Jettenbach / Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Hausarzt-Problematik: Kein Praxis-Nachfolger in Sicht

Findet keinen Nachfolger: Karl-Friedrich Resch, Der Allgemeinmediziner aus Jettenbach geht Ende März in Ruhestand.
Findet keinen Nachfolger: Karl-Friedrich Resch, Der Allgemeinmediziner aus Jettenbach geht Ende März in Ruhestand.

Wenige Wochen vor der Schließung der Allgemeinarzt-Praxis von Karl-Friedrich Resch in Jettenbach hat sich noch kein potenzieller Nachfolger für eine Übernahme gefunden. Unterdessen machen sich sowohl die Orts- als auch die Verbandsgemeinde für die Sicherung des Arztsitzes stark. Eine Änderung in der Ärzte-Landschaft steht in Kusel an.

Nach der öffentlichen Ankündigung, seine Praxis zum 1. April zu schließen, habe sich weiterhin kein Nachfolger gefunden, sagte Resch auf Nachfrage der RHEINPFALZ. Auch der Kassenärztlichen Vereinigung seien derzeit keine Angebote für eine Übernahme bekannt, berichtete der Sprecher aus Mainz. Gerüchte, wonach das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Schneider in Rodenbach Interesse habe, kann Resch nicht bestätigen: „Nein, Schneider übernimmt nicht“, sagte der 78-Jährige. Allerdings habe Schneider vor etwa zehn Jahren bei ihm einmal angefragt. „Aber da wollte ich noch nicht aufhören“, berichtet der Mediziner aus Jettenbach.

Thomas Schneider betreibt mit seiner Frau Heidi nicht nur das MVZ Wolfstein, sondern auch das MVZ in Rodenbach mit drei Niederlassungen in Ramstein-Miesenbach, Steinwenden und Weilerbach. Der Praxisbetreiber war auch auf mehrfache Anfragen für die RHEINPFALZ nicht erreichbar.

Finanzielle Unterstützung nicht ausgeschlossen

Unterdessen machen sich sowohl die Ortsgemeinde als auch die Verbandsgemeindeverwaltung Lauterecken-Wolfstein für den Erhalt des Praxisstandorts Jettenbach stark. „Wir wünschen natürlich, dass die Praxis weitergeführt werden kann“, sagte Ortsbürgermeister Timo Harth der RHEINPFALZ. Möglicherweise könne die Ortsgemeinde unterstützend aktiv werden. Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Oliver Kusch, der eine kardiologische Praxis in Kusel betreibt, weiß um das Problem und sicherte Unterstützung zu.

Ebenso schließt die Verbandsgemeinde eine Unterstützung nicht aus. „Die medizinische Versorgung der Menschen hat großen Vorrang“, betont Bürgermeister Andreas Müller. Dies sei auch in einer Videokonferenz mit Vertretern der VG, dem Ortsbürgermeister sowie Landrat Otto Rubly und zwei Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung am Donnerstag klar geworden. Ergebnis der Konferenz: „Wir wollen uns so bald wie möglich in Präsenz treffen“, kündigte Müller auf Nachfrage an.

Zurzeit acht freie Hausarzt-Sitze im Kreis

Eine mögliche finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde schloss Müller nicht aus. Allerdings müsse diese im Einzelfall im Rat erörtert werden, stellte er klar. Der Haupt- und Finanzausschuss der VG hatte zuletzt auch grünes Licht für die Anschubfinanzierung des Medizinischen Versorgungszentrums in Wolfstein gegeben.

Insgesamt praktizieren – Stand Juni 2021 – im Kreisgebiet 43 Hausärzte. Zudem gibt es 39,5 Stellen für Fach- und Kinderärzte, ferner praktizieren zwölf Psychotherapeuten.

Kuseler Ärztin eröffnet neue Praxis

Eine weitere Änderung in der Ärzte-Landschaft wird zum 1. April in Kusel erwartet. Zu diesem Termin öffnet Ärztin Christiane Leyser eine neue Praxis in der Trierer Straße 60. Leyser verlässt die Gemeinschaftspraxis am Hofacker 22, die sie einige Jahre zusammen mit Elena Jung geführt hatte.

Aktuell würden die Räume in der Trierer Straße noch renoviert, berichtet Leyser. Ihr Sohn, Peter Baum, befinde sich derzeit noch in der Facharztausbildung. Der Plan sei, dass er nach seinem Abschluss mit in die Praxis einsteigt, kündigt die Ärztin an. Elena Jung werde weiter am gewohnten Ort in der ehemaligen Praxis von Detlev Thauer tätig sein.

Künftig Sitz der Praxis von Christiane Leyser: das Anwesen Trierer Straße 60 in Kusel.
Künftig Sitz der Praxis von Christiane Leyser: das Anwesen Trierer Straße 60 in Kusel.
x