Kreis Kusel
Kolumne zum Wochenende: Von liebevollen Sticheleien und dem Westpfälzer Auenland
Dieser Tage stand die Westpfalz im Fokus: Am Dienstag wurde in Pirmasens symbolisch die Fördersumme für die MINT-Bildung (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) übergeben. Die Westpfalz hat sich bei der Bewerbung um die Förderung beim Bundesministerium für Bildung und Forschung gegen viele Mitbewerber durchgesetzt, will künftig MINT-Region werden. Diese „Vorreiter-Position“ gibt Auftrieb. Schließlich wird die Westpfalz in vielen Bereichen unterschätzt, fällt öfters mal ein bisschen hinten runter – so zumindest mein Eindruck.
Die Auffassung, die Region habe nicht wirklich was zu bieten, hält sich hartnäckig in vielen Köpfen. „In Kusel? Da gibts doch nix“, musste ich schon das eine oder andere Mal hören – und dann selbstverständlich sofort dagegenhalten. Ironischerweise kommen solche Sprüche und Sticheleien oft von jenen, die selbst noch nie einen Fuß in die Westpfalz gesetzt haben, die den Pfälzerwald quasi als Grenzgebiet der Pfalz betrachten. Natürlich weiß ich wohl, dass das alles meist scherzhaft und keinesfalls ernst gemeint ist, dennoch zeigt es aber, dass es gegen die Westpfalz Vorbehalte gibt, dass die Region unterschätzt wird und vielen nicht bewusst ist, wie lebenswert es hier eigentlich ist.
Die Pfalz ist noch so viel mehr
All jene lade ich ein, im Frühjahr eine Wanderung im Pfälzer Bergland zu machen – bei der ordentlich Höhenmeter gesammelt werden können. Im Sommer durch den Strecktalpark in Pirmasens oder den Japanischen Garten in Kaiserslautern zu schlendern. Im Herbst die Kuseler Messe zu besuchen und sich im Winter den Weihnachtsmarkt auf Burg Lichtenberg anzuschauen. Natürlich haben auch die Weinstraße oder der Worschdmarkt ihren Reiz. Die Pfalz ist aber eben noch so viel mehr, so viel vielseitiger.
Von welch schöner Natur die Westpfalz beispielsweise umgeben ist, wird gerne mal unterschätzt. Ein Bekannter hat mal gesagt, dass ihn die Westpfalz ein bisschen an das Auenland aus dem Film „Herr der Ringe“ erinnert: Schöne, hügelige Landschaft, übersät von Wald und Wiesen, alles ist friedlich, ruhig und weitläufig.
Großer Zusammenhalt
Abgesehen von der Natur hat die Westpfalz auch in puncto Forschung, Wirtschaft und Innovation einiges zu bieten. Dass sich Kaiserslautern zu einem echten Hightech-Standort mit großer Bedeutung in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Softwareentwicklung herausgebildet hat, dort viele Start-ups, Unternehmen und Institute angesiedelt sind, ist vielen gar nicht so bewusst. Dabei strahlt das auch in den Kreis Kusel aus. Immerhin ist es bis Kaiserslautern nicht weit. Menschen, die im Kreis Kusel wohnen, können in Kaiserslautern arbeiten.
Durch die vielen Amerikaner, die in der Region leben, sind wir Westpfälzer nicht nur sehr international aufgestellt, sondern auch sehr offen und aufgeschlossen unterwegs. Klingt das etwa so, als könnten wir mit anderen Regionen nicht mithalten?
Darüber hinaus ist es vor allem auch der Zusammenhalt, der die Region so besonders – und wie ich finde einzigartig – macht. Nicht umsonst gibt es auch einen Verein, der sich genau dafür einsetzt, der in der Westpfalz eine Zukunftsregion sieht.