Spiel der Woche RHEINPFALZ Plus Artikel Kein Sieger, aber ein gefühlter Verlierer

Christin Schäfer (links, in schwarz) dreht jubelnd ab. Sie hat gerade das frühe 1:0 für die SG Hirsau gegen die SG Eßweiler/Roth
Christin Schäfer (links, in schwarz) dreht jubelnd ab. Sie hat gerade das frühe 1:0 für die SG Hirsau gegen die SG Eßweiler/Rothselberg erzielt.

Das Lokalderby in der Bezirksliga Westpfalz der Frauen sah keinen Sieger. Ein wenig mehr über das Ergebnis ärgern können sich wohl die Gäste.

Das Spiel bei der SG Eßweiler/Rothselberg begann am Samstagabend für die SG Hirsau perfekt. Noch keine 30 Sekunden waren gespielt, da war Christin Schäfer nach Vorarbeit von Kapitänin Sara Baumbauer alleine durch. Zwar ließ sie sich noch ein wenig abdrängen, traf aber dennoch zur Gästeführung. Überhaupt bereitete das Duo Baumbauer und Schäfer den Gastgeberinnen speziell in der Anfangsphase eine Menge Kopfzerbrechen. Hätte Schäfer, wieder alleine vor dem Tor auftauchend, in der siebten Minute nicht zu lange mit dem Abschluss gewartet und Baumbauer (17.) bei ihrem Pfostentreffer ein paar Zentimeter weiter nach rechts gezielt, das Ergebnis hätte zu einem frühen Zeitpunkt fast schon einen vorentscheidenden Charakter bekommen.

So aber beruhigte sich das Geschehen ein wenig. Michelle Hemm war die erste Spielerin der SG Eßweiler/Rothselberg mit einem Torabschluss (27.), wenngleich noch ohne große Gefahr. Anders der Abschluss von Kapitänin Leonie Metz sechs Minuten vor dem Seitenwechsel: Der sehenswerte Schuss aus gut 20 Metern landete fast exakt im rechten Torwinkel – 1:1! Bis dato ein glückliches Ergebnis für die Einheimischen, die vor dem Pausenpfiff fast noch nachlegen konnten, doch Hirsau-Keeperin Anna-Lena Ohmenzetter bekam den Gewaltschuss von Katrin Rech im Nachfassen unter Kontrolle.

Gemischte Gefühle

Deutlich weniger ereignisreich verlief dann lange Zeit die zweite Halbzeit. Johanna Löwenhaupt aufseiten der Heimelf (54.) sowie Lena Kunz bei den Gästen (64.) verbuchten die ersten Abschlüsse. Echte Torgefahr entstand erst wieder in der Schlussphase und wieder waren es Baumbauer und Schäfer, die die beste Chance initiierten, an dessen Ende der Abschluss von Schäfer aber nicht ins Ziel fand. Weil auch in den letzten Minuten bei Zehn gegen Elf – Hemm sah wegen eines groben Foulspiels an Marie Laubensdörfer die Rote Karte – kein weiterer Treffer mehr fiel, endete das Spiel schließlich Unentschieden.

Bei den beiden Trainern sorgte dieses Ergebnis für gemischte Gefühle. Für Markus Emrich von der SG, dessen Team als Dritter leicht favorisiert in das Spiel gegangen war, war das 1:1 ein Punktgewinn: „Wir haben die Anfangsphase total verschlafen, liegen nach ein paar Sekunden hinten und müssen froh sein, dass es nicht 0:3 steht. Insofern können wir heute mit dem Ergebnis gut leben.“ Seine Gegenüber Julia Dick bemängelte, „dass unsere Chancenverwertung nicht gut war, wir das Spiel eigentlich gewinnen müssen. Aber dennoch freuen wir uns über den Punkt. Das war wieder ein kleiner Schritt in die richtige Richtung“. Ihr Team verbleibt auf Tabellenplatz sechs. Einig waren sich die Beteiligten, dass das Spiel mit einer für den Frauenfußball nicht alltäglichen Kulisse von über 100 Zuschauern auch einen würdigen äußerlichen Rahmen hatte.

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