Lauterecken-Wolfstein
Feuerwehrgerätehaus für Kirrweiler: Gemeinde gibt 50 Prozent dazu
„Wir sind ein Sackdorf direkt am Truppenübungsplatz. Wenn ein landwirtschaftliches Fahrzeug oben auf dem Plateau, wo viel Weizen angebaut wird, brennt, zählt der erste Mann vor Ort, um die Ausbreitung zum Wald vom Truppenübungsplatz zu verhindern“, verdeutlicht Kirrweilers Ortsbürgermeister Ralf Schuster nur ein Szenario, weswegen es der Gemeinde so wichtig ist, eine Feuerwehr im Ort zu haben. Außerdem gehöre die einfach zum Dorfleben dazu, sei wichtig für den Zusammenhalt. Etwas über zehn Mann sind im 172-Seelen-Dorf derzeit in der Wehr aktiv.
Glück, dass Kirrweiler mit seinen Windkrafteinnahmen eine der wenigen Gemeinden in der Verbandsgemeinde mit positivem Haushalt ist – und so das Grundstück gegenüber des Dorfgemeinschaftshauses kaufen konnte. Zwar ist die Feuerwehr Sache der Verbandsgemeinde. Doch hat die Zusage Kirrweilers, 50 Prozent der Kosten zu übernehmen – bereits im November 2020 im Ortsgemeinderat beschlossen –, sicherlich dabei geholfen, dass es nun das neue Feuerwehrgerätehaus mit Platz für ein Fahrzeug geben soll. „Wegen fehlender finanzieller Mittel wurde über Jahre nicht modernisiert“, sagt Schuster. Der Verbandsgemeinderat hat kürzlich zugestimmt, dass eine Entwurfsplanung durchgeführt wird. „Chapeau vor Kirrweiler“, kommentierte Ratsmitglied Philipp Gruber. Bis dort ein neues Feuerwehrgerätehaus steht, wird es jedoch noch länger dauern.
Nicht die einzigen mit kleiner Garage und Hänger
Noch ist die Kirrweilerer Wehr in der Garage des Gemeinschaftshauses untergebracht. „Das war in den 60er/70er Jahren Standard“, berichtet Schuster. Es gab eine kleine Garage für die Wehr und einen Hänger, der mit eigenem Traktor zu ziehen ist. Dieser Stand herrscht in Kirrweiler noch immer. Für ein Fahrzeug ist in der Garage kein Platz. Umkleide- oder Sanitärräume gibt es keine, die Einsatzkleidung ist entlang der Garagenwände aufgehängt. Auch zukünftig würden die Feuerwehrleute natürlich das Dorfgemeinschaftshaus mitbenutzen können, erklärt Schuster.
Er ist froh, dass zwischenzeitliche Bestrebungen der Zentralisierung der Feuerwehren aufgegeben worden sind und befürwortet das jetzige Umdenken. 2020 hatte der Ortsgemeinderat auch den Vorschlag der Verwaltung abgelehnt, mit der Wehr in Deimberg zusammenzugehen. Jede Wehr soll ein Fahrzeug bekommen, Kirrweiler ist nicht der letzte Ort, in dem noch ein Hänger steht: Buborn, Cronenberg und Merzweiler zählt Wehrleiter Markus Böhmer auf Anfrage noch auf.
Neue Fahrzeuge für Langweiler und Deimberg
Der Hänger in Merzweiler braucht jedenfalls nicht ersetzt zu werden, da die Wehr mit Langweiler und Unterjeckenbach eine Ausrückegemeinschaft mit dann an die 30 Feuerwehrleuten bilden wird. In Langweiler soll dafür ein neues Feuerwehrgerätehaus mit Platz für zwei Fahrzeuge gebaut werden, das war vor einem Jahr im VG-Rat beschlossen worden: Unterjeckenbach wird sein Fahrzeug mitbringen. Langweiler bekommt ein neues, ein sogenanntes Mehrzwecktransportfahrzeug für knapp 150.000 Euro.
Auch für Deimberg wird ein neues Fahrzeug angeschafft, ein Tragkraftspritzenfahrzeug, das laut Verbandsgemeinde-Bürgermeister Andreas Müller günstiger wird als erwartet: statt geplanter 187.000 Euro wird es nun für 120.000 Euro gekauft.