Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Holger Weyand: Auf Lieblingsstrecke auch mal ohne Schuhe unterwegs

Holger Weyand hat sich nach seiner Fußballkarriere der Läuferszene angeschlossen.
Holger Weyand hat sich nach seiner Fußballkarriere der Läuferszene angeschlossen.

Mancher Fußballspieler entdeckt nach der altersbedingten Beendigung der Fußballerlaufbahn den Laufsport für sich. So ist es auch bei Holger Weyand aus Glan-Münchweiler gewesen. Seitdem sind 50 Kilometer pro Woche keine Seltenheit. Rund um Glan-Münchweiler verläuft seine Lieblingsrunde.

Der 57-Jährige betrieb jahrzehntelang den Fußballsport, ehe er vor einigen Jahren kürzer trat und seitdem nur noch gelegentlich bei den „Alten Herren“ kickt. Gleichzeitig widmete er sich dem Laufsport. Weyand kann auf eine erfolgreiche Sportlerkarriere zurückblicken: „Ich habe von der Picke auf Fußball gespielt. Habe mehr als 400 Spiele beim FV Kusel und zuletzt beim FV Olympia Ramstein in der Landesliga gespielt“, berichtet er. In Kusel sei er von dem Kaiserslauterner Fußballweltmeister Werner Liebrich trainiert worden. Auch in der Südwest-Auswahl kam er zum Einsatz.

In seiner Zeit als Nato-Beschäftigter hat Weyand in der deutschen Militärmannschaft in Brüssel gegen Norwegens Militärmannschaft gespielt, berichtet er. Weyand treibt schon seit seiner Kinderzeit regelmäßig Sport. Mit Ehefrau und Tochter geht er auch gerne wandern. Zum regelmäßigen Laufen kam er über das Benefizteam „42x42,195“, das er vor drei Jahren mitgegründet hat. Die Laufgruppe habe sich zum Ziel gesetzt, Menschen in Not zu helfen, berichtete Weyand.

„Mammut“- und „Megamärsche“

Nicht Rekordzeiten reizen ihn, sondern besonders lange Strecken. Er absolvierte einen „Mammutmarsch“ und „Megamarsch“, beide im Raum München mit einer Länge von 100 Kilometern, auch nahm er an einem 24-Stunden-Lauf durch Bayern und an einem 12-Stunden-Lauf mit seinem Benefizteam teil. Zum Jahresabschluss steht stets ein „kurzer Lauf“ auf dem Terminkalender, dann ist er beim zehn Kilometer langen Silvesterlauf in Kottweiler-Schwanden dabei. Corona macht der Veranstaltung in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal hintereinander einen Strich durch die Rechnung.

Vom 1. Januar bis zum 28. Februar hat Weyand dann Zeit für einen erneuten „Megamarsch“, bei dem die Trainingskilometer addiert werden. 500 Kilometer müssen in den zwei Monaten zurückgelegt werden, das ist die Bedingung. Um einer Überbelastung zu entgehen, hat er ein besonderes Rezept: „Meiner Gesundheit und den Knochen zu liebe, laufe ich auch mehrere Kilometer barfuß durch Wald und Wiesen, auch nachts mit Stirnlampe.“ Dies habe ihm ein Physiotherapeut empfohlen, was tatsächlich dazu geführt habe, dass er von Verletzungen verschont geblieben sei.

Bierbrauer und Läufer

Von Beruf ist Weyand Bierbrauer. Die Lehre absolvierte er bei der ehemaligen Kuseler Brauerei Emrich. Er arbeitete auch anschließend zwei Jahre in seinem Beruf, ehe er für 13 Jahre bei der Nato beschäftigt war. Seit 14 Jahren arbeitet er als technischer Angestellter. Die Zeit bei der Nato hat ihn einmal nach Rom geführt. Im nächsten Jahr möchte er deshalb beim Rom-Marathon an den Start gehen.

Über das Jahr trainiert er etwa 50 Kilometer pro Woche. Vor langen Wettkämpfen reduziere er sein Trainingspensum. Eine seiner Trainingsstrecken beginnt in Glan-Münchweiler, zunächst geht es zum örtlichen Sportplatz, weiter nach Steinbach, Brücken, Börsborn, zur Fritz-Claus-Quelle und wieder zurück. „Das ist für mich eine optimale Trainingsstrecke“, sagt er. Denn sie könne leicht abgekürzt oder verlängert werden. Die 20-Kilometer-Strecke sei er während eines Wochenendes schon öfter fünf Mal gelaufen: „Ein gutes Training für meine Mammutmärsche“, sagt er.

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