Grumbach
Goldener Meisterbrief: Werner Kreischer ist seit 50 Jahren Landwirtschaftsmeister
Bei der Feier im Kurhaus Bad Kreuznach sei er nicht mit von der Partie gewesen, sagt Kreischer. An seine Ausbildungsstationen erinnert sich der 72-Jährige noch gut: drei Jahre Berufsschule, Fachschule und anschließend Kurse an der Meisterschule – alles in Idar-Oberstein. Die Ausbildung sei sehr vielseitig gewesen, sagt Kreischer. Ackerbau, Tierhaltung, Buchhaltung und Betriebsführung waren einige der Felder, in denen Landwirtschaftsmeister Kenntnisse erwarben.
Der elterliche Betrieb in Grumbach umfasste 25 Hektar Acker- und Grünland, als Kreischer ihn übernahm. Auf dem Hof am Ortsrand von Grumbach gab es Milchkühe im Anbindestall. Das weibliche Jungvieh stand von Mai bis November auf der Weide. Wenn Leute aus dem Dorf bei Kreischers Milch kauften, musste eine Mark je Liter berappt werden, erinnert er sich vage.
Träne am leeren Stall verdrückt
In dem Betrieb gab es zwei Schlepper mit 40 und 27 PS. An den Hängen sei mitunter auch noch mit der Sense gemäht worden. Und es sei nährstoffreiches Grünfutter mit Klee geerntet worden, was bei den Rindern Anklang gefunden hätte, erzählt er.
Mit der Viehhaltung hörte Kreischer 1992 auf, was ihm nicht leicht gefallen sei: „Öfters habe ich im leeren Stall gestanden und eine Träne verdrückt.“ Den Ackerbau hängte er 2009 an den Nagel. Damals umfasste der Betrieb rund 70 Hektar, die drei Schlepper wiesen wesentlich mehr PS als zuvor auf. Nachdem klar war, dass keines der drei Kinder den Hof übernehmen werde, wäre es nicht sinnvoll gewesen, noch zu investieren, argumentiert Kreischer und bekennt: „Ich war mit Leib und Seele Landwirt.“ Der Sohn ist Fachberater in einer Baustoffhandlung in Ramstein, eine Tochter Kita-Leiterin in Weilerbach. Die jüngste arbeitet in einem Ministerium in Wiesbaden.
Vorsitzender des Waldbauvereins Kusel
Für den Eigenverbrauch und die Verwandtschaft pflanze er seit 2012 wieder Saatkartoffeln, sagt Kreischer. Dabei gehe es ihm vor allem um den guten Geschmack, denn der Massenware fehle es an Qualität.
Die zum Betrieb gehörende Waldfläche habe er durch Zukauf aufgestockt. Mittlerweile bewirtschaftet Kreischer 18 Hektar Laubwald: „Da finde ich meine Beschäftigung.“ Seit einigen Jahren ist er Vorsitzender des Waldbauvereins Kusel.
Info: Der Waldbauverein Kusel
Im Kreis Kusel besteht seit mehr als 30 Jahren ein Waldverein mit rund 250 Mitgliedern. Neben wenigen größeren Privatwaldbesitzern gehören dem Zusammenschluss überwiegend private Kleinwaldbesitzer mit Flächen bis zu zwei Hektar an. Die Vereinsmitglieder erhalten Beratung zum Holzverkauf und zur Waldbewirtschaftung. Über die Forstbetriebsgemeinschaft Pfalz (Dahn), der sich der Kuseler Waldbauverein angeschlossen hat, können die Waldbesitzer bessere Konditionen bei der Holzvermarktung erzielen. Der Verein bietet auch verschiedene Exkursionen an: am 13. Oktober ist eine Fahrt nach Bad Dürkheim zu dem Küferbetrieb Eder geplant. Anmeldungen bei Werner Kreischer unter Telefon 06382 1381.