Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Generalprobe der extremen Art für den Kuseler Michael Schymura

Der Kuseler Michael Schymura (rechts, vorne) absolvierte am Samstag einen 120-Kilometer-Lauf rund um den Stadtweiher Baumholder.
Der Kuseler Michael Schymura (rechts, vorne) absolvierte am Samstag einen 120-Kilometer-Lauf rund um den Stadtweiher Baumholder. Martin Ziemer (links, vorne) aus Glan-Münchweiler legte 100 Kilometer zurück.

Ultraläufer Michael Schymura läuft in Baumholder 120 Kilometer. Der Extremlauf dient dem Kuseler als Vorbereitung auf den noch längeren Mauerweglauf in Berlin.

Mehr als 160 Runden um den Stadtweiher in Baumholder, 120 gelaufene Kilometer und 17 Stunden auf den Beinen: Michael Schymura hat seinen außergewöhnlichen Trainingslauf als Vorbereitung auf den Berliner Mauerweglauf im August erfolgreich absolviert. Am Samstagmorgen war der 39-jährige Kuseler um 7 Uhr zu seiner Herausforderung gestartet.

Ausschließlich auf der etwas mehr als 700 Meter langen Runde um den Weiher spulte er Kilometer um Kilometer ab. Am Ende standen 120 Kilometer auf der Uhr – ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu den 100 Meilen (rund 162 Kilometer) beim Berliner Mauerweglauf am 15. und 16. August. Für eine weitere bemerkenswerte Leistung des Tages sorgte Martin Ziemer aus Glan-Münchweiler. Eigentlich hatte er sich vorgenommen, einen Marathon zu laufen. Doch getragen von der besonderen Atmosphäre und der Unterstützung der zahlreichen Teilnehmer steigerte er sein Pensum immer weiter. Am Ende standen beeindruckende 100 Kilometer zu Buche. Damit übertraf Ziemer seine bisherige persönliche Bestleistung von 67 Kilometern deutlich und knackte erstmals die magische Marke von 100 Kilometern.

Unterstützung aus der Laufgemeinschaft

Mehr als 100 Lauffreunde begleiteten Schymura im Laufe des Tages. Viele von ihnen liefen einzelne Runden oder längere Strecken mit und sorgten für zusätzliche Motivation. „Ich habe nie daran gedacht aufzugeben“, sagte Schymura nach seinem Lauf. Besonders gefreut habe ihn die große Unterstützung aus der Laufgemeinschaft. Auch weitere Teilnehmer nutzten die Aktion für ihre eigenen sportlichen Ziele. Nina Dahlke, Schulleiterin der Realschule plus in Kusel, absolvierte einen Halbmarathon. Der Kuseler Nico Süß legte 30 Kilometer zurück. Die hochsommerlichen Temperaturen machten den Tag zusätzlich anspruchsvoll.

Elf Liter Wasser und Kekse

Schymura trank nach eigenen Angaben rund elf Liter Wasser. Gegessen habe er dagegen vergleichsweise wenig. Vor allem Kekse standen auf dem Speiseplan, dazu Trockenfrüchte und zwei Eis. „Es ist reine Kopfsache“, sagte der Ultraläufer. Die Schmerzen würden irgendwann nicht stärker werden, sondern auf einem gleichbleibenden Niveau bleiben. Wichtig sei gewesen, sich nicht von schnelleren Mitläufern zu einem höheren Tempo verleiten zu lassen. Zudem habe er befürchtet, dass die vielen Runden durch ihre Eintönigkeit zum Problem werden könnten. Diese Sorge habe sich jedoch nicht bestätigt.

100 Meilen in 24 Stunden

Mit Blick auf Berlin zeigt sich Schymura optimistisch. Für die dortigen 100 Meilen steht ihm ein Zeitlimit von 30 Stunden zur Verfügung. Sein persönliches Ziel ist deutlich ambitionierter: Er möchte die Strecke in 24 Stunden bewältigen. Die Generalprobe in Baumholder wertet er als gelungen. Bis zum Mauerweglauf will der Läufer sein Training weiter intensivieren. Geplant sind wöchentlich rund 150 Laufkilometer – von kürzeren Zehn-Kilometer-Einheiten bis hin zu Marathon-Distanzen. Zusätzlich sammelt Schymura über eine Kilometerpatenschaft Spenden zugunsten der Lebenshilfe Kusel.

x