Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Gewerbeflächen: Potenzial vor allem im Süden und der Mitte

Allein rund um das Gewerbegebiet Mehlpfuhl in Schönenberg-Kübelberg (hier der Kreisel, der das Gebiet an die Bundesstraße anbind
Allein rund um das Gewerbegebiet Mehlpfuhl in Schönenberg-Kübelberg (hier der Kreisel, der das Gebiet an die Bundesstraße anbindet) sehen die Planer drei Erweiterungsmöglichkeiten.

Der Landkreis Kusel hat nur wenige größere Flächen, die sich als Gewerbegebiete eigenen würden. Das steht in der sogenannten Gewerbeflächenpotenzialanlayse, die der Kreis gemeinsam mit dem Donnersbergkreis hat anfertigen lassen. Besonders mager sieht es im Nordkreis aus.

Die beiden Kreise hatten im vergangenen Jahr nachgezogen, nachdem bereits Stadt und Landkreis Kusel hatten überprüfen lassen, wo es denn auf ihrer Gemarkung weiteren Platz für Firmen geben könnte. Denn im Ballungsraum Kaiserslautern/Landstuhl wird es so langsam eng. Hinzu kommt: Die Corona-Krise hat das Thema Homeoffice befördert – und damit nach Einschätzung der Planer des Büros Kernplan die Möglichkeiten des ohnedies preisgünstigeren ländlichen Raumes erhöht, als Firmenstandort in Erwägung gezogen zu werden.

Das wäre die doppelte Chance für die beiden angrenzenden Landkreise – wenn sie denn entsprechende Flächen zur Verfügung hätten. Und zwar ausreichend große, denn am Ende nächsten Jahres will das Land nur noch dann Gewerbegebiete fördern, wenn diese mindestens zehn Hektar Fläche umfassen. 50 Prozent und mehr der Erschließungskosten können hier aus Mainz fließen.

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Die Topografie hindert

Nur: Der Landkreis Kusel hat kaum Potenzial für Gewerbeflächen dieser Größe, weswegen die Planer bereits Flächen ab 2,5 Hektar in ihre Untersuchung mit einbezogen haben. Das hat vor allem mit der Topografie zu tun – Flächen mit mehr als 15 Prozent Steigung gelten als nicht wirtschaftlich erschließbar –, aber auch mit anderen einschränkenden Faktoren wie Landschafts- oder Hochwasserschutzgebieten.

Am Ende haben die Planer 23 mögliche Gebiete unter die Lupe genommen, wie sie am Montag im Kreisausschuss vorstellten. Die meisten von ihnen liegen im weniger hügeligen Südkreis. Das größte mit 22 Hektar nördlich von Waldmohr, gleich drei mit insgesamt 25 Hektar rund um Schönenberg-Kübelberg.

Die bekannten Namen

Auch in der Mitte des Landkreises sind es vor allem die bereits hinlänglich bekannten möglichen Standorte. Viermal wird Gelände auf oder an der Kaserne aufgeführt – zusammen fast 40 Hektar –, am bestehenden Gewerbegebiet Erlenhöhe sehen die Planer zwei Erweiterungen mit insgesamt 30 Hektar. Bei Reichweiler gäbe es ebenfalls zwei Möglichkeiten mit jeweils rund zehn Hektar.

Für den Nordkreis haben die Planer zwar mehrere größere Flächen identifiziert – vor allem rund um Wiesweiler –, doch gebe es dort zum Teil erhebliche Restriktionen. Im Klartext: Überschwemmungsgebiete, Topografie oder fehlende Anbindung an überregionale Straßen lassen diese Pläne nur schwerlich realisierbar erscheinen. Daher sind in der Analyse sogar Flächen von nur zwei (Wolfstein) oder 2,5 Hektar (Offenbach-Hundheim) aufgelistet.

Jetzt in die Gemeinden

Landrat Otto Rubly betonte nach einem Gespräch mit dem Land, dass dieses an seinen Plänen festhalte, ab 2023 nur noch Gewerbegebiete von mindestens zehn Hektar zu fördern. Daher biete dort, wo diese Flächengröße nicht erreicht werde, nur eine interkommunale Zusammenarbeit von Orts- oder Verbandsgemeinden die Möglichkeit, vielleicht an Zuschüsse für die Erschließung heranzukommen. Mehrere Ausschussmitglieder forderten daher, der Kreis solle schriftlich an das Land appellieren, für den ländlichen Raum Ausnahmen von dieser Fördervoraussetzung zu machen.

Die Potenzialanalyse geht nun in die Verbands- sowie die betroffenen Ortsgemeinden. Wenn dort die Steckbriefe der einzelnen Gebiete diskutiert und mögliche Änderungen angeregt sind, soll die Analyse fertiggestellt und an die Planungsgemeinschaft Westpfalz weitergeleitet werden. Die wird kommendes Jahr den Raumordnungsplan fortschreiben.

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