Kusel
Im zehnten Jahr so stark wie nie: Verein Zukunftsregion Westpfalz stellt weitere Weichen
Ein Bierdeckel mit ungeahnten Fähigkeiten hat vor Jahren medialen Wind entfacht. Mag das nun Spielerei sein, so zeugen hübsche Sümmchen an Forschungs-Fördermitteln von der Ernsthaftigkeit des Unterfangens, die Kräfte in der Region zu bündeln und mit entsprechend lauter Stimme die Interessen der Westpfalz und all ihrer Bewohner zu vertreten. Übrigens: Der Griffigkeit halber setzt ZRW – allein begrifflich – auf den Westen des Landstrichs. Die Regionen Nord- und Südwestpfalz gelten dabei als inbegriffen. Mithin sind Akteure aus praktisch der halben Pfalz mit im Boot.
Gerade einmal 14 Gründungsmitglieder saßen 2012 mit am Tisch; Stand Mittwoch sind es exakt 392 Mitstreiter aus Wirtschaft und Wissenschaft, Politik und Verwaltung, die sich unterm gemeinsamen Dach des ZRW vereint haben. Die jeweiligen Repräsentanten waren nun für am Mittwochabend in die Fritz-Wunderlich-Halle in Kusel geladen, um sich im Zuge der alljährlichen Vollversammlung auf dem Laufenden zu halten.
Kontaktbörse in
Denn genau dies – der Informationsaustausch untereinander – nehme einen bedeutenden Stellenwert ein. Somit war die Versammlung auch eine Art Kontaktbörse, bei der Mitglieder aus unterschiedlichen beruflichen Sphären miteinander ins Gespräch kommen konnten. Allerdings galt es zuvor auch noch einigen Formalien zu genügen.
Personelle Weichen wurden an der Vereinsspitze gestellt: Der bisherige Vorstandsvorsitzende Jürgen Adam (Kirchheimbolanden, Borg Warner) bleibt zwar im Vorstand, gab den Vorsitz allerdings weiter. Kai Landes (Direktor der Sparkasse Kaiserslautern) übernimmt das Ruder. Ihm zur Seite stehen als Stellvertretende Vorsitzende nun Südwestpfalz-Landrätin Susanne Ganster, die neu in die Vorstandsspitze aufrückte. Dort bleiben Jutta Metzler (Kaiserslautern, G&M Systemtechnik GmbH) und Kaiserslauterns Oberbürgermeister Klaus Weichel. 19 Personen – Unternehmens- und Verwaltungs-Chefs – bestimmen die Geschicke des Vereins mit.
ZRW versteht sich als Plattform, auf der gemeinsame Projekte gründen können, die der regionalen Fortentwicklung dienen. Sich um konkrete Vorhaben zu kümmern, das ist Aufgabe eines Teams, das in Diensten und im Sinne des Vereins schon allerlei bewegt hat. Unter Regie von Geschäftsführer Hans-Günther Clev hat jenes Team schon allerlei Vorzeigbares, ja Erstaunliches auf den Weg gebracht.
Deutschlandweit hat ein „digitaler Bierdeckel“ Aufmerksamkeit, der Smartphone-Nutzer auf virtuellem Wege in die Westpfalz geführt hat. Eine nette Spielerei am Rande, wie Clev dabei eingeräumt hatte. Von ganz anderem Kaliber sind die mehreren Millionen Euro an Forschungsgeldern, die dank ZRW an Universität, Hochschule und Institute in der Westpfalz fließen. Allein acht Millionen gab es für das Projekt „Waste2Value“ – Wertschöpfung aus Abfall. Dies gewinne im Zuge der sich verschärfenden Rohstoff-Problematik immens an Bedeutung.
Neuerdings richtet ZRW den Fokus verstärkt auch auf die Wasserstoff-Forschung. Erfolge in Form von Zuschussgeldern verzeichnete aktuell das Bemühen um Nachwuchs in naturwissenschaftlich-technisch orientierten Fächern. Nicht zuletzt: Mit dem selbstkreierten und inhaltlich belebten Internet-Auftritt westpfalz.de hat ZRW eine Info-Plattform geschaffen, die dank europaweiter Werbung auf stark zunehmendes Interesse stoße.