Wolfstein / Hefersweiler RHEINPFALZ Plus Artikel L384: Ab Freitag freie Fahrt auf grundsanierter Straße zwischen Lautertal und Alter Welt

Solche Bilder gehören der Vergangenheit an: Im März noch waren an der Steigung hinterm Wolfsteiner Wäldchen schwere Erdbewegunge
Solche Bilder gehören der Vergangenheit an: Im März noch waren an der Steigung hinterm Wolfsteiner Wäldchen schwere Erdbewegungen im Gange.

Es hat sich gezogen wie Gummi – von wegen fertig noch Ende 2024. Jetzt aber ist die L384 von Wolfstein nach Hefersweiler wie neu. Neun Kilometer haben viel Geld verschlungen.

Ein gutes Jahr lang haben sich Verkehrsteilnehmer andere Wege über den Bergland-Rücken hinweg suchen müssen. Jetzt ist der kürzeste Weg zwischen Lautertal bei Wolfstein und Odenbachtal wieder frei. Ab Freitag, 23. Mai, rollt wieder der Verkehr auf der L384. Ein gutes Jahr lang hat’s gedauert, die neun Kilometer lange Strecke von Grund auf zu erneuern. Ein kostspieliger Spaß.

Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Kaiserslautern teilte jetzt mit, dass im Laufe des Freitagnachmittags die Freigabe erfolgen soll. Die Bahn-Tochter DB Regio Bus Mitte hat gleich nachgezogen und angekündigt, dass damit auch ab Montag, 26. Mai, die Schul- und Linienbusse wieder den gewohnten, kürzeren Weg einschlagen können. „Die von der Vollsperrung gegebenenfalls entstandenen Verzögerungen im Betriebsablauf sind damit wieder hinfällig“, heißt es. Besagte Störungen im Betriebsablauf waren, wie Betroffene wissen, erheblich.

Auch neben der Straße noch einiges erledigt

Abgeschlossen sind nun die umfassenden Sanierungsarbeiten zwischen dem Stadtausgang Wolfstein-Roßbach und der Abzweigung der L384 nach Einöllen. Der Rest war zuvor schon fertiggestellt. Das letzte Teilstück aber hat noch einmal besondere Aufmerksamkeit erfordert. „Wenn wir schon mal dran sind ...“, hatte Volker Priebe, stellvertretender Leiter des LBM, erklärt, dass die günstige Gelegenheit für weitere Maßnahmen genutzt worden sei. Etwa dafür, den Hang entlang der Straße am Wolfsteiner Wäldchen zu sichern. Während der witterungsbedingten Baustellenruhe nach dem Jahreswechsel hat laut LBM ein darauf spezialisiertes Unternehmen neue Geröllfangzäune angebracht.

Ausgedient: Spätestens am Freitag sollen die Sperrschilder verschwinden.
Ausgedient: Spätestens am Freitag sollen die Sperrschilder verschwinden.

Erledigt wurde das Großvorhaben in drei Teilabschnitten. Der erste war im vergangenen Juni richtig angepackt worden. Damals hatte noch Optimismus geherrscht, die Sanierung könne womöglich noch bis Jahresende abgeschlossen werden. Davon aber waren die Verantwortlichen im Frühherbst abgerückt.

Es war auch einiges zu tun: Über eine Gesamtdistanz von neun Kilometern hinweg musste der alte Fahrbahnbelag durchgefräst werden. Der LBM hatte eine Vorgehensweise bevorzugt, die finanzielle und logistische Vorteile hatte: Das alte, mit Teer belastete Material musste nicht weggekarrt und auf Deponien gebracht oder mit speziellen Verfahren behandelt werden, was angesichts des Gefährdungspotenzials ein teurer Spaß ist.

Belastetes Material unschädlich gemacht

Vielmehr hat die Firma Juchem aus Niederwörresbach, die als Generalunternehmer verantwortlich zeichnete, all das wiederverwendet, was bislang die Straße stützte. Der Teer wurde mit Zement behandelt, das belastete Material damit umweltverträglich umhüllt und unschädlich gemacht. Die giftigen Körnchen können die nächsten Jahrzehnte unter der neuen Fahrbahndecke schlummern.

Eine neue Deck- und eine neue Tragschicht sind aufgetragen worden, auch wurden die Schutzplanken entlang der gesamten Strecke erneuert. Was weniger gut zu erkennen ist: Auch an den Entwässerungseinrichtungen wurde so einiges getan. All das trage dazu bei, „eine langfristige Nutzung der L384 zu gewährleisten und die Fahrqualität zu verbessern“, so der Landesbetrieb Mobilität.

x