Mehren / Langenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Abgestürztes Flugzeug: Die Ursache steht fest

Die Eurofox pro war am Morgen des Unglückstags in Langenbach gestartet.
Die Eurofox pro war am Morgen des Unglückstags in Langenbach gestartet.

Beim Absturz eines in Langenbach gestarteten Flugzeugs starb im Juli 2021 der Pilot, der Fluggast erlitt schwere Verletzungen. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat nun ihren Bericht dazu veröffentlicht, wie es zu dem Unglück am Flugplatz Daun-Senheld in der Vulkaneifel kam.

Das gelbe Ultraleichtflugzeug Eurofox pro geriet beim Landeversuch auf dem direkt an einem der Eifel-Maare gelegenen Flugplatz in Schwierigkeiten. Beim Durchstarten kippte das Flugzeug nach links weg und prallte neben der Piste auf den Boden. Es fing Feuer und brannte völlig aus. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) schreibt: „Der Pilot wurde dabei tödlich verletzt und der Fluggast konnte sich schwer verletzt aus dem Ultraleicht retten. Er wurde anschließend von Helfern aus der Gefahrenzone des Wracks gezogen.“

Vom Flugzeug, das den beiden Insassen gehörte, blieb wenig übrig: Das Wrack steckte mit dem Cockpit fast senkrecht im Boden, das Rohrgerüst des Rumpfes ragte gen Himmel, die Tragflächen lagen seitlich auf dem Boden. Wegen der Brandschäden war laut BFU die Untersuchung des Wracks nur eingeschränkt möglich. Es konnten keine technischen Mängel festgestellt werden.

Zu spät aufgesetzt

Die BFU folgert aus ihrer Untersuchung: Eine Überforderung des Piloten in der Situation des Durchstartmanövers habe dazu beigetragen, dass es zu dem Unfall kam. Die erforderliche Fluggeschwindigkeit beim Durchstarten sei nicht beachtet worden. Dabei habe sich der Pilot wahrscheinlich zu diesem Manöver entschieden, um sicherzustellen, dass die zweite Landung besser und sicherer gelingen würde. Immerhin wären ihm beim ersten Versuch ab dem Aufsetzen bei der Halbbahnmarkierung und dem ersten Bremsmanöver nur noch 240 Meter zum Abbremsen des Ultraleichts geblieben.

Zwar erwähnt die BFU in ihrem Untersuchungsbericht eine leichte Überladung des Ultraleichts von beim Start in Langenbach knapp 19 Kilogramm und noch 11,5 Kilogramm in der Eifel. Jedoch wird diesem Umstand bei der Beurteilung des Unfalls keine weitere Bedeutung zugesprochen.

Flugbuch verbrannt

Dem 59-jährigen Piloten aus Zweibrücken wird laut BFU von Zeugen eine Flugerfahrung von etwa 200 Stunden bescheinigt. Sein Flugbuch ist wahrscheinlich verbrannt. Seinen Flugschein hatte er knapp zehn Jahre. Laut Hauptflugbuch des Langenbacher Flugplatzes war er mit seiner weniger als 300 Kilogramm wiegenden Ultraleicht-Maschine im Jahr 2019 sieben Mal gestartet, im vergangenen Jahr drei Mal.

Der Bericht der BFU bestätigt vorherige Berichte und Annahmen, sagt Gerd Rudolph, der Vorsitzende des Flugsportvereins Kusel, der den Flugplatz in Langenbach betreibt.

Die BFU untersucht alle Flugunfälle in Deutschland. Sie stellt am Ende ihres Berichtes klar: Ziel sei es nicht, eine Schuld festzustellen, sondern es sollten künftige Unfälle und Störungen verhütet werden.

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