Kreis Kusel
Fußball: TuS Glan-Münchweiler peilt mit Sieg über FV Kusel sicheres Ufer an
„Wir haben es selbst in der Hand“. Trainer Orce Aleksov zeigt sich vor der – mutmaßlich – letzten Saison-Partie des TuS Glan-Münchweiler optimistisch. Am Sonntag kann der TuS mit einem Sieg über den FV Kusel Rang 13 in der A-Klasse festigen.
Vor nur etwas mehr als zwei Wochen schien der TuS schon klinisch tot. Nach Rundentag Nummer 27 hätte kaum mehr jemand ein Pils darauf gesetzt, dass die Elf vom Glan noch mal was ernten könnte. Dann aber hat sich die Mannschaft am eigenen Schopf gepackt und aus dem Keller gezogen. Jetzt steht die Truppe überm Strich – und kann aus eigener Kraft drei Teams in der Tabelle hinter sich lassen.
Vor der mutmaßlich letzten Saisonpartie – es droht ja noch ein Entscheidungsspiel um Platz 13 – sprüht Orce Aleksov nun vor Optimismus. Der Trainer spricht davon, dass er dem Team eine gewisse Mentalität habe einimpfen müssen. „Ich bin ein Siegertyp, schon immer – und ich gebe niemals auf“, sagt der stürmende Coach, der zu Saisonbeginn aus Vogelbach gekommen ist, wo nach vier recht erfolgreichen Jahren frischer Wind Einzug halten sollte.
Zum Endspurt dreimal in der Woche Training
Die Saison beim neuen Club aber lief nicht wie geplant – weder für Aleksov noch für die Mannschaft, die in argen Nöten war, zeitweise im Tabellental irrlichterte. „Wir hatten eine Art Umbruch zum Start. Wir hatten aber auch andere Probleme; dadurch, dass es bei den Leistungsträgern nicht so lief, haben sich auch unsere jungen Spieler nervös machen lassen. Wir sind da echt in eine Abwärtsspirale geraten. Und nicht zu vergessen: Wir hatten einige Verletzungssorgen“, findet Aleksov durchaus Gründe für die maue Bilanz.
Klar, dass in diesem Zusammenhang der Name Philipp Rech fallen muss. Der Torjäger vom Dienst war lange außer Dienst gestellt, musste eine schwere Verletzung überwinden. „Jetzt hat er in den letzten drei Spielen sieben Tore gemacht“, unterstreicht der Trainer die Bedeutung des Stürmers für sein Team.
Der 38-jährige Aleksov ist ebenfalls ein Offensivmann. Und hat als Spieler wie Trainer ebenfalls schon bessere Zeiten erlebt als in dieser Runde, da er selbst geraume Zeit auf Eis lag. Obgleich ein Trainer am Spielfeldrand ja oft mehr tun kann fürs Team und der Stürmer mit seinen 38 Lenzen seine nahe Zukunft an der Bande sieht, so wären Torinstinkt und Routine des früheren Waldmohrers doch wichtig gewesen; gleich gar, als Rech nicht spielen konnte.
Nach Spiel in Ramstein schrillten Alarmglocken
Nach der herben 1:4-Schlappe in Ramstein „haben einige gedacht, wir sind jetzt abgestiegen“, blickt der 33-Jährige kurz zurück. Dann aber habe man sich mal ausgekotzt – und hart gearbeitet. „Wir trainieren inzwischen dreimal die Woche“, sieht der Übungsleiter seine Truppe gewillt, alles für das Unterfangen A-Klassen-Verbleib zu tun. Nun könnte ja sogar der 14. Platz reichen, sollte der Liga-Zweite in der Relegation triumphieren. Und Kontrahent SG Haschbach-Schellweiler hat mit Titelträger Weilerbach am Sonntag einen starken Gegner. Derlei Gedankenspielen aber gibt sich Aleksov gar nicht erst hin. „Wir wollen’s selber klar machen.“
In der Liga bleiben wird auf alle Fälle der FV Kusel. Für die Kreisstädter allerdings lief es im Jahr des 100. „Geburtstags“ nicht so sonderlich rund. „Das hatten wir ja schon mal. Relegation, übermäßig viele Spiele“, erinnert Sportvorstand und Ex-Trainer Johan Steuer an die höhere Belastung, der der merklich kleinere Kader Tribut habe zollen müssen. „Es kommt immer mal wieder vor, dass eine Runde nicht so ganz zur Zufriedenheit verläuft“, sieht Steuer die Sache keineswegs tragisch. Vorwürfe gibt’s da schon gar keine. Vielmehr ist längst der Neustart im Sommer mit drei neuen Trainern für erste und zweite Mannschaft in den Fokus gerückt.
Wilms und Steuer sagen als Trainer und Vorstand Adieu
Steuer selbst wird ab Sommer als Trainer im Tandem mit Daniel Meisenheimer beim TuS Landstuhl eine neue Herausforderung suchen. Trainer Waldemar Wilms steigt nach sieben Jahren von der Kommandobrücke herab – und will sich in Glan-Münchweiler selbstverständlich mit einem Sieg verabschieden. „So lange Trainer beim FV Kusel – wann hat’s das schon mal gegeben“, erinnert Steuer daran, dass beim Kreisstadt-Klub im Jahr des 100. Jubiläums eine Ära zu Ende geht. Die Weichen für die Zukunft aber sind gestellt. Erneut steht eine junge Garde vielversprechender Talente bereit.
Trainertipps
Orce Aleksov (TuS Glan-Münchweiler) / Johan Steuer (Vorstand FV Kusel)
TuS Glan-Münchweiler – FV Kusel 3:1 / 1:3
SV Kohlbachtal – TuS Schönenberg 0:2 / 1:2
SG Haschbach/Schellweiler – FV Weilerbach 0:2 / 0:2
SV Mackenbach – FV Kindsbach 1:3 / 2:2
SV Spesbach – TuS Breitenbach 4:1 / 3:1
SG Bruchmühlbach/Miesau – SG Jettenbach/Eßweiler/Rothselberg 3:0 / 3:0