Schönenberg-Kübelberg
Kritik am geplanten Fachmarktzentrum
Der Beigeordnete Matthias Mohrbacher sieht in dem Fachmarktzentrum, wie es derzeit geplant ist, keine Bereicherung für den Ort. „Wir haben dann einen Rossmann neben einem DM und einen Takko-Markt neben einem KiK. Das ist meines Erachtens keine Aufwertung der Einkaufssituation für Schönenberg-Kübelberg“, sagt Mohrbacher. Und in dem geplanten K+K-Schuhcenter sieht er nicht den „hochgepriesenen Schuhmarkt, den wir bis dato nicht haben“.
Nach Gesprächen mit anderen Kommunalpolitikern in der Gemeinde glaubt Mohrbacher zu wissen, dass eine Mehrheit im Ortsgemeinderat für das Projekt „momentan eher unwahrscheinlich“ sei. Am 7. April befasst sich das Gremium mit dem Thema (ab 19 Uhr in der Aula der Integrierten Gesamtschule).
Zweifel am Investor
Tatsächlich gibt es bei der SPD und der CDU im Gemeinderat Schönenberg-Kübelberg erhebliche Bedenken gegen das Projekt. Timo Kreuscher, Sprecher der SPD-Fraktion, bezweifelt, dass für das geplante Fachmarktzentrum mit der Drogerie Rossmann in der Ortsmitte überhaupt noch ein Bedarf besteht. In der Nachbarschaft gebe es bereits den Drogeriemarkt DM sowie die beiden Vollsortimenter Wasgau und demnächst Edeka.
Vorbehalte äußert Kreuscher auch gegenüber Investor Marcel Budach, mit dem man in der Vergangenheit, als es um den Neubau eines Wasgau-Markts in der Festwiesenstraße ging, eher schlechte Erfahrungen gemacht habe. Statt Wasgau baute dort Edeka. Damals habe der Investor Kredit und Vertrauen verspielt, sagt Kreuscher.
Aufgabe der Gemeinde?
Bestandteil des Fachmarktzentrums soll nach den Plänen von Investor Budach auch ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) sein, das der Schönenberger Arzt Dietmar Kraus auf den Weg bringen will. Es sei Konsens und unstrittig, dass Schönenberg ein solches MVZ benötige, sagt Kreuscher. Aber dass Druck aufgebaut werde auf die Ratsmitglieder, das Fachmarktzentrum zu genehmigen, um das MVZ nicht zu gefährden, stört den SPD-Fraktionssprecher. „Die Gemeinde darf sich nicht erpressbar machen“, sagt er. Das gelte im Übrigen auch für eine andere „Drohkulisse“: Wenn MVZ-Initiator Kraus zur Bedingung mache, dass ihm die Gemeinde vorübergehend einen Platz für Arztpraxis-Container zur Verfügung stellt, müsse er sich fragen lassen, ob das denn Aufgabe der Gemeinde sei.
Wobei es eine eindeutige Beschlussvorlage gebe, sagen übereinstimmend Kreuscher und die CDU-Fraktionsvorsitzende Bernadette Bauer: Auf dem Gelände hinter dem Dorfplatz in Kübelberg darf Kraus seine Container aufstellen, hatte der Haupt-, Bau und Finanzausschuss im Januar entschieden. Das gelte nach wie vor, trotz der Proteste der Anlieger, sagt Kreuscher. „Wenn Dr. Kraus eine Bauvoranfrage stellt, wird sie übermorgen genehmigt“, meint der SPD-Sprecher.
Schon rund 20 Geschäfte
CDU-Sprecherin Bauer stimmt auch in Sachen Fachmarktzentrum weitgehend mit ihrem SPD-Kollegen überein. Sie zählt rund 20 Geschäfte auf, die es jetzt schon in Schönenberg-Kübelberg gibt (darunter Netto, Wasgau, Aldi, Penny, Lidl und bald Edeka) und lässt durchblicken, dass ein weiteres Fachmarktzentrum für Schönenberg-Kübelberg nicht dringend notwendig sei. Wie Kreuscher will sich Bauer von Investor Budach nicht unter Druck setzen lassen. Wenn der Investor den Bau des Fachmarktzentrums zur Bedingung für ein MVZ machen wolle, „dann hat sich Herr Budach verkalkuliert“, sagt sie.