Spiel der Woche RHEINPFALZ Plus Artikel Kerwestimmung mit den FCK-Portugiesen

Chaos im Strafraum der Portugiesen: Jonas Fehrentz vom SV Nanz-Dietschweiler ( Vierter von links stehend) schafft es, im Getümme
Chaos im Strafraum der Portugiesen: Jonas Fehrentz vom SV Nanz-Dietschweiler ( Vierter von links stehend) schafft es, im Getümmel den Ball über die Linie zu befördern: 1:1-Ausgleich in der 96. Minute.

Erster gegen Dritter lautete die spannende Konstellation am Samstag in der Bezirksliga Westpfalz. Die FCK-Portugiesen waren zu Gast beim SV Nanz-Dietschweiler.

Die Stimmung rund um den Sportplatz des SV 1946 Nanz-Dietschweiler war ausgezeichnet. Es war Kerwewochenende, bestes spätsommerliches Wetter, es war also angerichtet für das Topspiel in der Bezirksliga Westpfalz gegen die SG Portuguesa Kaiserslautern-FCK III. Die FCK-Portugiesen reisten als Tabellenführer mit 19 Punkten an, mit dem Ziel, die drittplatzierten Gastgeber, die 15 Punkte auf dem Konto hatten, auf Abstand zu halten, der SVN hingegen wollte den tabellarischen Rückstand auf einen Punkt verkürzen, ein klassisches „Sechs-Punkte-Spiel“ also. „Es war ein geiler Kerwespieltag, für uns, für die Portugiesen und für alle Zuschauer. Schönes Wetter, Kerwe, ein schöner Samstag“, schwärmt Nanz-Dietschweilers Spielertrainer Fabian Lauder.

Die Portugiesen, die wegen ihrer Offensivstärke gefürchtet sind, gingen nach 24 Minuten durch Janik Santos Abreu mit 1:0 in Führung. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit war das Spiel ausgeglichen. Die Gäste konnten ihre Führung verteidigen.

Die neue Stärke der FCK-Portugiesen

Diese Defensivstärke ist eine neu gefundene Stärke der Portugiesen, wie Trainer Robert Ratkowski erklärt: „Wir waren offensiv immer stark, nur defensiv nicht. Das haben wir jetzt geändert, nur sechs Gegentore in acht Spielen ist eine wirklich super Leistung. Das ist das Rezept für diese Saison, umso weniger Gegentore du kriegst, umso erfolgreicher wirst du sein. Wir wollen das weiterführen, die Defensivarbeit ist der Schlüssel, jeder zieht mit, keiner ist sich zu schade, zu verteidigen.“

Genau dieses Erfolgsrezept wurde im zweiten Durchgang auf die Probe gestellt, denn nach einer Gelb-Roten Karte gegen Mohammad Sekati in der 57. Minute musste der FCK III 40 Minuten lang in Unterzahl agieren. „Ich bin stolz auf meine Truppe, wir haben das leidenschaftlich verteidigt“, lobt Ratkowski. Ab diesem Zeitpunkt geht das Spiel nur noch auf ein Tor, Nanz-Dietschweiler nutzt die Überzahl und die sich daraus ergebenden Räume aus und drängt auf den Ausgleich. Doch trotz deutlich mehr Ballbesitz und optischer Überlegenheit schaffen sie es nicht, sich klare Torchancen zu erspielen. „Im letzten Drittel fehlte uns die Genauigkeit oder es wurden falsche Entscheidungen getroffen. Entweder wurde der Ball zu lange gehalten, es wurde abgedreht, viele Einzelaktionen, die Flanken gingen hinter das Tor oder es wurde gar nicht geflankt. Bei den Eckbällen haben wir die Positionen im Strafraum nicht richtig besetzt“, hadert SVN-Spielertrainer Lauder.

Auf Zeit gespielt

Nanz-Dietschweiler drängt weiter nach vorne, doch die Portugiesen verteidigen gut, machen es clever und greifen schon früh zum Zeitspiel, „völlig legitim“, meint Lauder. Lange sieht es so aus, als gelänge es der SG Portuguesa Kaiserslautern, die Führung über die Zeit zu retten. Die reguläre Spielzeit war bereits abgelaufen, und Schiedsrichter Matthias Fuchs hatte schon seine Pfeife zum Abpfiff im Mund, ließ aber noch weiterspielen, sodass der SVN in der 96. Minute durch Jonas Fehrentz zum Ausgleich kam.

Es war eine unübersichtliche Situation im Strafraum der Portugiesen, Torhüter Artur Augusto De Lima Gorgueira Moreira bekam einen Kopfball von Yannick Bosch nicht richtig zu fassen. Im anschließenden Durcheinander gelang es Fehrentz, den Ball über die Linie zu drücken.

„Ein verdientes Unentschieden“

„Der Schiri war gut, aber manchmal wünscht man sich eine andere Entscheidung, etwa dass früher abgepfiffen wird oder dass er beim Gegentor ein Foul sieht. Dennoch akzeptieren wir die Entscheidung, zum Schluss entscheiden wir es mit unserer Leistung auf dem Platz, nicht der Schiri. Man muss auch anerkennen, dass Nanz-Dietschweiler alles für den Ausgleich getan hat, ein verdientes Unentschieden, auch wenn es mich ärgert, dass wir das Gegentor so spät und nach einem Standard kassieren. So fühlt es sich ein bisschen an wie eine Niederlage“, kommentiert Ratkowski, der Glück hatte, dass es nicht tatsächlich noch eine Niederlage wurde, denn: „Wir haben bis zuletzt an den Ausgleich geglaubt, wollten danach noch das 2:1 machen“, betont Lauder, dessen Team nur Sekunden später erneut vor dem Tor der Portugiesen stand. Ein „geiler Schuss“, so Lauder, klatschte an die Latte, der überhastete Nachschuss ging knapp über das leere Tor. „Er hätte beim Nachschuss viel Zeit gehabt, hätte den Ball annehmen und reinschieben können, aber das ist in der Situation schwer, keinen Vorwurf an den Spieler“, so Spielertrainer Fabian Lauder, der resümiert: „Es fühlt sich gut an, den Punkt gerettet und es nicht zugelassen zu haben, dass der Rückstand zu den Portugiesen angewachsen ist. Wir sind mit dem Punkt zufrieden, auch wenn wir uns natürlich über drei mehr gefreut hätten.“

Auch Kaiserslauterns Trainer Robert Ratkowski ist trotz des späten Ausgleichs nicht unzufrieden: „Wir haben der stärksten Truppe der Liga Paroli geboten und bleiben Erster, darauf sind wir stolz.“

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