Kreis Kusel
Kommentar zum Wahlergebnis: Zwei Überraschungen

Groß waren die Hoffnungen der Christdemokraten. Sehr groß. Endlich, nach dem Weggang des Dauersiegers Jochen Hartloff könnte eine Chance bestehen, der SPD ihren Wahlkreis wegzuschnappen. Dem Sieg bei zwei Verbandsbürgermeister- und einer Landratswahl nun auch einen Erfolg im Kampf um das Direktmandat für den Landtag folgen zu lassen.
Diese Hoffnungen sind zerstoben, wurden fast schon pulverisiert. SPD-Bewerber Oliver Kusch hat zwar nicht die Erststimmen-Ergebnisse eines Jochen Hartloff eingefahren, und Steinhauer-Theis war, obwohl erst zwei Jahren auf Kreisebene politisch aktiv, sogar etwas erfolgreicher als die altgediente und bekannte Noch-Abgeordnete Marlies Kohnle-Gros. Aber 14 Prozentpunkte Differenz – zuvor waren es 20 – zwischen SPD- und CDU-Bewerber sind weiter ein Pfund.
Andreas Hartenfels konnte den Wahlabend ganz entspannt angehen, weil er schon im Vorfeld dank Platz vier auf der Landesliste und den Prognosen für die Grünen seinen erneuten Platz im Landtag sicher hatte. Helge Schwab hingegen konnte zwar hoffen, dass es mit den Freien Wählern im Landtag klappt; aber sicher sein durfte er sich nicht. Nun also hat er für die nächsten fünf Jahre seinen lange angestrebten Status als Berufspolitiker. Nach diversen erfolglosen Anläufen auf kommunaler Ebene. Beharrlichkeit führt zum Ziel.
Sein gutes Ergebnis dürfte zudem mit dazu beigetragen haben, dass die AfD über 2000 Stimmen verloren hat. Jene, die mit dem Staat nicht zufrieden sind, haben nun eine konstruktivere Wahlmöglichkeit gefunden.
