Waldmohr RHEINPFALZ Plus Artikel Fischereimuseum im Bürgerhaus bereit zur Eröffnung – seit November

Zahlreiche Fotos und Präparate zieren die Wände des Fischereimuseums im Waldmohrer Bürgerhaus.
Zahlreiche Fotos und Präparate zieren die Wände des Fischereimuseums im Waldmohrer Bürgerhaus.

Welche Fische gibt es im Mohrmühlweiher? Mit welchen Geräten wurde früher geangelt? Wie groß kann ein Wels werden? Dies und mehr kann man sich im Fischereimuseum im Waldmohrer Bürgerhaus anschauen – sobald die Corona-Pandemie es zulässt.

Rund 18 Quadratmeter groß ist der Raum im Bürgerhaus, den Günter Scheidt in ein Fischereimuseum verwandelt hat. Unterstützt wurde er dabei vom Waldmohrer Angelsportverein, in dem er selbst seit über 50 Jahren Mitglied ist, und dessen Vorsitzender er 24 Jahre lang war.

Den Raum hat ihm die Stadt zur Verfügung gestellt. Aus dem Leader-Projekt flossen Fördermittel für die Renovierung und Umgestaltung. Doch bis das Museum eingerichtet werden konnte, war viel zu tun. „Der Boden musste abgeschliffen werden – das allein hat rund zwei Wochen gedauert. Dann mussten die Wände hergerichtet werden, damit wir unsere Exponate aufhängen konnten. Erst dann konnten wir damit beginnen, das Museum einzurichten“, berichtet Scheidt.

Die Arbeit hat sich gelohnt: In der Mitte des neu gestalteten Raumes stehen nun große Schautafeln, auf denen verschiedene Fischarten abgebildet sind. Auf einer Tafel sind historische Karten, ein Foto des Mohrmühlweihers und Zeitungsartikel zu sehen. An den Wänden hängen zahlreiche Präparate.

Kapitale Fänge

„Die Fische auf der linken Seite stammen alle aus dem Mohrmühlweiher. Einige davon wurden uns von den Mitgliedern des Angelsportvereins zur Verfügung gestellt“, schildert Scheidt. Zu sehen sind unter anderem Hecht, Zander und Silberkarpfen. „Die Leute sind immer wieder verwundert, welche Fischarten sich hier bei uns im Mohrmühlweiher tummeln“, berichtet der passionierte Angler.

„Bei den restlichen Präparaten handelt es sich um Fische, die aus anderen europäischen Gewässern kommen“, fügt Scheidt hinzu. Eine Vielzahl davon sind Welse. Die meisten davon hat Scheidt selbst gefangen – wie zum Beispiel ein 2,47 Meter langes und 92 Kilogramm schweres Prachtexemplar, dass ihm im spanischen Fluss Ebro an den Haken ging. Die Anglerzeitschrift „Fisch und Fang“ berichtete damals von dem kapitalen Fang, der im Jahr 2006 nur zwei Zentimeter unter dem spanischen Rekord lag. Dass die Fachzeitschrift in dem Artikel vom „saarländischen Waldmohr“ schrieb – Schwamm drüber.

Allerlei antikes Angelgerät

„Wir haben hier allerdings leider nicht genug Platz, um alle Präparate aufzuhängen. In einem anderen Raum im Bürgerhaus lagern noch weitere Präparate, Fotos und Dokumente“, berichtet Scheidt. Doch schon jetzt hängen in dem kleinen, aber liebevoll gestalteten Museum einige Zeichnungen, Fotos und jede Menge antikes Angelgerät. Aktuell suche man noch nach alten Fotos von Mitgliedern des Angelsportvereins, um die Sammlung zu erweitern. Einige solcher Aufnahmen hängen bereits an einer eigenen Wand. „Da ist aber noch viel Platz“, sagt Scheidt.

Die Exponate stammen aus Scheidts Privatsammlung. „Andere suchen auf Flohmärkten nach Schallplatten und dergleichen, wir suchen nach altem Angelgerät“, sagt Scheidts Ehefrau Hedi und lacht. „Außerdem hatte ich guten Kontakt zu einem Antiquitätenladen in Köln. Die haben mich immer sofort angerufen, wenn sie altes Angelgerät bekommen haben“, fügt Günter Scheidt hinzu. So sei die Sammlung über die Jahre so stark gewachsen, „dass wir schon früher in unserem alten Haus in Waldmohr eine Art Privatmuseum im Keller hatten“.

Wertvolle Sammlung

Darunter sind viele außergewöhnliche Angelruten. „Diese hier haben wir zum Beispiel in einem alten Heizungskeller in Trier gefunden“, sagt Scheidt und zeigt auf eine Fliegenrute. „Die dürfte locker um die 1000 Euro wert sein“, schätzt er. Die älteste Rute in seinem Fundus stamme etwa aus dem Jahr 1920. Auch sie hängt im Museum im Bürgerhaus an der Wand. Ebenso ein Wurfnetz, das Scheidt einem Mosel-Fischer aus Trier abgekauft hat.

Wie viel die gesamte Sammlung wert ist, vermag Scheidt nicht zu sagen. „Aber allein die Präparate hatte ich damals in unserer Hausratversicherung auf 10.000 Euro versichert – und das ist seitdem noch mehr geworden. Dazu kommen natürlich noch all die Angelgeräte“, nennt er zumindest eine Größenordnung.

Eröffnung ungewiss

Das Interesse am Fischereimuseum sei groß. Unter anderem hätten auch schon Schulen und Kindertagesstätten angefragt, wann man die Ausstellung besichtigen könne. „Das freut uns sehr, weil wir mit dem Museum gerade die Kinder ermutigen wollen, wieder mehr in die Natur zu gehen“, sagt Hedi Scheidt. Das Museum sei schließlich nicht nur für Angler interessant. „Auch all jene, die gerne mal einen Einblick haben wollen, welche Fische sich so in unseren heimischen Gewässern tummeln, finden hier interessante Informationen“, fügt Günter Scheidt hinzu.

Wann das Museum offiziell eröffnet werden kann, ist noch nicht klar. Eigentlich sollte die Ausstellung schon im vergangenen November eröffnet werden. „Jetzt hängt es von der Entwicklung der Corona-Pandemie ab. Im Prinzip ist aber alles vorbereitet, die Gästeliste liegt der Stadt schon vor. Wir müssten nur noch auf den Knopf drücken, dann geht es los“, sagt Scheidt.

Info

Wer sich für einen Besuch im Museum interessiert oder noch Fotos von Fängen aus dem Mohrmühlweiher hat, kann sich unter Telefon 06841 9946433 beziehungsweise 0172 7267777 oder per E-Mail an guenter.scheidt@gmx.de melden.

x