Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Kreisvolkshochschule: Online-Kurse sollen fester Bestandteil des Angebots werden

Alexandra Matern und ein Plakat zum 100. Jubiläum der Volkshochschulen im Jahr 2019: Dass sich die Frage „analog oder digital“ i
Alexandra Matern und ein Plakat zum 100. Jubiläum der Volkshochschulen im Jahr 2019: Dass sich die Frage »analog oder digital« im aktuellen Kontext stellen würde, das war da noch nicht absehbar gewesen.

Die Kreisvolkshochschule Kusel hat die vergangenen Wochen genutzt, um erste Online-Angebote auf den Weg zu bringen. Seit Mittwoch nun sind Präsenzveranstaltungen wieder erlaubt. Das heißt aber nicht, dass alles wieder zurück auf Start gestellt wird: Leiterin Alexandra Matern kündigt an, auch in Zukunft auf digitale Angebote zu setzen.

„Die Ideen für solche Angebote waren ja schon länger da, jetzt haben sich viele rangetraut“, sagt die Leiterin der Kuseler Kreisvolkshochschule (KVHS). Aus der Not eine Tugend machen. So wie die Corona-Krise im gesamten Bildungsbereich Entwicklungen vorangetrieben und beschleunigt habe, erwartet Matern bei den Volkshochschulen nun „viele Mischformate, aber auch ganz neue Konzepte“. In jedem Fall soll an der KVHS auch langfristig online gelehrt werden.

Erste Angebote gibt es bereits, zum Beispiel Gesundheitskurse. So startet am Mittwoch, 20. Mai, autogenes Training: An acht Mittwochabenden werden die Kursteilnehmer die Isomatte für jeweils eine Stunde im heimischen Wohnzimmer ausrollen. Auch Sprachkurse werde es in Zukunft vermehrt digital geben, sagt Matern. „Das wird bei allen Volkshochschulen so sein, dass das Digitale einen Push erhalten hat.“ Sie unterstreicht aber: Das Präsenzangebot werde dadurch nicht verdrängt, sondern ergänzt.

Hygienevorschriften einhalten

Seit Mittwoch dürfen wieder Kurse direkt in der KVHS angeboten werden. „Wir können aber natürlich nicht gleich die Türen wieder aufreißen“, stellt Alexandra Matern klar. Schließlich müssen zunächst auch die Hygienevorgaben umgesetzt werden. Dabei arbeiten die Institutionen im Horst-Eckel-Haus zusammen. Da gilt es laut Matern beispielsweise, Zeiten so zu planen, dass nicht allzu viele Menschen gleichzeitig auf den Fluren in der Kuseler Lehnstraße unterwegs sind. Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt sei man „auf einem guten Weg“, befindet die KVHS-Leiterin. Sie ist zuversichtlich, noch vor den Sommerferien wieder einiges anbieten zu können.

Es hänge aber auch von den Lehrkräften ab, wann und in welchem Umfang die Angebote starten. „Wir haben viele Honorarkräfte, die vom Alter her gefährdet sind“, weiß Matern und stellt die Frage: „Wer will unter den derzeitigen Voraussetzungen Präsenzunterricht anbieten?“ Sie hat bereits zu einigen der Lehrkräfte Kontakt aufgenommen, eine eindeutige Tendenz gibt es nicht: Manche wollen, andere eher noch nicht.

Unterschiedliche Lerntypen

Wenn dann feststeht, welche Honorarkräfte lieber online, welche in der KVHS Kurse anbieten wollen, müsse geklärt werden, welches Angebot in welcher Form umsetzbar ist. Und dann steht laut Alexandra Matern die Antwort auf die nächste entscheidende Frage an: „Wollen die Leute schon wieder in den Unterrichtssaal zurückkehren?“

Ganz abgesehen davon, sei es auch vom Lerntyp abhängig, ob Lernende lieber Online- oder Präsenzkurse belegen. „Es gibt Leute, die sich selbst gut organisieren und motivieren können, andere brauchen den Austausch in der Gruppe.“ Das gelte für Kursteilnehmer genau so wie für die vielen Menschen, die derzeit im Homeoffice arbeiten.

Kursgebühren verringert

Nach und nach sollen jetzt wieder mehr Lernangebote auf der Internetseite der KVHS Kusel veröffentlicht werden, verspricht Matern, deren tägliche Arbeit ihr derzeit den Spagat zwischen Zukunft und Vergangenheit abverlangt. Einerseits muss die Leiterin schon am Kursprogramm 2020/21 feilen – unter recht unsicheren Voraussetzungen –, andererseits die vergangenen Monate aufarbeiten. Da mussten viele Kurse abgebrochen werden, die Kursgebühren für die Teilnehmer wurden dementsprechend verringert.

Dadurch fehlen der KVHS Kusel freilich auch Einnahmen. „Ein Verlust ist da, klar“, sagt Alexandra Matern. Allerdings treffe der Umsatzausfall die Volkshochschulen in verhältnismäßig geringem Maße. Denn die Kursgebühren seien nur eine der Finanzierungssäulen neben Landesmitteln, kommunalen Mitteln sowie diversen Projektmitteln. Zudem seien eben auch geringere Kosten für Honorarkräfte angefallen.

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