Kreis Kusel Fussball im Fokus:

Ob sich trotz des eher ungemütlichen Wetters der eine oder andere, gänzlich neutrale Zuschauer am Sonntagnachmittag auf den Wolfsteiner Sportplatz begeben hatte, ist nicht bekannt. Fakt ist aber, dass sich der Eintritt für die „Neutralen“ mehr als gelohnt hätte. Wer es mit dem Mannschaften der gastgebenden „Rowos“ oder den Gästen vom SV Brücken hatte, sah sich hingegen stellenweise eher gemischten Gefühlen ausgesetzt, wenngleich die beiden Spiele der zweiten und im Anschluss der ersten Mannschaften letztlich den besseren Ausgang für das Heimteam nahmen. Nicht weniger als 20 (!) Tore konnten in den 180 Spielminuten auf dem großen Kunstrasenplatz in Wolfstein bestaunt werden. Wer dachte, dass das 6:3 im C-Klassespiel zwischen TSG II und SV II nicht mehr getoppt werden könne, sah sich getäuscht. So setzten die ersten Garnituren beim 7:4 sogar noch einen drauf. „Für unsere Zweite war das dennoch ein Pflichtsieg, bei der Ersten haben wir den Gegner nach der überragenden ersten Halbzeit noch einmal unnötig rankommen lassen. Zumal wir selbst haufenweise Chancen vergeben haben. Die Gegentore ärgern mich als Trainer dann schon extrem“, gab TSG-Spielertrainer Sebastian Strauß zu Protokoll. Dieser hatte übrigens mit zwei eigenen Treffern beim 7:4 von „Rowo I“ selbst einen immerhin zehnprozentigen Anteil an den sagenhaften 20 Toren. Insgesamt überwog die Freude über die beiden gewonnenen Spiele dann aber doch. Als krasser Außenseiter reiste die SpVgg Glanbrücken/St. Julian am frühen Sonntagnachmittag zum Auswärtsspiel bei Meisterschaftskandidat VfB Reichenbach II. Die Gastgeber, in der Vorwoche in Lauterecken triumphierend und erneut mit Größen wie Marcel Heidenreich, Dominic Meyer oder Steffen Gravius im Team, hatten wohl einen eher geruhsameren Arbeitstag erwartet. „Ich glaube, die haben uns anfangs unterschätzt. Wir sind dann ja auch früh in Führung gegangen, mussten zur Pause allerdings einen 1:2-Rückstand hinnehmen“, ließ SpVgg-Trainer Volker Dick die ersten 45 Minuten im Gespräch mit der RHEINPFALZ Revue passieren. Mit dem Wind im Rücken ging es für die Gäste dann in den zweiten Durchgang. „Wir haben uns in der Kabine noch einmal heiß gemacht. Und man hat dann gemerkt, dass das Spiel in unsere Richtung kippt. Reichenbach hatte damit nicht gerechnet. In meinen Augen haben wir das Spiel am Ende verdient mit 3:2 gewonnen. Die Reichenbacher sahen das aber auch so“, erläuterte Dick nach der Begegnung. Er ist seit dem Rücktritt des vormaligen Trainerduos Harry Kihl und Thomas Barz für das Team verantwortlich. Zusätzlich zu seinem Amt als Vorsitzender der Spielvereinigung Glanbrücken. „Das Traineramt könnte ich aber ohne die Hilfe von Dirk Heil und ein, zwei erfahreneren Spielern nicht machen“, ließ der Torjäger vergangener Tage dazu noch wissen. Was den Sieg in Reichenbach noch bemerkenswerter machte, war die Tatsache, „dass wir zahlreiche Ausfälle hatten“. Aber er sei nicht zum VfB gefahren, um die Punkte abzuliefern. Gleichwohl betonte er, „dass das jetzt nur ein Sieg war und im Abstiegskampf weiterhin jeder alles geben muss, was er kann.“ Dann klappt es sicher auch mit dem Klassenverbleib ... | AXEL RAUDONAT