Konken RHEINPFALZ Plus Artikel Kürbisse selbst vom Feld ernten

Auch Fritz und Lorenz Schneider (von links) helfen auf dem Kürbisfeld bei Konken mit.
Auch Fritz und Lorenz Schneider (von links) helfen auf dem Kürbisfeld bei Konken mit.

Das Selbstbedienungsprinzip gibt es mittlerweile in vielen Spielarten in der Landwirtschaft: Erdbeeren zum Selberpflücken, Blumen zum Selbstschneiden oder Milch, die selbst gezapft wird. Im Kreis Kusel ist das alles bereits möglich. Seit Oktober können nun auch Kürbisse auf einem Feld bei Konken selbst geerntet werden.

In Sachen Direktvermarktung sammeln Franziska und Martin Schneider vom Zollstockhof bei Konken schon länger Erfahrungen. Bereits seit Frühjahr bieten sie Eier aus dem Hühnermobil in ihrem Hofladen in der Kirchenstraße an. Neben Eiern der eigenen Hühnerschar können in dem Verkaufscontainer auch Nudeln aus regionaler Herkunft und Dosenwurst erworben werden.

Eine Novität ist ein Kürbisfeld zwischen Konken und Wahnwegen, auf dem seit Oktober die an Ranken wachsenden Früchte geerntet werden können. Auf dem einen halben Hektar großen Acker finden sich Franziska Schneider zufolge klassische Speisekürbisse, wie der orangefarbene Hokkaido-Kürbis und der birnenförmige Butternut-Kürbis. Dieses Gemüse aus der Pflanzengattung Cucurbita ist lange lagerfähig und lässt sich vielfältig zubereiten, wie Schneider sagt. Die gelernte Logopädin hat sich vor ein paar Jahren zur Agrarfachwirtin weiterqualifiziert.

Alle Früchte geerntet

Neben den Speisekürbissen wachsen auf dem Feld auch die beliebten Halloween-Schnitz- und Dekokürbisse. Der Preis der Kürbisse richtet sich nach Gewicht und Größe der Exemplare, die es in den Kategorien klein, mittel und groß gibt. Die Kasse läuft auf Vertrauensbasis, wie auch für die übrigen Erzeugnisse zur Selbstbedienung.

Das erste Kürbisjahr sei nicht ganz ohne Probleme verlaufen, berichtet Schneider. Die Jungpflanzen wurden zugekauft und per Hand gesetzt. Auch gehackt wurde von Hand, wobei die zwei Söhne, Freunde und Verwandte mithalfen. Vor allem die lange Trockenperiode über den Sommer habe der Kürbiskultur zu schaffen gemacht. Es musste bewässert werden, um das Pflanzenwachstum zu fördern.

Auch wenn für die erste Kürbissaison in Konken Bilderbuchwitterung fehlte und nach der Methode „learning by doing“ (Lernen durch Tun) verfahren wurde, sind wenige Tage vor Halloween alle Früchte geerntet. Die Schneiders sind fest entschlossen, im nächsten Jahr wieder Kürbisse anzubauen. „Die Familie ist dafür“, sagt Franziska Schneider.

Die Nachfrage nach Kürbissen hat bundesweit in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt. Die Erntemenge der Gemüsefrüchte betrug 2021 knapp 100.000 Tonnen, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Das waren rund 14 Prozent mehr als im Jahr davor. Angebaut wurden Kürbisse im Freiland auf 4800 Hektar. Verglichen mit 2011 hat sich damit die Anbaufläche um 88 Prozent erhöht.

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