Ulmet RHEINPFALZ Plus Artikel Forst zu Ärger nach Feuerwerk: „Rauchen im Wald gefährlicher“

Fürs Lauterecker Heimatfest ist auch wieder ein Feuerwerk geplant.
Fürs Lauterecker Heimatfest ist auch wieder ein Feuerwerk geplant.

Rund um Ulmet war diese Woche die Aufregung groß: Musste das sein, bei der aktuellen Wetterlage ein Feuerwerk abzubrennen, wird gefragt. DIE RHEINPFALZ hat beim Feuerwerker, Feuerwehr und Forst nachgefragt – und wie Feuerwerk bei anderen Veranstaltung gehandhabt wird.

Am vorvergangenen Freitag, 22. Juli, um 22.20 Uhr gingen mehrere Meldungen von Knallgeräuschen aus Richtung Felschbachhof bei der Polizei in Kusel ein. Eine Streife sei zur Überprüfung geschickt worden. Sie traf auf eine Feier, bei der ein Feuerwerk abgehalten wurde, und auf einen Verantwortlichen mit Genehmigung. „Alles hatte seine Ordnung“, sagt der Leiter der Polizeiinspektion Kusel, Christoph Maurer. Ob die Anrufer sich aus Angst vor den Knallgeräuschen, wegen Ruhestörung oder aus Sorge um die Trockenheit des Waldes gemeldet haben, könne er nicht sagen.

Leser, die sich bei der RHEINPFALZ gemeldet haben, führen vor allem Letzteres an: die Sorge um den trockenen Wald, das nahe gelegene Naturschutzgebiet Wartekopf. Sie erinnern an die Diskussion um einen Fackelzug durch den Pfälzerwald, wovon DIE RHEINPFALZ berichtete, und führen den Großbrand eines Reifenhandels am vergangenen Wochenende bei Sigmaringen an, der durch ein Feuerwerk ausgelöst worden war. Wer es am Felschbachhof hat knallen lassen, das wissen alle. Wie von dieser Zeitung am Montag berichtet, feierte die Firma IGM dort einen Großauftrag – bis in die Abendstunden war jedoch kein Reporter anwesend. Die Medarder Firma möchte nichts zu den Vorwürfen sagen.

17 plus fünf Minuten

Der Kuseler Feuerwerker Christian Engler, der mit seiner Firma Firedreams die Lichter am Felschbachhof in die Luft geworfen hat, beruhigt: Sein Feuerwerk habe nichts mit Silvester-Raketen gemein. Er verwende Batteriefeuerwerk, das elektrisch gezündet wird. „Da sollte nichts brennend runterkommen“, das ist so vorgeschrieben. Um auf der sicheren Seite zu sein, wurde die Feuerwehr bestellt, um das Abbrennen des Feuerwerks auf der Wiese unterhalb der Finnhütte zu überwachen: 17 Minuten waren dafür eingeplant, wegen einer rausgesprungenen Sicherung habe es jedoch eine Unterbrechung von fünf Minuten gegeben.

Grundsätzlich habe er als professioneller Feuerwerker eine Dauergenehmigung, erklärt Engler. Er habe die Veranstaltung bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion angemeldet, die die Informationen an Forst und Ordnungsamt weitergeleitet habe. Der Forst habe ihm ein standardisiertes Schreiben zukommen lassen: „Da steht drin, dass ich für den Brandschutz verantwortlich bin.“

Kippen viel schlimmer

Von einer Ausnahmegenehmigung wegen der Nähe zum Wald spricht Forstamtsleiterin Gabi Kleinhempel. „Der Fachmann weiß, was er tut“, sagt sie. Überhaupt: „Bislang ist aufgrund eines Feuerwerks in Waldnähe nichts passiert.“ Viel gefährlicher sei es, im Wald zu rauchen, was sowieso ganzjährig verboten ist. „Oder die Kippe aus dem Auto auf die Böschung zu werfen“, nennt sie eine Gefahrenquelle für Wald- oder Flächenbrand. Für die Nutzung von eingefassten, offiziellen Grillstätten mit Rauchabzug habe sie weniger Bedenken, „ganz schlimm sind aber Einweggrills auf Alu auf dem Boden, Laub oder Gras, da ist ein Waldbrand programmiert“.

Auch die Ulmeter Wehr, die vor Ort war, vermeldet: keine Vorfälle. Es habe am Mittwoch davor geregnet, deshalb sei die Waldbrandgefahrenstufe abgesenkt worden, erklärt Patric Dupont, stellvertretender Wehrführer. „Es gab eine Brandwache, aus unserer Sicht hat alles seine Richtigkeit.“

Guter Dinge für Heimatfest

Der Wehrleiter der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan, Jens Werner, sagt: „Natürlich hat Feuerwerk eine gewisse Brisanz bei der momentanen Wetterlage.“ Brandsicherheitswachen seien dabei jedoch die Regel, die sei auch schon für die Kuseler Herbstmesse geplant. Noch vorher, in zwei Wochen, findet das Lauterecker Heimatfest statt. Es wäre nicht das erste Mal, dass das Feuerwerk dort abgesagt würde. Doch Engler ist zuversichtlich, dass es wird stattfinden können, weil er an anderer Stelle aufbaue. „Früher war es dort, wo Wald war.“

Geringes Risiko bei See in Flammen

Nicht lange her ist das Ohmbachseefest mit seinem traditionellen Abschlussfeuerwerk. Die Verbandsgemeinde Oberes Glantal erklärt auf Anfrage, für den traditionellen See in Flammen sei das Risiko trotz der sich andeutenden Trockenheit als gering eingeschätzt worden, umfassende Schutzvorkehrungen seien getroffen und das Höhenfeuerwerk von einer gewerblichen, zertifizierten Firma abgebrannt worden. Bei Pyrotechnik, wird betont, bestehe bei sachgerechter Verwendung eine geringe bis keine Brandlast: Die Detonation erfolge in großer Höhe, die Funken verglommen unmittelbar nach der Explosion.

Mehr zum Thema
x