Langenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Flugsportverein Kusel trauert nach Absturz in der Vulkaneifel

Die verunglückte Maschine war im vergangenen Jahr noch beim Langenbacher Flugplatzfest zu sehen.
Die verunglückte Maschine war im vergangenen Jahr noch beim Langenbacher Flugplatzfest zu sehen.

Ein Flugzeug aus Langenbach ist am Sonntag gegen Mittag am Flugplatz Daun-Senheld bei Mehren in der Vulkaneifel abgestürzt und komplett ausgebrannt. Der Pilot aus Zweibrücken kam dabei ums Leben, der Copilot aus der früheren Verbandsgemeinde Waldmohr liegt mit Knochenbrüchen und Verbrennungen in einem Trierer Krankenhaus.

Gegen 10.30 Uhr seien die beiden Vereinsmitglieder des Flugsportvereins Kusel in Langenbach mit dem Ultraleichtflugzeug vom Typ Eurofox zu einem Ausflug in Richtung Vulkaneifel gestartet, berichtet Vorsitzender Gerd Rudolph. Beim Anflug auf den Flugplatz Daun-Senheld sei es dann zu Problemen gekommen. Auf Anfrage der RHEINPFALZ schildert Walter Gastel vom ortsansässigen Segelflugverein Vulkaneifel, was passiert ist: Die Landebahn des Dauner Flugplatzes ist mit 450 Metern relativ kurz.

Zu spät aufgesetzt

Der gelbe Eurofox sei sehr schnell angeflogen und habe nach der Hälfte der Bahn den Boden noch nicht berührt. In einem solchen Fall müsse man gleich durchstarten. „Dafür sind die Halbbahn-Markierungen da und kaum zu übersehen.“ Doch der Pilot versuchte laut Gastel zunächst, eine Vollbremsung zu machen, bevor er Vollgas gab, um durchzustarten: „Er schoss über die Bahn hinaus und hat die Maschine sehr steil hochgezogen.“ Das Flugzeug sei deshalb zu langsam geworden, das habe zum Strömungsabriss geführt. Dadurch sei die Maschine abgekippt und habe beim Aufprall Feuer gefangen.

„Zwei Vereinsmitglieder von uns sind gleich hingefahren, um sich ein Bild vor Ort zu machen. Die beiden haben noch die dunklen Bremsstreifen auf der Piste gesehen“, sagt Rudolph. Als sie angekommen seien, sei die Maschine gerade abtransportiert worden. Sie sei nach dem Absturz komplett ausgebrannt, der Motor auf die Größe eines Briefkastens zusammengeschmolzen.

Schwer verletzt

Laut Rudolph kippte der Eurofox nach dem Strömungsabriss nach links ab, und stürzte auf die Seite mit dem Pilotensitz. Ein Mann, der zufällig vor Ort war, konnte Pilot und Copilot aus dem Flieger ziehen. Er hat sich dabei starke Verbrennungen zugezogen. Der 59-jährige Pilot sei noch vor Ort seinen Verletzungen erlegen. Der Copilot sei mit mehreren Knochenbrüchen vom Rettungshubschrauber in ein Trierer Krankenhaus gebracht und sofort operiert worden. „Die Verletzungen sind zum Glück nicht lebensgefährlich“, sagt der Vereinsvorsitzende.

„Dann ging die Maschinerie los“

Der 61-jährige Copilot stammt aus der ehemaligen Verbandsgemeinde Waldmohr, er sei ein sehr erfahrener Flieger, seit 30 Jahren fliege er schon, erzählt Rudolph. Den beiden Insassen gehörte das Flugzeug gemeinsam mit einem dritten Mitglied des Langenbacher Vereins.

Für den Verein war der Unfall ein Schock: „Wir warten jetzt erstmal die Beerdigung ab und fangen dann wieder langsam an zu fliegen.“ Der Verein habe am Sonntagabend gerade gemeinsam das Wochenende beim Grillen ausklingen lassen, als Rudolph über den Unfall informiert wurde: „Dann ging die Maschinerie los: Die Polizei kam, sogar die Seelsorgerinnen waren da.“ Die Mitglieder seien am Abend noch lange zusammengesessen, um den Unfall zu besprechen und gemeinsam zu verarbeiten.

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