Kreis Kusel Herausforderung gemeistert

Beim Herbstkonzert des Musikvereins Kusel und des Orchestervereins Idar-Oberstein überzeugten die Solistinnen Diana Dobers (Viol
Beim Herbstkonzert des Musikvereins Kusel und des Orchestervereins Idar-Oberstein überzeugten die Solistinnen Diana Dobers (Violine) und Anne Villiger (Oboe). Rechts vorne Dirigent Thomas Germain.

Ein wahrlich ambitioniertes Programm hatte Thomas Germain für das Herbstkonzert des Musikvereins Kusel und des Orchestervereins Idar-Oberstein zusammengestellt. Mit Bravour meisterten die 30 Musikerinnen und Musiker die Herausforderung. Und begeistert applaudierten am Ende die etwa 200 Zuhörer, die der Einladung in die Fritz-Wunderlich-Halle Kusel am Samstagabend gefolgt waren.

Zur Eröffnung erklang die Ouvertüre zur Oper „L’isola disabitata“ von Joseph Haydn. Das Largo beginnt getragen. Versetzt fallen die einzelnen Instrumente ein, wiederholen das Thema, lassen es eindrücklich nachklingen. Allmählich gewinnt das Stück an Tempo, das alle aufnehmen. Ganz leise, ins Pianissimo, führt Dirigent Thomas Germain seine Musiker, um sie sogleich wieder voller Pep aufspielen zu lassen. Der flotte Auf- und Abstrich der Streicher lässt erahnen, was sie zu leisten haben. Voluminös sind da die Bläser zu hören. Später wird die Querflöte die Führung übernehmen. Dynamisch geht es weiter: mal fröhlich-beschwingt, mal leise-tänzelnd. In etlichen Variationen wird das Thema präsentiert und kommt selbst in leisesten Tönen daher. Nach einem furiosen Crescendo, in das das gesamte Ensemble einstimmt, endet die Ouvertüre. Ungewöhnlich, aber nichts destotrotz superb ist das Konzert für Oboe und Violine von Johann Sebastian Bach. Ob der berühmte Komponist es ursprünglich für zwei Cembali geschrieben hat – wie im Programmheft angedeutet – spielt keine Rolle. Es gefällt, nicht zuletzt wegen der mehr als meisterhaften Darbietung der beiden Solistinnen Anne Villiger, Oboe, und Konzertmeisterin Diana Dobers, Violine. Das Orchester im Hintergrund unterstreicht und stützt die Melodieführung, begleitet und akzentuiert. Sehr beschwingt startet das Werk, nimmt stetig Fahrt auf, wie an den raschen Läufen unschwer zu erkennen ist. Da hat die Oboe die Führung, dort ist es die Violine. Die Solistinnen sind perfekt aufeinander abgestimmt, spielen sich die Bälle gekonnt zu. Auch das übrige Orchester steht in nichts nach, zieht mit beiden ohne Fehl und Tadel mit. Besonders anmutig ist auch der Zusammenklang von Oboe und Cembalo, zu dem sich schließlich die Violine gesellt. Das Pizzicato der übrigen Streicher unterfüttert das gelungene Klangbild. Allmählich wandelt sich die Dynamik. Das Tempo fährt zurück. Richtig langsam streichen die Geiger über ihre Saiten oder zupfen sie. Tiefste Töne entlocken die Kontrabassisten ihren Instrumenten, bevor die Oboe wieder die Führung aufnimmt und alle zusammen den Schlussakkord anstimmen. Das finale Allegro fordert die Solistinnen nochmals auf höchstem Niveau. In einem aberwitzigen Tempo fliegt der Bogen, huschen die Finger der Violinistin über die Saiten, während die Oboistin gleichzeitig kräftig die Tasten drückt. Den frenetischen Applaus und die Blumensträuße haben sich die beiden redlich verdient. Einfach nur schön ist der „Reigen seliger Geister“ aus der Oper Orpheus und Eurydike von Christoph Willibald Gluck. So zart, so leise und so harmonisch beginnt die Komposition. Heimelig wirkt das Pizzicato der größeren Streichinstrumente, sanft und sacht das feine Staccato. Erst ganz allmählich wird der Klang voller. Nun übernimmt die Querflöte, brillant gespielt von Gabriele Strasser, die Führung. Da fallen die Hörner fesch ein, um sich gleich darauf wieder zurückzunehmen. Es ist wie ein Geben und Nehmen, wunderbar stimmig, zum Träumen einladend. Mit der Symphonie C-Dur von Georges Bizet bietet das Symphonieorchester einen letzten Ohrenschmaus. Dieses Werk ist voller Dynamik, welche die Paukenschläge stetig hervorheben. Leichtfüßige, mitunter wie ein Tanz, dann wie ein Marsch tönende Passagen lösen sich rasch auf, um später wieder aufgenommen zu werden. Häufig und variantenreich wird das Thema wiederholt. Versetzte Einsätze, Instrumente, die vorpreschen, andere, die eher das Echo bilden, fordern auch den Dirigenten. Doch der hat sein Orchester voll im Griff und mehr als engagiert führt er es durch alle Schwierigkeiten der Symphonie. Da wird mit einem sagenhaften Crescendo Dramaturgie und Progression, dort mit einem Pianissimo Ruhe und Entspannung erzeugt. Ja, hier sind die Streicher gefordert, dürfen – unterstützt vom Paukisten, von Flötisten Klarinettisten, Fagottisten und Hornbläsern – ihr Können unter Beweis stellen. Das Gemeinschaftswerk ist zweifellos gelungen. Das beweist nicht zuletzt der Applaus, der eine gern gewährte Zugabe einfordert.

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