Kusel
Kommentar zur Schulpolitik: Auf Experten hören
Es geht um die Kinder. Das hat Landrat Otto Rubly zur Diskussion gesagt, ob die Gemeinsame Orientierungsstufe (GOS) von Siebenpfeiffer-Gymnasium und Realschule plus aufgelöst wird. Daran wird er gemessen.
Wie immer geht es natürlich auch um Geld. Mehr Standorte und mehr Räume sind nicht umsonst zu haben. Und Geld ist ein knappes Gut, in dem am höchsten verschuldeten Landkreis in Rheinland-Pfalz.
Es scheint derzeit ein wenig danach, als wolle die Politik die Unzufriedenheit des Kollegiums am Gymnasium aussitzen. Und mit Politik sind jetzt nicht allein der Landrat gemeint, sondern auch die Fraktionen des Kreistages. Sollen doch die Lehrer sich Gedanken machen, wie sie mit der großen Bandbreite an Schülerpotenzial klar kommen...
13 von 17 Leiterinnen und Leiter von Grundschulen haben einen Appell unterschrieben, die GOS aufzulösen. Es fehlen auf der Liste vor allem Grundschulen aus dem Südkreis. Das mag daran liegen, dass dort das Problem weniger zum Tragen kommt, weil es Alternativen gibt. Schönenberg-Kübelberg hat eine Integrierte Gesamtschule. Und außerdem pendeln viele Schüler aus dem Süden ins Saarland, vor allem nach Homburg und Freisen. Den Grundschulpädagogen zu unterstellen, sie hätten keine Ahnung – was niemand öffentlich getan hat –, wäre zumindest sehr anmaßend.
2008 hat der Kreis den bislang letzten Schulentwicklungsplan verabschiedet – vor zwölf Jahren. Zur Erinnerung: In dem Jahr trat Kurt Beck in Berlin als SPD-Vorsitzender zurück und wurde Barack Obama zum Präsidenten der USA gewählt. Also lange her. Ein neues Gutachten ist überfällig. Und diesmal von Experten – nicht von der Verwaltung. Es reicht nicht aus, einfach die Geburtenzahlen und bisherigen Schülerströme hochzurechnen. Auch wenn das mehr kostet. Das Geld wäre gut angelegt.