Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Jochen Hartloff und Marlies Kohnle-Gros – den Abschied aus dem Landtag selbst bestimmt

Jochen Hartloff gehörte drei Jahre dem SPD-Bundesvorstand an.
Jochen Hartloff gehörte drei Jahre dem SPD-Bundesvorstand an.

Die Interessen von Kusel in Mainz vertreten seit 24 Jahre Jochen Hartloff (65) und Marlies Kohnle-Gros (64). Ihren Rückzug haben beide selbst bestimmt, an den Nachfolgelösungen mitgestrickt.

„25 Jahre sind dann wirklich genug“, sagt Sozialdemokrat Jochen Hartloff und verweist auch auf sein „arbeitsintensives Hobby“ als Stadtbürgermeister von Kusel, das er nicht aufgeben will. Dem ehemaligen Justizminister ist anzumerken, dass ihm der Abschied aus Mainz leicht fällt. „In den sozialen Medien sind Bilder doch heute wichtiger als Botschaften. Das ist nicht mehr meine Politikwelt“, sagt der Polit-Profi. Ein Politiker bekomme heute mehr Stimmen durch einen Gang über die Herbstmesse, als wenn er einen Zuschussbescheid über fünf Millionen Euro in die Region hole, beklagt er.

„Gute Wahl Kusch“

Dem Landtagswahlkampf 2021 will er sich trotzdem stellen und den SPD-Kandidaten Oliver Kusch unterstützen. „Eine gute Wahl der Delegierten“, steht Hartloff hinter dem potenziellen Quereinsteiger in die Politik. „Die Fraktion in Mainz hat derzeit keinen Mediziner in ihren Reihen. Das würde gut passen“, macht er sich für den Kardiologen mit Praxis in Kusel und gebürtig in Rothselberg stark. Es deute sich an, dass Kusch den Wahlkreis gewinnen müsse, damit es weiter einen SPD-Abgeordneten aus Kusel gebe. „Er wird einen guten Listenplatz bekommen, aber keinen sicheren“, sagt Hartloff voraus. B-Kandidatin Pia Bockhorn aus Waldmohr traut er zu, künftig den Unterbezirk der Partei zu führen und damit den Generationenwechsel für die Genossen zu komplettieren.

Mehr zum Thema

Andreas Hartenfels (links) und Jochen Hartloff.
Kusel

RHEINPFALZ Plus Artikel
Einwurf: Drei für einen Landkreis

Marlies Kohnle-Gros ist die dienstälteste Landtagsabgeordnete. Die Hütschenhausenerin gehört seit 1991 dem Parlament an, in ihrer ersten Legislaturperiode noch für den Wahlkreis Kaiserslautern. Vor zwei Jahren wollte sie sich schon zurückziehen und ihr Mandat an Otto Rubly weitergeben. Doch dann kam ihr Rublys Wahl zum Landrat dazwischen. „In dem Fall habe ich gerne weitergemacht“, freut sie sich immer noch über den Erfolg ihres Weggefährten, mit dem sie über 20 Jahre die CDU-Politik im Kreis bestimmt hat.

„Siegertyp Steinhauer-Theis“

Klar ist auch, dass das Führungsduo sich rechtzeitig Gedanken um die Nachfolge gemacht hat. Beide gelten als Förderer von Isabel Steinhauer-Theis, der 44-jährigen Stadtbürgermeisterin von Lauterecken. „Sie ist ein Siegertyp, hat gezeigt, dass sie Wahlen gewinnen kann“, lobt Kohnle-Gros die CDU-Kandidatin, die sie beerben wird. Denn selbst wenn Steinhauer-Theis den Wahlkreis nicht gewinnen sollte, wird sie wohl in den Landtag einziehen. Als Frau kann sie davon ausgehen, beim Delegierten-Parteitag für einen sicheren Listenplatz nominiert zu werden. Eine Konstellation, die Kohnle-Gros und Rubly von Beginn an bei ihrer Nachwuchssuche berücksichtigt haben. Den Rückzug selbst bestimmen, das war Kohnle-Gros wichtig. „Mit großen Stolz“ vermerkt sie, dass es in dem einst dunkelroten Landkreis nur noch einen Verbandsbürgermeister gebe, der nicht der CDU angehöre. Gemeint ist Andreas Müller aus Lauterecken-Wolfstein.

CDU-Partei-Strategen: Marlies Kohnle-Gros und Otto Rubly.
CDU-Partei-Strategen: Marlies Kohnle-Gros und Otto Rubly.
x