Fragen und Antworten RHEINPFALZ Plus Artikel Kuseler Herbstmesse: Was Besucher wissen sollten

Der Sportler-Frühschoppen am Messesonntag hat sich mittlerweile zur festen Größe im Messe-Programm entwickelt. Fußballer, Handba
Der Sportler-Frühschoppen am Messesonntag hat sich mittlerweile zur festen Größe im Messe-Programm entwickelt. Fußballer, Handballer und Tanzgruppen halten im Festzelt jeweils die Vereinsfarben hoch.

Die Jubiläums-Messe steht in den Startlöchern. Bereits kommende Woche wird in der Kreisstadt 100 Jahre Herbstmesse gefeiert. Wie viel kostet der Schoppen Bier? Und welche Neuheiten gibt es? Ein Überblick darüber, was Besucher wissen sollten.

Dieser Tage tut sich einiges auf der Marktwiese. Es sind die Vorboten vom größten Fest in der Westpfalz, das alljährlich am ersten September-Wochenende in Kusel begangen wird. Ab Freitag, 30. August, wird das Städtchen fünf Tage lang in den Ausnahmezustand versetzt: Marktwiese, Trierer Straße und Kochscher Markt verwandeln sich in eine Festmeile, in die viele, viele Besucher strömen.

Das alles zu koordinieren, ist keine leichte Aufgabe. „Ich hätte lieber mit dem Adventsmarkt angefangen“, bekennt Kusels Marktmeister Robert Selesi lächelnd. Er ist seit knapp sechs Wochen im Amt, kann auf einige Vorbereitungen rund um das Volksfest seitens seiner Vorgänger zurückgreifen. Dennoch: In der Detailarbeit ist nun vor allem er gefragt. Viele Schausteller habe er bereits angerufen, die ihm wiederum versichert hätten, er solle sich keine Gedanken machen, sie wüssten bestens über den Ablauf Bescheid. Schließlich reisen viele von ihnen seit Jahrzehnten in die Kreisstadt, sind inzwischen fester Bestandteil der Kuseler Messe, die vor 100 Jahren zum ersten Mal gefeiert wurde.

Die wohl wichtigste Frage für routinierte Messebesucher vorweg: Wie viel wird der Schoppen Bier kosten?
4,50 Euro zahlen Besucher für einen 0,4-Liter-Krug Bier im Festzelt, das auch in diesem Jahr wieder von der Firma Reichelt betrieben wird. Das sind 30 Cent mehr als im vergangenen Jahr. Damals änderte sich im Vergleich zum Vorjahr nichts an dem Preis. Bierbons gibt es bereits seit Anfang August in der Buchhandlung Schneider.

Wie sieht das Programm aus?
Eröffnet wird die Kuseler Messe traditionsgemäß am Messefreitag, 30. August, um 20.30 Uhr mit dem Fassbieranstich im Messezelt. Die neue Kuseline Mariana Varejão Pinheiro wird in ihr Amt eingeführt, danach spielt die Band Grumis. Der große Festumzug beginnt am Samstag um 15 Uhr, danach spielt der Musikverein Konken im Zelt. Ab 20 Uhr übernimmt die Band Frankenbengel.

Der ökumenische Gottesdienst in Pfälzisch beginnt am verkaufsoffenen Sonntag um 10 Uhr auf dem Kochsche Markt. Der Marsch mit dem Fanfarenzug vom Kochschen Gelände ins Zelt ist für 11 Uhr geplant. Dort findet ab 11.30 Uhr auch wieder der Sportler-Frühschoppen statt. Zunächst sorgt der Musikverein Konken für Musik, anschließend übernehmen Secki’s Schlossmusikanten aus Lauterecken und die Band Bayernmafia.

Beim traditionellen Frühschoppen am Montag stehen die Vagabunden ab 11 Uhr auf der Bühne, ab 18 Uhr die Partyräuber. Am Familientag am Dienstag gibt es ab 14.30 Uhr ein buntes Programm. Wie es bereits seit vielen Jahren gang und gäbe ist, werden dann unter anderem die ältesten Messebesucher geehrt und die kreativsten Umzugsnummern prämiert. Davor und danach spielt Hoselatz. Das Feuerwerk, das die Herbstmesse beschließt, ist für 21.30 Uhr geplant.

Welche Neuerungen gibt es?
Regelmäßigen Messebesuchern dürfte im Programm etwas aufgefallen sein: Die Band Members, die sonst an drei Tagen für Musik im Festzelt sorgte, spielt in diesem Jahr nicht im Messezelt. Wie Marktmeister Selesi berichtet, habe die Zeltbetreiberin einen Wechsel reinbringen wollen und dafür auch investiert. Dass es sich bei den Bands, die nun an der Herbstmesse im Festzelt spielen werden, um Topbands handele, die bereits auf namhaften Bühnen wie dem Oktoberfest oder dem Canstatter Wasen standen, habe sie versichert.

Die Members sind hingegen an anderer Stelle auf dem Messegelände zu finden: Sie spielen am Sonntag ab 16 Uhr sowie am Montag ab 11 Uhr im Messehof, der in diesem Jahr laut Selesi größer sein wird als in den Vorjahren.

