Kreis Kusel
Holzbestellungen beim Forstamt auch 2023 wieder online
„Die alten Holzpreis waren sehr lange stabil, jetzt haben wir einmal angehoben“, sagt Gabi Kleinhempel. „Es hat schon angezogen, aber nicht so wie bei Öl und Gas“, erklärt die Leiterin des Forstamts Kusel. Moderat seien die Anpassungen gewesen, 15 bis 20 Prozent, wobei nicht jede Gemeinde den Vorschlägen des Forstamtes gefolgt sei: 68 Euro für den Festmeter Laubholz, 50 Euro für Nadelholz.
Über ein Online-Formular, das im vergangenen Sommer zum ersten Mal über die Homepage des Forstamtes erreichbar war, konnten bis Ende Oktober Bestellungen abgegeben werden. Maximal zehn Festmeter aus dem Gemeindewald konnten bestellt werden. „Manche Revierleiter mussten auf sieben runterschrauben, weil sie nicht so viel hatten“, erklärt Kleinhempel. Im März und April werden Bestellungen ausgeliefert, dann der nächste Schwung im Herbst, bis Dezember.
Bis dahin ist dann schon wieder das nächste Holz zu bestellen, was in einem etwas abgewandelten Verfahren von Juni bis Oktober möglich sein soll.
Nicht mehr eingeschlagen
Trotz der höheren Nachfrage von 50 bis 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sei nicht mehr Holz eingeschlagen worden, erklärt die Forstamtsleiterin. „Wir haben ja genaue Vorgaben etwa zur Nachhaltigkeit einzuhalten.“ In vielen Gemeinden gebe es recht neue Zehn-Jahres-Pläne. Wo dies noch nicht der Fall sei, sollen die Pläne bis Mitte dieses oder spätestens nächstes Jahr fertig sein.
„Es ist doch klar: Wenn ich starkes Holz zum Beispiel in die Möbelindustrie geben kann, werde ich es auch tun“, erklärt Kleinhempel weiter. „Schwaches Holz, Buche etwa, das gebe ich dann lieber als Brennholz an die örtlichen Bewohner statt beispielsweise in die Zellstoffgewinnung.“ Für dieses werden die Preise stabil bleiben, prognostiziert die Försterin: „Das bleibt jetzt erst mal so.“
Nährstoffzufuhr durch verrottendes Holz
Die Förster werden oft gefragt, warum so viel Holz im Wald liegen bleibe, berichtet sie. Bürger fragten nach, ob dieses angesichts der Energiekrise nicht verwendet werden könne. Doch Kleinhempel erklärt: „Alles unter sieben Zentimetern müssen wir liegenlassen.“ So soll etwas für die Nährstoffe im Boden getan werden. „Wir haben hier magere Standorte, die Böden sind ausgemergelt. Das verrottende Holz wird zur Nährstoffrückführung auf den Böden belassen.“
Es gebe eine genaue Standortkartierung für die Bodennährstoffe, in der die Vulnerabilitätsstufen für alle Wälder festgehalten seien. Besser sei der Boden in den Moorniederungen des Westrichs: sogenannte Braunerden. Schlechter seien die Böden etwa am Königsberg, das liege am Ausgangsgestein – und dort müsse mehr Holz liegen gelassen werden.
Gedüngt werden dürfe Waldboden nicht, betont Kleinhempel. „Das ist ja auch alles zertifiziert.“ Gekalkt worden sei zu Zeiten des Sauren Regens in den 1980er Jahren nicht etwa zur Düngung, „sondern zum Abpuffern der von außen eingetragenen Säure“. Diese hatte das damalige Waldsterben verursacht. „Jetzt ist der Grund fürs Absterben der Bäume Trockenheit und Wassermangel“, erklärt Kleinhempel.

