Waldmohr
Gala für Corona-Helfer auf dem Eichelscheiderhof
Die rund 150 Männer und Frauen sitzen unter Pavillons oder halten sich an Stehtischen auf. Plaudern, lauschen der Ramstein High School Jazz Band, später der den „Üblichen Verdächtigen“. Rosemarie Saalfeld gießt sich ein Glas Wein ein und erzählt, dass sie Mitglied eines 15-köpfigen Teams sei, das zu Beginn der Pandemie eine Einkaufshilfe organisierte. „Das lief sehr gut an.“ Über die Whatsapp-Gruppe haben sich die Helfer verabredet und die Liste der Anfragen abgearbeitet. Noch heute sei die Gruppe aktiv, die unter der Flagge des Ökumenischen Pflegevereins segelt. Eine solche Gala sehe sie als Wertschätzung ihrer Arbeit, sagt Saalfeld. Markus Frenzel, Inhaber der Apotheke am Markt, schließt sich dieser Äußerung an. „Ja, wir gehörten zu denjenigen, die das Schiff am Laufen hielten“ sagt er
Mit einigen Mitarbeiterinnen ist Stefan Reichhart gekommen, Mitinhaber der gleichnamigen Bäckerei. Wie Frenzel hat Reichhart in seinen Filialen auf Abstand der Verkäuferinnen und der Kundschaft geachtet. Als „systemrelevanter Betrieb“ konnte Reichhart nicht schließen. Seinen Gastronomiebereich allerdings musste er abtrennen und dichtmachen. „Da blieb einiges vom Umsatz auf der Strecke“, bekennt der Bäcker. Des Weiteren fehlten die Pendler, die morgens ihre Brötchen und Kaffeestückchen holten. „Viele waren im Homeoffice und blieben weg.“ Reichhart passte sein Sortiment an, produzierte weniger. In einer Filiale reduzierte er die Öffnungszeiten. Die Mitarbeiterin schickte er in Kurzarbeit. Und auch er selbst habe Hilfe beim Staat beantragt, die „prompt kam“, lobt er. Denn investieren musste er – in Desinfektionsmittel, Masken, Spuckschutz und Tests.
Online-Schulung fürs Testen
Feuerwehrmann Tobias Renno hat mit fünf seiner Kameraden Dienst im Testzentrum in der Kulturhalle geschoben. Eine Selbstverständlichkeit für ihn, sagt er. In einer Online-Schulung habe er das Testen erlernt. Anfangs war das Zentrum dreimal pro Woche von 17 bis 20 Uhr geöffnet. „Da kamen manchmal 80 bis 90, hin und wieder über 100 Leute.“ Jetzt sinke die Nachfrage, sagt Renno. „Aber gebraucht werden wir noch immer.“
Die Situation normalisiere sich auch in der Kita Bremer Stadtmusikanten. Dennoch achte Leiterin Anette Pfreundtner darauf, dass sich die Gruppen nicht durchmischen. Als die Notgruppe ihre Arbeit aufnahm, sei das ein wichtiges Thema gewesen. Weitere Fragen tauchten auf: „Wie kann man unter diesen Umständen, mit Abstand auf begrenztem Raum arbeiten – mit den Kindern, aber auch im Team?“. Großes Lob zollt sie den Eltern, die sich „vorbildlich verhielten und, wann immer möglich, ihre Kinder zu Hause betreut hätten“.
300 Einladungen verschickt
Verkäuferinnen, Lehrer, Ärzte, Tierärzte, Handwerker, Müllwerker, Mitarbeiter in Entsorgungsfirmen, Pfleger und haupt- und ehrenamtliche Kräfte, die in der Corona-Pandemie „für einen geregelten Ablauf des täglichen Lebens gesorgt haben“, haben Eberhards zu sich eingeladen. Sie vergessen nicht die Mitarbeiter ihrer eigenen Firma, die derzeit mit sieben Fahrzeugen im Ahrtal im Einsatz sind.
Die Idee zur Gala ist Gernot Eberhard im Frühjahr gekommen. Er nahm Rücksprache mit der Stadtspitze, die sofort zugestimmt habe. Beigeordneter Werner Braun vermittelte Ansprechpartner und die Musik. Insgesamt 300 Einladungen mit jeweils einem bestimmten Kontingent gingen an die Betriebe und Organisationen raus. Von den Krankenhäusern der Umgebung, die alle angeschrieben wurden, sei leider niemand gekommen, bedauert Eberhard. Er vermutet notorische Unterbesetzung.