Ulmet RHEINPFALZ Plus Artikel Kirche wird verkauft: Zahnarzt hat Interesse

Die katholische Kirche in Ulmet soll verkauft werden.
Die katholische Kirche in Ulmet soll verkauft werden.

Die katholische Pfarrei in Kusel will sich von der Kirche in Ulmet trennen. Nach Rammelsbach wäre dies das zweite Gotteshaus, das dem Finanzdruck zum Opfer fällt. Der mögliche Verkauf ist Thema einer Pfarrversammlung am 17. März. Es gibt bereits einen Interessenten.

Bei einer Pfarrversammlung möchten Vertreter der Pfarrei Heiliger Remigius über den geplanten Verkauf der katholischen Kirche informieren und Raum für mögliche Einwände und Wünsche geben, kündigt Pfarrer Nils Schubert an. Hintergrund des Vorhabens seien die Finanzen. „Wir haben 21 Gebäude und erhalten für dieses Jahr nur 139.000 Euro Schlüsselzuweisungen vom Bistum“, erläutert Schubert, der von Kusel aus für rund 6300 Katholiken zuständig ist. „Da kann man sich rasch ausrechnen, dass das hinten und vorne nicht ausreicht“, schildert er. Die über die Kirchensteuer errechneten Zuweisungen seien im Vergleich zum vergangenen Jahr bereits um zehn Prozent gesunken. Und für die kommenden drei Jahre werde es jährlich weitere zehn Prozent weniger geben, prognostiziert er. Die kirchlichen Gremien hatten laut Schubert mit großer Mehrheit einem Verkauf zugestimmt. „Wir müssen die Kosten reduzieren“, betont der Theologe. Dies sei nur über den Gebäudebestand zu erreichen.

Zuletzt kaum noch genutzt

Dabei hatte die Kirche Heilig Kreuz in Ulmet zuletzt gar nicht so viel Geld verschlungen. Sie wurde kaum noch genutzt. „Seit Corona haben wir dort keine regelmäßigen Gottesdienste mehr gefeiert“, berichtet Schubert. Auch zuvor habe es dort nur selten Gottesdienste gegeben – meist im Sommer. Baulich sei das Gebäude intakt, so der Pfarrer. Die Kirchengemeinde habe zudem von einer Kooperation mit dem Ulmeter Heimatverein profitiert, der die Kirche mitnutzen konnte. Dass ein möglicher Verkauf nun dennoch ins Laufen gekommen ist, liegt laut Schubert an einem potenziellen Interessenten.

Zahnarzt Ysbrand Hangx aus Oberalben möchte die Kirche kaufen, um darin eine Praxis einzurichten, erläutert der 43-Jährige seine Pläne für eine Umnutzung. Ihn reize das außergewöhnliche Gebäude. Der Zahnarzt hatte Anfang vergangenen Jahres eine Praxis in der Feldstraße in Ulmet eröffnet. „Wir haben großen Zulauf“, sagt Hangx und berichtet, dass die neue Praxis schon zu klein geworden sei. Er betreibt zudem Filialen in Lauterecken und Landstuhl. Neben Ysbrand Hangx sind weitere vier Zahnärzte tätig, eine Kollegin ist aktuell in Elternzeit.

Kein direkter Verkauf

Das Areal um die Kirche war zuvor für einen möglichen Neubau der Kindertagesstätte in Ulmet im Gespräch. Allerdings hatte eine Machbarkeitsstudie ergeben, dass das Grundstück nur geeignet sei, wenn die Kirche abgerissen werde. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Schubert erläutert, dass es keinen direkten Verkauf geben werde. „Wir müssen ausschreiben, dann kann sich jeder bewerben“, erklärt er das Prozedere. Bevor es jedoch soweit ist, soll nun die Meinung der Kirchenmitglieder eingeholt werden. Anschließend wolle der Verwaltungsrat beim Bistum Speyer die Profanierung der Kirche beantragen. „Es ist sehr schwer, sich von einer Kirche zu trennen“, betont Schubert. „Aber es gibt keine Alternative.“ Auch weiß er, dass der Sparprozess nach einem Verkauf der Ulmeter Kirche noch nicht abgeschlossen ist. Die Pfarrei müsse sich weiterhin mit der Reduzierung von Gebäuden befassen, kündigt er an.

Die katholische Kirche in Ulmet wurde 1873/74 nach Plänen von Pfarrer Leonhard Heiny aus Brücken auf dem Bergrücken der Rothenhöh errichtet. Der Quaderbau mit Spitzbogenfenstern verfügt über zwei historische Glocken aus den Jahren 1774 und 1874.

Info

Die Pfarrversammlung findet am Sonntag, 17. März, um 14 Uhr in der katholischen Kirche Ulmet statt.

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