Lauterecken RHEINPFALZ Plus Artikel Kundenbetrug bei Volksbank Lauterecken: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Das Amtsgericht Kaiserslautern muss nun entscheiden, ob es die Anklage gegen den ehemaligen Mitarbeiter der Volksbank Lauterecke
Das Amtsgericht Kaiserslautern muss nun entscheiden, ob es die Anklage gegen den ehemaligen Mitarbeiter der Volksbank Lauterecken zulässt und ein Hauptverfahren gegen ihn eröffnet.

Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken hat gegen einen früheren Mitarbeiter der Volksbank Lauterecken Anklage erhoben. Sie wirft ihm Urkundenfälschung und Unterschlagung vor.

„Mir fehlt Geld!“ Ein Kunde der Volksbank Lauterecken steht am 19. Februar 2025 am Schalter und reklamiert Fehler auf seinen Kontoauszügen. Zurecht, wie die Bankmitarbeiter nach wenigen Minuten herausfinden. Die Spur des verschwundenen Geldes führt zu einem langjährigen Mitarbeiter, der am nächsten Morgen mit den Vorwürfen konfrontiert wird. Der Mann habe den Sachverhalt eingeräumt und sich entschuldigt, teilten die beiden Bankvorstände Joachim Wagner und Harald Gabriel Anfang März 2025 mit. Ihm sei daraufhin außerordentlich und fristlos gekündigt worden, und es sei Anzeige erstattet worden.

Die Ermittlungen sind mittlerweile abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den früheren Bankmitarbeiter erhoben. Das teilte Iris Weingardt, Leitende Oberstaatsanwältin in Zweibrücken, auf Anfrage der RHEINPFALZ mit. Dem Mann wird vorgeworfen, zwischen Februar 2018 und Ende Januar 2025 in 61 Fällen Urkunden gefälscht zu haben, in 50 Fällen verbunden mit veruntreuenden Unterschlagungen.

Im angegebenen Zeitraum sei der Angeschuldigte bei der Bank angestellt und als Privatkundenberater tätig gewesen. Er habe die Kunden über Anlagemöglichkeiten beraten und sei auch für den Abschluss von Krediten und Darlehen zuständig gewesen. In einer Vielzahl von Fällen habe der Angeschuldigte Auszahlungen von Kundenkonten mit gefälschten Unterschriften vorgenommen und rund 344.000 Euro aus Bargeldbeständen der Bank entnommen. „Die Entnahmen verschleierte er durch Umbuchungen und durch Rückbuchung eines zuvor entnommenen Betrags von rund 76.000 Euro“, so Iris Weingardt. Der Bank sei insgesamt ein Schaden in Höhe von 267.775,70 Euro entstanden. Der geständige Angeschuldigte habe zwischenzeitlich ein notarielles Schuldanerkenntnis zu Gunsten der Bank unterzeichnet.

Konten älterer Kunden missbraucht

Die Mitarbeiter der Volksbank Lauterecken hatten mit „Schockstarre und tiefer Betroffenheit“ auf die mutmaßlichen Verfehlungen des langjährigen Kollegen reagiert, sagten Joachim Wagner und sein Vorstandskollege Harald Gabriel vor einem Jahr nach Aufdeckung der Taten. Keiner habe dem Mann so etwas zugetraut.

Nach den Erkenntnissen der Volksbank Lauterecken hatte der Beschuldigte Bargeld ungerechtfertigt von Kundenkonten abgehoben und dann zum Teil auf seine Girokonten beziehungsweise Girokonten einer nahestehenden Person eingezahlt. Um die Bargeld-Abhebungen zu verschleiern, habe der Mann ohne Auftrag Überweisungen zwischen Kundenkonten vorgenommen und dafür Unterschriften gefälscht. Zwischendurch habe er auch kleinere Summen in bar abgehoben. Sowohl für die Verschleierung der Geldtransfers als auch für die Barabhebungen seien Konten älterer Kunden beziehungsweise „ausgewählter unkritischer Kunden“ missbraucht worden, die kein Online-Banking nutzen. Der beschuldigte Kollege habe über Jahre ein besonderes Verhältnis gerade zu älteren Kunden aufgebaut. „Sie haben ihm blind vertraut, so wie wir auch“, sagte Wagner vor einem Jahr.

Das Amtsgericht Kaiserslautern hat nunmehr über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens zu entscheiden.

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