Wahnwegen
Kümmert sich die Verbandsgemeinde bald um den Betrieb der Kindertagesstätten?
14 der 20 Kindertagesstätten (Kitas) in der Verbandsgemeinde Oberes Glantal befinden sich in Trägerschaft der Ortsgemeinden. Sie sind – manchmal zusammen mit anderen Gemeinden, die keine Kita haben – zum einen für den Unterhalt der Kita-Gebäude zuständig (Bauträgerschaft). Zum anderen sind die betroffenen Gemeinden beziehungsweise deren Ortsbürgermeister auch für das dort beschäftigte Personal zuständig (Betriebsträgerschaft). Gleichzeitig sind sie gesetzlich dazu verpflichtet – Stichwort Kita-Gesetz –, zu überwachen, ob die vom Land vorgegebenen pädagogischen Ziele in den Kitas richtig umgesetzt werden.
Da die Aufgaben für die meist ehrenamtlich tätigen Ortschefs in den vergangenen Jahren anspruchsvoller und zeitintensiver geworden seien, wird im Oberen Glantal darüber diskutiert, ob die Verbandsgemeinde künftig die Betriebsträgerschaft über die Kitas von den Ortsgemeinden übernehmen soll. Zuletzt sei dies Thema in der Bürgermeister-Dienstbesprechung gewesen, sagt VG-Bürgermeister Christoph Lothschütz.
Wahnwegen stimmt für die Übertragung
Dabei habe sich gezeigt, dass einige Gemeinden die Teil-Verantwortung über ihre Kitas gerne an die VG übertragen möchten, um sicherzustellen, dass die gesetzlichen Anforderungen an den Träger dauerhaft erfüllt werden können. Sollten die Gemeinderäte dies wünschen, wäre die VG künftig für den Kita-Betrieb zuständig und Arbeitgeber des Personals. Die Ortsgemeinden blieben Eigentümer der Kita-Gebäude und müssten somit auch für deren Unterhaltung aufkommen.
Bis dahin ist es aber ein weiter Weg. Zunächst müssen die Gemeinden darüber entscheiden, ob sie die Trägerschaft übertragen wollen. Der Wahnwegener Gemeinderat hat vergangene Woche den Anfang gemacht und sich dafür ausgesprochen, die Betriebsträgerschaft für die Kita „Naseweis“ an die VG zu übertragen. Es wurden aber auch Bedenken geäußert. Befürchtet wird, dass die VG die Kitas langfristig in größere Einheiten zusammenfassen wird und dadurch kleine Einrichtungen in den Dörfern geschlossen werden. „Der Kindergarten ist eine der wenigen Einrichtungen, mit der wir als kleine Gemeinde punkten können, um Neubürger zu gewinnen“, hieß es im Rat. Ortsbürgermeister René Morgenstern warb für die Übertragung. Es sei kaum möglich, die anfallenden Aufgaben nebenher zu stemmen.
In den kommenden Wochen werden sich auch die anderen Ortsgemeinden sowie die Stadt Waldmohr des Themas annehmen – von der Diskussion ausgenommen sind die Kitas in kirchlicher Trägerschaft. Auch der VG-Rat werde das Thema noch vor dem Sommer behandeln. Grund: Das Gremium muss grünes Licht geben, um eine Aufgabe der kommunalen Selbstverwaltung von der Orts- auf die Verbandsgemeinde zu übertragen.