Was Bürger ärgert
In Wolfstein sind Telefonanschlüsse seit Anfang Januar ausgefallen – Telekom nennt Gründe
„Seit Mitte Januar haben im Wolfsteiner Stadtteil Rossbach mehrere Telekom-Kunden, keinen Telefonanschluss“, hat sich Ralf Schick an die Redaktion gewandt, „die Leitung ist nun mehr als sechs Wochen tot.“ Betroffen seien unter anderem seine 83-jährige Mutter und mehrere andere Senioren, die dort leben. Selbst wollen die Senioren nicht mit der RHEINPFALZ reden, weshalb Schick sich gemeldet hat. „Es handelt sich meiner Meinung nach nur um Anschlüsse von älteren Personen, die noch kein Internet haben und nicht über einen Router verfügen“, vermutet der Leser und fragt: „Hat die Telekom kein Interesse mehr an dieser Generation? Möchte man so die alten Anschlüsse wegbekommen?“
Bereits mehrfach habe er für seine Mutter mit der Telekom-Störungshotline telefoniert. „Leider ohne Erfolg, die Telekom vertröstet immer nur.“ Letzter Termin für eine Fehlerbehebung sei der 4. März gewesen, vorher habe es Ende Februar geheißen. Schick: „Aber getan hat sich nichts.“
Telekom: Wasserschaden im versorgenden Hauptkabel
Auf Anfrage der RHEINPFALZ meldet sich die Telekom und nennt Gründe für das Problem: „Die Störung der Referenzkunden ist auf einen Wasserschaden im versorgenden Hauptkabel zurückzuführen. Dazu sind Tiefbauarbeiten erforderlich, um die Schadstelle freizulegen und ein neues Kabelteilstück zu montieren. Wir gehen aktuell davon aus, dass die Arbeiten voraussichtlich bis Mitte nächster Woche andauern werden.“
Zusätzlich seien in Wolfstein ein weiteres Hauptkabel und ein Verzweigerkabel von Wasserschäden betroffen. „Die Arbeiten zur Instandsetzung (Tiefbau und Kabelmontage) starten Anfang nächster Woche“, heißt es von der Telekom: „Im Moment ist hier noch keine Aussage über einen Entstörungstermin möglich.“
Nicht alle Kunden melden Störungen
Das Unternehmen informiere über die Dauer einer Entstörung, „sofern uns eine Störungsmeldung des Kunden und alternative Kontakte vorliegen“. Dann würden für die Dauer der Störung mobile Ersatzlösungen angeboten. Dies könne zum Beispiel „eine kostenfreie Anrufweiterschaltung auf ein Mobilfunkgerät, das Aufbuchen von Datenvolumen oder auch ein Notfallhandy sein“.
Der Telekom-Kundenservice sei an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 330 1000 erreichbar. „Leider melden nicht alle Kunden ihre Anschlussstörung und verlassen sich regelmäßig auf Meldungen von Telekomkunden in der Nachbarschaft, die im schlimmsten Fall nicht von der jeweiligen Anschlussstörung betroffen sind, da die Netzanbindung über ein anderes Kabel/eine andere Leitungsführung realisiert wird“, schreibt das Unternehmen und rät dazu, Störungen möglichst selbst zu melden.
Anbieter des Hausnotrufsystems mit ins Boot holen
Kunden, die einen Hausnotruf nutzen, empfehle die Telekom, immer den jeweiligen Anbieter des Hausnotrufsystems mit ins Boot zu holen, damit im Fall einer Anschluss- oder Kabelstörung im Festnetz auf Mobilfunk via LTE ausgewichen werden könne.
Abschließend heißt es im Telekom-Statement zu den Wolfsteiner Störungen: „Wir bedauern, dass wir die Entstörung bisher nicht abschließen konnten und entschuldigen uns bei allen betroffenen Kunden.“