Wahnwegen RHEINPFALZ Plus Artikel Haushalt: Viel Geld für Energieprojekte

Ortsansicht von Wahnwegen.
Ortsansicht von Wahnwegen.

Es gibt Vorhaben, für die man in Vorleistung treten muss, um künftig davon zu profitieren. Der Gemeinderat Wahnwegen sieht in einer Photovoltaik-Anlage ein solches Projekt. Und auch in ein anderes Energieprojekt wird viel Geld gesteckt.

Ortsbürgermeister René Morgenstern und die Ratsmitglieder nehmen in Kauf, dass der Ausbau erneuerbarer Energien im und rund um den Ort den Haushalt belastet. Im laufenden Jahr will die Gemeinde 300.000 Euro in die Hand nehmen, um Flächen für eine Photovoltaik-Anlage zu kaufen. Im kommenden Jahr sind 1,8 Millionen Euro für die Posten Stromerzeugung und -verteilung sowie die geplante Nahwärmeversorgung vorgesehen. „Wir, die Gemeinde, wollen uns an Strom- wie Wärmeversorgung zu 50 Prozent selbst beteiligen.“ Sicher, ergänzt Morgenstern, könnte Wahnwegen auch Flächen für Photovoltaik an Unternehmen verpachten, „doch dann machen die auch den Gewinn. Diesen können wir gut und gerne selbst einstreichen.“ Dass sich die Investition wohl erst nach bis zu 20 Jahren lohnt, sei den Mitgliedern des Rates bewusst, sagt der Ortsbürgermeister.

Zudem wolle sich Wahnwegen nicht von externen Betreibern abhängig machen. Einen Partner, sagt Morgenstern, gebe es jedoch noch nicht. Derzeit prüfe die Kommunalberatung den rechtlichen Rahmen, also welche Beteiligungsformen an der Nahwärmeversorgung möglich sind. Unerlässlich sei, dass sich die Mehrheit der Bürger am Projekt beteiligt, sonst sei es nicht zu realisieren. Das Interesse werde demnächst abgefragt. Dass der Druck aktuell wächst, sei vor dem Hintergrund steigender Gas- und Ölpreise klar. Nicht zuletzt deshalb habe er viele Rückmeldung von Bürgern erhalten, die ihre Heizungen umstellen wollen. „Denen müssen wir Alternativen aufzeigen.“

Geld für Straßen und Kita

Im Haushalt 2022/2023 sind allerdings nicht nur Posten aufgeführt, die sich um das Thema Energieversorgung drehen: Der Ausbau der Heidestraße kostet die Gemeinde in beiden Jahren zusammen 550.000 Euro. Die Kosten für Grunderwerb und Vermessungen im Neubaugebiet „Am Scheidsberg“ belaufen sich 2022 auf 100.000 Euro. 210.000 Euro fließen dieses Jahr in die Lüftungsanlage und die Sanierung der Sanitäranlagen der Kita. Das Investitionsvolumen für 2022 beträgt knapp 1,1 Millionen Euro; 2023 sind es 2,5 Millionen Euro. Um die Projekte umzusetzen, müssen Kredite aufgenommen werden.

Der Ergebnishaushalt wird in beiden Jahren mit einem Fehlbetrag geplant – 2022 liegt er voraussichtlich bei 51.000 und 2023 bei 80.000 Euro. Um mehr Geld einzunehmen, hat der Rat die Grundsteuern A und B sowie die Gewerbesteuer nicht nur – wie von der Kommunalaufsicht gefordert – um 20, sondern um 40 Prozentpunkte erhöht. So kann die Gemeinde 2022 und 2023 mit Einnahmen von je 54.000 Euro aus der Grundsteuer B rechnen. Die Schlüsselzuweisungen vom Land liegen bei 207.000 Euro.

An den Kreis sind wegen der auf 43,75 Prozent gestiegenen Umlage dieses Jahr 280.000 Euro abzuführen, nächstes Jahr voraussichtlich 285.000 Euro. Die Verbandsgemeinde Oberes Glantal kann bei einer derzeitigen Umlage von 40 Prozent 256.000 Euro im laufenden und 260.000 Euro im kommenden Jahr von Wahnwegen erwarten.

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