MEISENHEIM / Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Innere-Chefarzt Al Rifaee wechselt vom Gesundheitszentrum Glantal zum Klinikum Kusel

Das Gesundheitszentrum Glantal in Meisenheim.
Das Gesundheitszentrum Glantal in Meisenheim.

Nach der Ärztlichen Direktorin verlässt auch der Chefarzt der Inneren Medizin das Gesundheitszentrum in Meisenheim. Die Nachfolger-Suche beginnt – und die Kritik wächst.

Der Chefarzt der Inneren Medizin am Gesundheitszentrum Glantal in Meisenheim, Ahmad Al Rifaee, wechselt an das Westpfalz-Klinikum. Dies bestätigte Markus Wakulat, Pressesprecher des Landeskrankenhauses, der RHEINPFALZ. Zuvor hatte die Bürgerinitiative „GZG Meisenheim“ erklärt, „nach gesicherten Informationen“ verlasse der Mediziner zum Jahresende die Klinik. BI-Sprecher Dietmar Kron sprach von einem „herben Verlust“.

Chefarzt Al Rifaee verlässt nach Angaben des Landeskrankenhauses im April 2026 das Gesundheitszentrum in Meisenheim und wechselt an den Standort Kusel des Westpfalz-Klinikums. „Wir verlieren einen sehr guten Arzt, was wir sehr bedauern“, sagte Alexander Wilhelm, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses. Für die Gründe des Mediziners habe man aber Verständnis. Wiederholt habe die Geschäftsführung erklärt, dass das Gesundheitszentrum Glantal im psychiatrisch ausgerichteten Landeskrankenhaus nur begrenzte Möglichkeiten zur Weiterentwicklung bieten könne.

Sein Wechsel habe nichts mit dem Interessenbekundungsverfahren der vergangenen Monate zu tun, sondern ausschließlich mit seiner beruflichen Weiterentwicklung, wird der scheidende Chefarzt in der Mitteilung zitiert. „Das Landeskrankenhaus war und ist ein guter Arbeitgeber“, ergänzte der Mediziner.

Auch Ärztliche Direktorin ist gegangen

Zuversichtlich äußerte sich Wilhelm zur Zukunft des Gesundheitszentrums Glantal. In den kommenden Monaten werde man eine Nachfolge suchen und Lösungen finden, um die Patientenversorgung in der Inneren Medizin weiter zu sichern. „Wir befinden uns durch die bevorstehende Krankenhausreform in einer wichtigen Phase der Umstrukturierung und stellen bis zum Januar 2027 die Weichen, das Gesundheitszentrum Glantal langfristig zu erhalten“, versicherte der Geschäftsführer.

Den Hintergrund für den Weggang des Chefarztes sieht die BI in der unsicheren Zukunft des Gesundheitszentrums nach dem gescheiterten Verkaufsprozess und dem Fehlen einer beruflichen Perspektive: „Für uns ist es völlig unverständlich, wie man in dieser angespannten Lage solche Leistungsträger ziehen lässt.“ Vor einigen Monaten hatte bereits die ärztliche Direktorin, Ulrike von Oosten-Sacken, das Gesundheitszentrum verlassen.

Appell: „Übernehmen sie Verantwortung für Meisenheim“

Kron appellierte an Geschäftsführer Wilhelm: „Übernehmen Sie endlich Verantwortung für den Standort Meisenheim. Sorgen Sie dafür, dass Ärztinnen und Ärzte bleiben – oder treten Sie zurück.“ Die Menschen in der Region hätten ein Recht auf eine verlässliche medizinische Versorgung.

Ende Juni hatte das Landeskrankenhaus den im Frühjahr angestoßenen Verkaufsprozess für das Gesundheitszentrum Glantal gestoppt. Das damit verbundene Verfahren zur Interessenbekundung möglicher neuer Träger hatte in der Region Meisenheim für Verunsicherung und erheblichen Widerstand gesorgt.

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