Kusel
Kuseler Walter Gelbert veröffentlicht neue Fotos vom Dachboden
Die historischen Fotografien von Otto Götz aus Kusel hatten schon in den vergangenen Jahren für großes Interesse gesorgt. Eigentümer Walter Gelbert hatte Ende 2021 eine Ausstellung im Heimatmuseum initiiert, zudem ein Jahr später einen Bildband zusammengestellt. In diesen Tagen ist der zweite Teil des sogenannten Dachbodenfunds erschienen.Unter dem Titel „Weitere Fotografien des Otto Götz, Kusel – Der Dachbodenfund, zweiter Teil“ hat Gelbert erneut rund 170 Bilder im Selbstverlag zum Druck gebracht.
Doch nicht nur das: Er hat in mühevoller Recherche auch die Fotografien überwiegend aus der Zeit um die Jahrhundertwende bis etwa 1920 zugeordnet, berühmte und weniger bekannte Orte teilweise auch mit Hilfe von Google identifiziert. An einigen Stellen hat er zudem aktuelle Bilder den historischen gegenübergestellt.
Herausgeber ruft zur Mithilfe auf
Auf gut 100 Seiten können Leser in vergangene Zeiten eintauchen. Im zweiten Band hat Gelbert vor allem Reisefotos aus der Region dokumentiert, aber auch Aufnahmen aus dem Ausland, etwa Belgien, die Schweiz und Italien bis nach Sizilien. Auch Bilder aus Kusel sind wieder dabei sowie Porträts, Autos und Fotos von Tänzerinnen aus den 1920er Jahren.
Der Kuseler Otto Götz (1877-1967), Rechtsanwalt und Justizrat, „war ein Technik-Freak“, weiß Gelbert. Er habe auch zahlreiche Fotos seiner Autos gemacht. Und dann gibt es auch noch zwei Rätsel im neuen Band: Trotz intensiver Recherche habe er ein Haus sowie eine abgebildete Villa nicht zuordnen können, bedauert Gelbert und hofft dabei auf die Hilfe von Lesern.
„Alle Aufnahmen stammen aus einem Zufallsfund vom Dachboden“, berichtet Gelbert. Vor fast 20 Jahren hatte ein ihm bekannter Handwerker bei Dacharbeiten des neuen Besitzers der „Villa Götz“ in der Fritz-Wunderlich-Straße auf dem Speicher zahlreiche Schachteln mit Foto-Glasplatten entdeckt und diese vor der Müllabfuhr bewahrt. Laut Gelbert handelte es sich um rund 700 Negative. Die Negative habe er zunächst gesäubert und dann abfotografiert, so Gelbert. Am Computer habe aus jeder einzelnen Aufnahme ein Positiv-Bild erstellt und teilweise Kratzer entfernt.
Lesezeichen
Der erste Band ist jetzt nach einer Neuauflage ebenfalls wieder erschienen. Die Bücher sind im Stadt- und Heimatmuseum Kusel sowie in der Buchhandlung Wolf und im Schreibwarengeschäft Schneider für je 25 Euro erhältlich.