Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Im Porträt: Die neue Klimaschutzmanagerin des Landkreises, Vera Schumann

Vera Schumann ist seit 1. September die Klimaschutzmanagerin bei der Kreisverwaltung.
Vera Schumann ist seit 1. September die Klimaschutzmanagerin bei der Kreisverwaltung.

Zweiter Anlauf: Nach dem eher ergebnislosen Drei-Jahres-Versuch mit Alexander Tober soll es nun Vera Schumann als Klimaschutzmanagerin des Kreises richten. Die 26-Jährige hat klare Vorstellungen.

Am 1. September hat die gebürtige Saarbrückerin ihr Büro im vierten Stock bezogen. Es ist ihr erster Job. Aber einer, auf den sie sich gut vorbereitet sieht – nicht zuletzt dank eines Studiums im schwedischen Uppsala. Dort hat sie im vergangenen Jahr ihren Master in Umweltkommunikation und Management gemacht. Nach dem Bachelor in Umweltnaturwissenschaften und Internationaler Waldwirtschaft.

Kommunikation, die Vermittlung zwischen Politik und Öffentlichkeit – das ist für sie das zentrale Thema eines Klimaschutzmanagers. „Man muss die Bürger mitnehmen“, sagt die Saarbrückerin, die zuletzt in Köln gelebt hat. Denn egal wie viel Klimaschutz-Engagement ein Kreis oder eine Verbandsgemeinde an den Tag legt: Das wirkliche Potenzial steckt bei den Privaten. Bei Solaranlagen auf den Wohnhausdächern, bei Nahwärmekonzepten für Wohngebiete beispielsweise.

Konzept überprüfen

Ihre eigene Rolle hat sie dabei bereits klar definiert: „Ich bin die Verwaltungsseite. Ich muss den Menschen sagen können, wie etwas geht, wie man sie unterstützen kann.“ Vor allem beim Thema Zuschüsse. Daher liest sie in den ersten Wochen vor allem. Über Förderrichtlinien und Förderprogramme.

Das Klimaschutzkonzept des Kreises liegt natürlich auch ganz oben auf ihrem Schreibtisch. Schumann will überprüfen, was davon umgesetzt wurde, was funktioniert hat und was nicht. Weil es ein wenig in die Jahre gekommen ist – es stammt aus dem Jahr 2013 – will sie es fortschreiben.

Und sie hat begonnen, sich zu vernetzen. An erster Stelle mit jenen, die in den Verbandsgemeinden mit Klimaschutz befasst sind. Dass Verbandsgemeinden Klimaschutzkonzepte haben, findet sie naturgemäß gut. Sie hat Kontakt mit Energieversorgern aufgenommen, will auch mit Firmen reden.

Mobilität nicht einfach

Und Andreas Hartenfels ist für sie ein wichtiger Ansprechpartner. Der Grünen-Landtagsabgeordnete hält die ehrenamtliche Funktion eines Klimaschutzbeauftragten für den Kreis. Der von ihm geleitete Arbeitskreis beginnt gerade erst mit seiner Arbeit, soll die Bürger eng einbinden – ganz in Schumanns Sinne. Hier sei eine enge Zusammenarbeit enorm wichtig, sagt die 26-Jährige. Kräfte bündeln, heißt die Devise.

Ohnedies hält sie die politische Grundstimmung, nicht nur im Kreis, für erfolgversprechend für das Thema Klimaschutz: „ich bin sehr froh darüber, dass inzwischen fast alle Parteien sich für Klimaschutz einsetzen“, sagt die junge Frau, deren Mutter bereits bei den saarländischen Grünen war und die in ihrer Freizeit – neben dem Hobby Volleyball – so gerne in der Natur wandert.

Einen anderen Teilaspekt ihrer neuen Arbeit erlebt sie aktuell für sich selbst: nachhaltige Mobilität, gerade im ländlichen Raum. Sie lebt inzwischen in Kaiserslautern. „Ich habe immer in Städten gewohnt. Da war mir der Sprung von Köln nach Kusel für den Moment doch noch etwas zu viel“, sagt sie lachend. Doch weil sie kein eigenes Auto besitzt, ist die Fahrt zum Arbeitsort im ländlichen Raum nicht ganz einfach für sie. Mit dem Zug dauert es lange. Ab und zu verkürzt ein geliehenes Auto die Fahrtzeit; gerade bei Abendterminen, wenn es nicht mehr ganz so einfach ist, mit dem Nahverkehr zurück zu kommen. Voraussichtlich ab November hat sie selbst ein Auto. Ein Elektro-Auto.

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