewänden für den Hausbau gewann immer mehr an Bedeutung.

Viele Aufträge, zu wenig Platz

Die Auftragslage ist gut. Eine Steinmetzin hat er halbtags eingestellt, ein Bürger aus Kirrweiler hilft auf 450-Eurobasis aus. Und weil das Geschäft läuft, hat Höhn auch ein Platzproblem. An mehreren Stellen im Ort lagern inzwischen Felsblöcke, die er noch bearbeiten muss. „Im Dorf ist es viel zu eng, das geht so nicht weiter“, sagt der 36-Jährige. Außerdem ist die Arbeit hart, immer ist er dem Wetter ausgesetzt, Sommer wie Winter, das geht in die Knochen. Das ist besonders an diesem Morgen zu spüren, an dem der Nebel langsam aber kontinuierlich durch die Kleidung zieht. Deshalb will Höhn neu bauen, und zwar am Rande der Gemeinde Richtung Osten. Dort hat er schon ein drei Hektar großes Gelände gekauft, auf dem er auch all seine rohen, unbearbeiteten Sandsteinblöcke lagern will. „Ich brauche große Flächen als Lager“, betont er. Konzentration an einem Ort, heißt die Devise: Lager und Arbeitsplatz an einem Ort. Daher sieht sein Plan auch den Bau einer Halle vor. 24 mal 42 Meter groß wird sie werden. Ein hohes Maß an Eigenleistung wolle und müsse er einbringen, um die Halle aufzustellen, sagt er.

Wie mit angezogener Handbremse

Auch aus Lärmschutzgründen sei es besser, die Ortsmitte zu verlassen. Um die Anwohner nicht zu stören, „lasse ich mittags und abends keine Säge laufen. Es ist halt ein bisschen so, als ob man mit angezogener Handbremse fährt“, beschreibt Höhn die derzeitige Situation. Am neuen Standort dürfen seine Maschinen aber auch bestimmte Schallwerte nicht überschreiten. Damit alles seine Ordnung hat, muss der Steinmetz ein Lärmschutzgutachten erstellen lassen. Ein Ingenieur des TÜV sei schon dagewesen. 4000 Euro kostet Höhn das Papier. Aber ohne gehe es nicht.

Gemeinderat und Verwaltung seien dabei, Bebauungs- und Flächennutzungsplan für dieses „Gewerbegebiet Kirrweiler“ bestandsfest zu machen, erklärt er. Er hofft, dass die Pläne noch in diesem Jahr rechtskräftig werden, damit er im kommenden Jahr anfangen kann zu bauen. „Es ist auf einem guten Weg“, sagt er auf der vom Nebel verhüllten Wiese, auf der im nächsten Jahr sein neuer Arbeitsplatz entstehen soll. Das alles kostet viel Geld. Wieviel er investiert, will er nicht verraten. Es sei eben so, meint Höhn: „Wenn ich bis zur Rente diese Arbeit machen will, dann muss ich jetzt investieren.“

Beim Zuschneiden eines Sandsteinblocks
Beim Zuschneiden eines Sandsteinblocks
Am Lagerplatz für das Rohmaterial.
Am Lagerplatz für das Rohmaterial.
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