Rockenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Foucaultsches Pendel: Hoffnung auf reibungslosen Start

Der Probebetrieb des Foucaultsche Pendels läuft: Uwe Koch, Winfried Galm, Robert Schuh, Andreas Meyer, Björn Blauth und Udo Lang
Der Probebetrieb des Foucaultsche Pendels läuft: Uwe Koch, Winfried Galm, Robert Schuh, Andreas Meyer, Björn Blauth und Udo Lang können es kaum noch abwarten, ihr mit viel Engagement realisiertes Projekt der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

ROCKENHAUSEN: Es pendelt schon und verspricht eine neue Attraktion in der Museumsstadt zu werden: Das Foucaultsche Pendel, das mit viel Eigenleistung und Enthusiasmus im Wasserturm am Bahnhof eingebaut wurde. Noch ist aber unklar, wann es offiziell eingeweiht wird.

Die Kugel ist in Schwung gekommen. Und sie verheißt, zur neuen Rockenhausener Attraktion zu werden, wenngleich sie Ende nächster Woche auch schon wieder ausgebremst wird. Dies aber aus gutem Grund. Denn es wird noch mindestens sechs Wochen dauern, ehe sich das Foucaultsche Pendel „made in Rockenhausen“ im Wasserturm am Bahnhof auf Dauer in Bewegung setzen darf. Der erste Probebetrieb des Pendels läuft – und lässt auf einen reibungsfreien Start hoffen, wenn’s denn ernst wird. Auch am Mittwochabend war Udo Lang nicht mehr daheim zu halten. Wie so oft ist der in Rockenhausen beheimatete Initiator Richtung Bahnhof geeilt, weil um 21 Uhr ein Klacken zu erwarten war. Das Pendel ist mit einer Spitze versehen, die nach und nach kleine Kippstifte auf einer Rosettenbahn zu Fall bringt. Klack, wieder einer. Ein Geräusch, das zurzeit Lang und seine Mitstreiter mit Entzücken erfüllt, das aber bald auch Beobachter vor Ort staunen lassen soll.

Seit dem vergangenen Wochenende läuft die erste Probephase. Und zum internen Startschuss waren auch alle versammelt, die ihren Anteil am Foucaultschen Pendel Rockenhausener Bauart haben. Udo Meyer und seine ständigen Mitstreiter vor Ort, Robert Schuh und Andreas Meyer. Die Mechanik- und Metallfachleute haben ihren Part erledigt, um das in 10,30 Metern Höhe unterm Turmdach aufgehängte Pendel geradezu majestätisch anmutend schwingen zu lassen.

Für die exakte Steuerung zeichnen ihre Kollegen aus der Elektrotechnik- und Elektronik-Sparte verantwortlich. Regie führt Uwe Koch, emeritierter Professor der Technischen Universität Kaiserslautern. Koch hat zwei bewährte Mitstreiter ins Boot geholt: Winfried Galm und Björn Blauth. Sie komplettieren ein Sextett, das etwas weit und breit Einzigartiges geschaffen hat: Eine Apparatur, die anschaulich macht, dass sich die Erde um ihre eigene Achse dreht.

Turm und Städtchen drehen sich unter Pendel weg

Das von elektromagnetischen Impulsen angetriebene Pendel, unten beschwert von der Messingkugel, wird lediglich in Bewegung gehalten. Die Bewegungsebene bleibt stetig dieselbe. Der sich im Grunde unmerklich, weil so ungeheuer langsam vollziehende Richtungswechsel wird deutlich, wenn das Pendel nach und nach die Steinchen der Rundbahn zu Fall bringt.

Weil die Kugel stets in derselben Richtung ausschwingt, wird dadurch deutlich: Die Richtungsänderung muss durch die Erdbewegung bewirkt werden. Der Globus dreht sich sozusagen samt Wasserturm und Städtchen drumherum unter dem stets in konstanter Bewegungsrichtung schwindenden Pendel um sich selbst – nicht umgekehrt.

Die sechs „Motoren“ des Foucaultschen Pendels haben mit Abschluss des Probebetriebs ihr Teil getan. Hätten alle anderen, die in einer Verbindung dazu stehen, nur einen Bruchteil des Schwungs der ehrenamtlich wirkenden Enthusiasten entwickelt, das Pendel könnte längst schon Anziehungskraft auf Besucher ausüben. So aber fehlen noch erklärende Schilder, Schautafeln, der ein oder andere Gremienbeschluss, vor allem ein Termin zur offiziellen Eröffnung.

Hoher Zuschuss macht Turmsanierung möglich

Frühestens Ende Oktober sei damit zu rechnen, sagte Lang am Mittwochabend auf Anfrage. Wie berichtet, ist das Projekt insgesamt rund 105.000 Euro teuer. Dickster Brocken dabei ist jedoch die Turmsanierung samt aufwendiger Sanierung von Teilen der Sandstein-Fassade. Das Pendel selbst samt komplexer Steuerung und Unterbau schlägt laut Lang mit einem Betrag in nicht allzu hoher vierstelliger Größenordnung zu Buche. Lang selbst hat ehrenamtlich ungezählte Stunden auf der Baustelle Wasserturm verbracht, keiner seiner Mitstreiter hat seine Arbeit in Rechnung gestellt – die Attraktion wäre sonst um viele Tausend Euro kostspieliger geworden. So aber waren im Grunde nur Materialkosten fällig.

Übrigens bleibt an der Stadt nicht viel hängen: Lediglich 26.000 Euro sind aufzubringen. Denn das Projekt wird zu 75 Prozent gefördert.

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