Als Wechselgeschäft wird auf dem Platz vor dem Kuselbach ein Riesenrad gastieren. Anstelle des Verkehrsgartens gibt’s in diesem Jahr ein Kettenkarussell für Kinder. Die Berg- und Talbahn Tarantella, die im Vorjahr den Musik-Express abgelöst hat, wird erneut anrücken. Der Rest auf dem Messeplatz bleibt in altbekannter Stammbesetzung mit Auto-Scooter, Breakdancer, Almhütte und Co.

Eine weitere Neuerung hat auf Besucher nur wenig Auswirkung, wohl aber auf die Schausteller in der Budengasse sowie die Messe-Verantwortlichen selbst: So hat die Stadtspitze ein Vermessungsbüro engagiert, das die Stellplätze der Schausteller ausmessen und einzeichnen soll. Schließlich sei das Platzieren der vielen Stände und Wagen in der Trierer Straße eine Zentimeterarbeit. „Das muss alles passen“, erklärt Selesi. Und zwar von Anfang an, andernfalls stünden die letzten Schausteller oben in der B420, wenn den unteren zu viel Platz eingeräumt werde. Auf die Daten, die nun erhoben werden, könne man dann in den Folgejahren zurückgreifen.

Bis wann können sich Gruppen für den Messeumzug anmelden? Und was gilt es für Teilnehmer zu beachten?
Noch bis kommenden Freitag, 23. August, haben Vereine, Kindergärten, Schulen, gemeinnützige Organisationen und weitere Gruppen die Möglichkeit, sich für den Messeumzug am Samstag, 31. August, anzumelden. Ab dann beginnt für den Marktmeister die Planung rund um die Aufstellung der Teilnehmer. Das Anmeldeformular ist auf der Internetseite kuseler-messe.de zu finden.

41 Zugnummern sind bislang zugesagt, berichtet Selesi, der hofft, dass sich noch weitere melden. „Vor allem musikalische Darbietungen wären super.“ Der Ablauf beim Umzug bleibt wie gehabt: Los geht’s um 15 Uhr, die Ausleitung erfolgt wie bereits in den Vorjahren über die B420. „Wichtig ist, dass nur nach rechts Richtung Innenstadt ausgeleitet wird“, erklärt Selesi. Gruppen und Wagen müssten die Trierer Straße denn auch zügig verlassen, „sonst entsteht ein riesen Chaos auf der Straße“.

Gibt es wieder einen Infostand?
Einen Infostand mit Fundbüro und Messe-Merchandise wie T-Shirts oder Armbänder wird es in diesem Jahr nicht geben. Das sei aus Zeitgründen nicht machbar gewesen, erklärt Selesi, der auf den geringen Zeitabstand zwischen Wahl und Herbstmesse verweist. Den Infostand der Messeleitung, der bei Fragen oder Problemen angesteuert werden konnte, hatte die frühere Marktmeisterin Andrea Fauß nach der Corona-Pandemie ins Leben gerufen. Dort gab es auch Notfallarmbänder für Kinder, auf denen die Telefonnummer notiert werden konnte. Woran sich hingegen nichts ändert, ist die Einrichtung einer Wickelstation beim DRK in den Tuchfabriken.

Wo kann für den Messebesuch geparkt werden?
Der Geheim-Tipp des Marktmeisters: Hinter dem Horst-Eckel-Haus in der Lehnstraße. Über die Treppe an der Lehnstaffel könnten Innenstadt und Budengasse schnell erreicht werden. Weitere Parkmöglichkeiten wie die Fritz-Wunderlich-Halle, der Parkplatz am großen Kreisel und an der AOK sind auf dem Messe-Flyer zu finden: unter kuseler-messe.de. Selesi weist darauf hin, dass einige Parkplätze wie jene am Park Toucy sowie zwischen Wasgau-Markt und Fritz-Wunderlich-Straße bereits einige Tage vor Messebeginn gesperrt und den Schaustellern zur Verfügung gestellt werden.

Welche Ideen hat der neue Marktmeister für künftige Messen? Was ändert sich mit dem neuen Stadtrat?
Einst war vor längerer Zeit der bunte Abend am Messefreitag etabliert. Dereinst bekannte Größen wie Tony Marshall, Frank Zander und die Jacob Sisters wurden auf die Kuseler Festzeltbühne geholt, die den zahlenden Besuchern ihr Programm darboten. Einen solchen bunten Abend zum Messestart mit einer Art „Stargast“ könne er sich auch für die Zukunft vorstellen, erzählt Marktmeister Selesi, der sich davon eine positive Wirkung vor allem auf die jüngere Generation verspricht.

Wo hingegen schon feststeht, dass sich bald Veränderung abzeichnen wird: an der Internetseite der Herbstmesse. Dort werde sich in nächster Zeit einiges tun, berichtet der Stadt-Beigeordnete im RHEINPFALZ-Gespräch. „Wir wollen generell besser in der Medienpräsenz werden.“ Das gelte ebenso für den Internetauftritt der Stadt an sich. Künftig werde es außerdem einen Arbeitskreis Messe geben, um die anfallenden Aufgaben besser zu koordinieren und auf mehreren Schultern zu verteilen.

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