Offenbach-Hundheim
Grundsatzbeschluss: Keine Freiflächen-Photovoltaik auf Ortsgemarkung
Das Thema kam auf, als die Nachbargemeinde Glanbrücken auf der Höhe im Dreieck Glanbrücken, Deimberg und Offenbach-Hundheim mit der Planung einer solchen Anlage begonnen hat. Ein entsprechender Planaufstellungsbeschluss für das sechs Hektar große Projekt sei bereits im Dezember 2020 gefasst worden, informierte Ortsbürgermeister Peter Stein. Die Pläne sahen vor, ein Grundstück von einem Hektar Größe in Offenbach-Hundheim als Ausgleichsfläche zu verwenden. Dann habe der Projektierer allerdings bei der Ortsgemeinde angefragt, ob diese Ausgleichsfläche vielleicht auch für Photovoltaik-Module verwendet werden könne. In dem Falle würde ein anderer Ausgleichsort gefunden. Auf die Nachfrage aus dem Gemeinderat, wohin diese eine mögliche neue Ausgleichsfläche kommen könnte, sagte Stein, dies sei noch nicht geklärt.
Der Ortsbürgermeister zeigte sich dem Thema gegenüber „ganz offen“. Vor dem Hintergrund der Energie-Verknappung sagte er: „Das wird uns böse treffen.“ Er sei überzeugt, dass man irgendwann froh sei, eigenen Strom produzieren zu können. Er wolle sich später nicht vorwerfen lassen, diese Chance versäumt zu haben, argumentierte Stein.
Vorwurf: „Euch geht es nur ums Geld“
Bei einer Laufzeit von 20 Jahren würden von dem einen Hektar großen Areal rund 40.000 Euro in die Kasse der Gemeinde fließen, erläuterte Stein. Auch der Erste Beigeordnete Hermann Michel befürwortete ein solches Projekt. Freiflächen-Anlagen erwirtschafteten mehr Strom als Dach-Anlagen, da sie genauer ausgerichtet werden könnten, erläuterte er. Konkret könnten mit der Leistung 125 bis 180 Haushalte im Ort mit Strom versorgt werden, berichtete Michel.
„Das ist der Einstieg in weitere Photovoltaikflächen und Windräder“, warnte Ratsmitglied Albert Alt (Wählergruppe Reichel). Und er schob hinterher: „Euch geht es nicht um Umweltschutz oder die Ukraine. Euch geht es nur ums Geld“, unterstellte er den Befürwortern dieser erneuerbaren Energieform.
„Landwirtschaftliche Flächen in Gefahr“
Ratsmitglied Christoph Schlicher von der Wählergruppe Stein konstatierte, „es wird hier blau“. Er empfahl aber, nicht etwa landwirtschaftliche Flächen zu nutzen, sondern bereits versiegelte Areale wie etwa Parkplätze. Auch sein Ratskollege Roland Alt sieht ebene landwirtschaftliche Flächen in Gefahr und sprach sich dafür aus, eher „Ödland“ zu nutzen. Doch auch Ödland sei Natur, erntete er in der sehr lebhaften Diskussion sofort Widerspruch.
Mit Blick auf Klimawandel und angestrebte Energiewende hatte der Verbandsgemeinderat Lauterecken-Wolfstein im Februar die Erteilung des Planungsauftrages für die Aufstellung eines gemeinsamen Flächennutzungsplanes für die GV beschlossen. Auch dies sorgte noch mal für Kritik unter einigen Ratsmitgliedern.
„Mal über den Tellerrand hinaus gucken“
Für mehr Besonnenheit sprach dagegen der Beitrag des Beigeordneten Jürgen Graf: „Hier geht nicht um uns, sondern um unsere Kinder und Enkel“, betonte er. Polemik sei bei dem Thema nicht angeraten, sagte Graf an die Adresse der Gegner und empfahl, „nicht nur auf unser Offenbach zu gucken, sondern auch mal über den Tellerrand hinaus“. Dem schloss sich der Gemeinderat allerdings nicht an. Vier Ratsmitglieder waren dafür. Sechs stimmten gegen eine solche Anlage, zwei weitere Ratsmitglieder enthielten sich ihrer Stimme.