Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Grundstückspreise in der Region: Wo Bauland teuer ist

Begehrter Wohnort: die Stadt Waldmohr.
Begehrter Wohnort: die Stadt Waldmohr.

Bauen im Landkreis Kusel ist vor allem im Südkreis nicht einfach. In der Nähe der Autobahn sind die Grundstückspreise nämlich am höchsten. Und in keinem anderen Gebiet sind auch Preissteigerungen so deutlich. Das gilt vor allem für zwei Ortsgemeinden.

Ein Bauplatz in Waldmohr kostet bis zu 215 Euro den Quadratmeter inklusive Erschließung. In vielen Orten der Verbandsgemeinden Lauterecken-Wolfstein gibt es dagegen Grundstücke bereits für 60 Euro den Quadratmeter. In Lauterecken sind aber auch 80 Euro fällig. Das ist die Bandbreite, die der neue Bericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Westpfalz für den Landkreis Kusel offenbart.

In den Jahren 2020 und 2021 haben im Kreis rund 300 Grundstücke den Eigentümer gewechselt. Das ist ein Anstieg um 60 Prozent im Vergleich zu den Jahren 2018 bis 2019. 40 Prozent der Geschäfte betreffen Grundstücke aus dem Oberen Glantal, 36 Prozent die Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan, 24 Prozent die VG Lauterecken-Wolfstein. „Auffällig ist, dass in fast allen Orten Grundstücke gehandelt wurden und in den begehrten Lagen diese langsam knapp werden“, sagt Michael Loos, Abteilungsleiter beim Katasteramt in Kusel und Mitglied des Gutachterausschusses, dem Baufachleute, Makler, Banken- und Behördenvertreter angehören.

135 Ortsteile im Kreis erfasst

Im Kreis gibt es 98 politische Ortsgemeinden und 135 Ortsteile, die noch aus der Katasterfestlegung von 1814 stammen. So ist die Stadt Kusel zum Beispiel beim Katasteramt aufgeteilt in die Ortsteile Kusel, Bledesbach und Diedelkopf. Erstmals hat der Gutachterausschuss jeden Ort einem bestimmten Marktsegment zugeordnet. Landesweit gibt es sechs Segmente, wobei nur die Innenstadt von Mainz die oberste Kategorie erreicht. In Kaiserslautern geht es bis fünf, im Landkreis Kusel bis drei.

In das Marktsegment drei fallen nur Waldmohr, Schönenberg und Kübelberg. Dort liegt der Mittelwert für den Kaufpreis bei rund 150 Euro den Quadratmeter. 24 Ortsteile fallen in das Marktsegment zwei mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 100 Euro. Alle übrigen 108 Orte kommen im Durchschnitt auf 60 Euro den Quadratmeter, wenn ein unbebautes Grundstück verkauft wird.

Begehrte Lage wechseln die Eigentümer

Im Marktsegment eins hat der Gutachterausschuss binnen zwei Jahren Preissteigerungen von zwölf Prozent ermittelt, im Marktsegment zwei von acht Prozent und im Marktsegment drei sogar von 25 Prozent. „Grundstücke in begehrten Lagen werden einfach knapp“, sagt dazu Loos.

Die Werte kennt der Gutachterausschuss deshalb, weil er über jeden notariellen Kaufvertrag in der Westpfalz automatisch informiert wird. in die Marktsegmente fließen neben den Bodenrichtwerten auch Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Wohnungen ein. Außerdem werden mögliche Mieteinnahmen kalkuliert.

Wichtig für die Grundsteuer

Die Bodenrichtwerte dienen nicht nur zur Orientierung für Verhandlungen. Das Finanzamt berücksichtigt sie bei der Festlegung der Erbschafts- und Schenkungssteuer. Und auch bei der anstehenden Neuordnung der Grundsteuer fließen sie ein. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts müssen die Einheitswerte von Grundstücken und Gebäuden bis 2025 neu festgelegt werden. Die bisherigen Werte stammen im Westen Deutschlands aus dem Jahr 1964.

Der Gutachterausschuss hat festgestellt, dass vor allem die Preise in Mischgebieten angestiegen sind. „Das ist für uns ein Indiz dafür, dass in Orten, in denen keine Neubaugebiete ausgewiesen werden, Baulücken gefragt sind“, erklärt Loos. Da werde zum Beispiel im Garten der Oma gebaut und der angrenzende Gewerbebetrieb störe nicht mehr, weil es die einstige Schlosserei nicht mehr gebe.

Info

Die Servicestelle des Vermessungs- und Katasteramtes Westpfalz erteilt unter 06331 50111150 Auskünfte. Im Geoportal des Landes sollen die Werte ab April einsehbar sein.

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